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Ärgernis im Wald

Immer wieder finden Förster in der Sächsischen Schweiz Abfall und sogar Bauschutt. Ignorante Pilzsammler sind dieser Tage ein weiteres Problem.

Illegal abgelagerter Müll im Wald bereitet den Förstern zunehmend Sorgen.
Illegal abgelagerter Müll im Wald bereitet den Förstern zunehmend Sorgen. © Bernd Stoppiera

Einige Leute haben offenbar kein Problem damit, ihren kompletten Bauschutt im Wald zu entsorgen. Da finden sich Ziegelhaufen, ausgebaute Fenster, Fußbodenbelag, mitunter stehen sogar Sofa, Tisch und Stühle dabei. Zumindest letzteres kann kostenlos über die Sperrmüllkarte des Entsorgers bequem entsorgt werden - sogar mit Abholung vor der Haustür. Die Entsorgung von Bauschutt ist etwas teurer. Doch auch dafür gibt es Spezialisten. Immer wieder stoßen die Förster und Waldarbeiter auf solche Hinterlassenschaften. Zwar würden die meisten ihre Abfälle wieder mitnehmen. Doch es gibt eben immer wieder Leute, die denken, der Wald ist eine einzige große Mülldeponie. 

Ein Negativbeispiel ist die Zufahrt zum Karswald nahe Stolpen. Hier wurde nicht nur Bauschutt verkippt. Immer wieder lagern hier säckeweise Müll, Altkleider und anderes. Bereits vor zwei Wochen ließ der zuständige Revierförster Michael Blaß eine größere Anzahl von Kanistern entsorgen. Diese wurden hier einfach von Unbekannten abgestellt. Und nun muss er den nächsten Einsatz starten. Denn schon wieder häuft sich der Müll. Der Revierförster ärgert sich. "Hierzulande kann jeder seinen Müll unkompliziert und ordnungsgemäß entsorgen. Warum macht man sich dann die Mühe und fährt es in den Wald?", fragt er sich. 

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Das Entsorgen von Müll aller Art im Wald ist nicht nur verboten und ein hässlicher Anblick – es birgt auch Gefahren für Tiere und Umwelt. Gartenabfälle, gemischt mit Plastik-Müll, findet man leider auch häufig in den ortsnahen Waldgebieten. Selbst das Hinterlassen des Grünabfalls ist nicht nur ein optisches Problem, oft verbreiten sich so Pflanzenarten und an ihnen vorkommende Schädlinge. Pflanzenarten wie das Indische Springkraut oder der Japanische Staudenknöterich gelangen so in den Wald, verbreiten sich teilweise aggressiv und verdrängen heimische Pflanzen. 

Revierförster Michael Blaß weiß um die Folgen solcher illegaler Müllablagerungen. Die Lebensgemeinschaft Wald wird zerstört, Pflanzen werden negativ beeinträchtigt. Tiere können sich verletzten oder durch die Aufnahme von Müll sterben. Boden und Grundwasser werden verschmutzt und Kleinstmüllteile gehen in die Nahrungskette über. Und er erinnert daran, wie lange es dauert, dass solcher Müll überhaupt verrottet. Ein achtlos weggeworfenes Papiertaschentuch oder ein Kaugummi braucht immerhin fünf Jahre, Zigarettenkippen zehn Jahre und Einweggeschirr 50 Jahre.

Jegliche Abfallentsorgung außerhalb der dafür vorgesehenen Abfallentsorgungsanlagen ist illegal und wird nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz mit einem Bußgeld von 1.000 bis 25.000 Euro geahndet. Die illegale Entsorgung gefährlicher Abfälle kann unter Umständen sogar eine Straftat darstellen.

Der Sachsenforst verfolgt die Fälle illegaler Entsorgung. Mitunter gibt es ja auch Hinweise auf die Verursacher. Wer die Müllentsorgung beobachtet, den Verursacher kennt oder das Autokennzeichen feststellen kann, sollte das zuständige Forstamt oder die Polizei informieren.

Pilzsammler versperren Rettungswege

Illegale Müllablagerungen sind der eine Ärger der Förster. Ein anderer ist seit einigen Tagen präsent. Die Pilzsaison hat begonnen. Und den vollen Körben nach zu urteilen, scheint es eine gute zu sein. Mike Metka, Revierförster im Hohwald, kann das bestätigen. Es seien extrem viele Leute im Wald, um Pilze zu sammeln. "Es gibt aber leider erhebliche Probleme mit manch einem abgestellten Fahrzeug im Wald oder in der Waldeinfahrt", sagt er. 

An den meisten Waldwegen - wie hier im Hohwald - steht, dass sie nicht befahren werden dürfen. Aber viele halten sich nicht dran. Ein Stück weiter rein geht immer.
An den meisten Waldwegen - wie hier im Hohwald - steht, dass sie nicht befahren werden dürfen. Aber viele halten sich nicht dran. Ein Stück weiter rein geht immer. © Steffen Unger

Der Sachsenforst weist deshalb darauf hin, dass das Fahren auf Waldwegen, egal ob ein Sperrschild in der Zufahrt hängt oder nicht, grundsätzlich verboten ist und immer einer Sondergenehmigung bedarf.  "Unbedingt sind auch alle Waldzufahrten freizuhalten. Die Wege werden von Waldarbeitern, Forstunternehmen als Wirtschaftswege genutzt und sind Zufahrten für Rettungskräfte wie Feuerwehr und Sanitäter", sagt Kerstin Rödiger, Pressesprecherin beim Sachsenforst. Verstöße werden als Ordnungswidrigkeit geahndet.

Verboten ist das Pilzesammeln aber nicht. In Sachsen ist es erlaubt, im Wald Pilze, Waldfrüchte und andere Pflanzenbestandteile ausschließlich für den Eigenbedarf zu sammeln. Kerstin Rödiger empfiehlt, nur die Pilze zu sammeln, die man genau kennt. Im Zweifel sollte man sich lieber von einem Experten beraten lassen. 

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