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Ein neuer Walderlebnispfad entsteht

Mit Infotafeln über Bäume lockt man kein Kind in die Natur. In Reinhardtsdorf-Schöna rückt der Sachsenforst das Erleben in den Vordergrund.

Da ist Musik drin: Revierförster Olav Spengler am hölzernen Klangspiel des Walderlebnispfads.
Da ist Musik drin: Revierförster Olav Spengler am hölzernen Klangspiel des Walderlebnispfads. © Steffen Unger

Wem es im Nationalpark Sächsische Schweiz zu überlaufen ist, der findet auf der anderen Elbseite noch eher Ruhe zum Durchatmen - zum Beispiel in Reinhardtsdorf-Schöna und dem ausgedehnten Waldgebiet, das sich rings um den Großen Zschirnstein erstreckt. Dort hat der Sachsenforst bereits mit Erfolg die Trekkingroute Forststeig Elbsandstein eingerichtet, jetzt kommt bald ein spezielles Angebot für Kinder hinzu.

Am äußersten Zipfel von Reinhardtsdorf-Schöna, direkt am Wanderparkplatz nahe der Waldschänke, lässt der Sachsenfort den dortigen Walderlebnispfad erneuern. Der Pfad wurde schon vor knapp 20 Jahren auf Initiative der damaligen Revierleiterin erbaut, im Laufe der Jahre hatte die Witterung den einzelnen Stationen aber mächtig zugesetzt, sodass zuletzt nur noch Teile davon benutzbar waren. Aktuell entsteht dort ein fast komplett neuer Walderlebnispfad mit 14 Stationen. Bis auf zwei restaurierte Elemente wird alles neu gebaut.

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Der Fokus liegt dabei auf dem Erleben. Es handele sich ausdrücklich um einen Erlebnispfad, nicht um Lehrpfad, erklärt Revierförster Olav Spengler. "Wir wollen, dass die Kinder den Wald erleben und ertasten können, und nicht vor Schildern stehen, die sie sich erlesen müssen." Konzipiert ist der Pfad vorrangig für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter, wobei auch die Eltern gewiss noch etwas lernen können.

Spielerisches Lernen im Wald

Oder wer weiß auf Anhieb, welche Holzart schwerer wiegt? Bei Vergleich von Fichte und Eiche fällt die Antwort vielleicht noch leicht. Doch wie ist es mit Lärche, Linde oder Robinie? Beim Kraftspiel, einer der neuen Stationen, lässt sich das ganz einfach erforschen. Per Flaschenzug können die Gäste fünf gleich große Stammstücke der verschiedenen Baumarten mit einem Seil nach oben ziehen. Eine Tafel daneben erklärt, warum manches Holz schwerer ist als anderes.

Kerstin Rödiger am Kraftspiel. Sie ist beim Forstbezirk Neustadt zuständig für die Waldpädagogik und hat den Erlebnispfad mit entwickelt.
Kerstin Rödiger am Kraftspiel. Sie ist beim Forstbezirk Neustadt zuständig für die Waldpädagogik und hat den Erlebnispfad mit entwickelt. © Steffen Unger

Die Forstleute wollen damit den Wald schon für kleinere Kinder spannend machen und ihnen spielerisch Wissen vermitteln, sodass sie den Wert einer intakten Natur zu schätzen lernen und sich gern in ihr bewegen. "Das ist das Alter, in dem wir anfangen müssen", sagt Revierleiter Spengler. Mit Infotafeln und Auswendiglernen, so wie es früher oft gehandhabt wurde, kommt man da nicht weit.

Der zeitgemäße Ansatz ist, das Spielerische mit dem Lernen zu verbinden. "Dann bleibt's auch hängen", sagt Spielplatzbauer Hendrik Löser von der Arnsdorfer Firma HL Gebrauchskunst & Design, die die Erlebnisstationen baut. Die Elemente sind hauptsächlich aus Robinie gefertigt, ein besonders haltbares und langlebiges Holz. Alle Stationen werden individuell nach den Entwürfen des Sachsenforsts gebaut.

Reinhardtsdorf-Schönas Bürgermeister Andreas Heine (vorn) und Forstbezirksleiter Uwe Borrmeister testen schon mal die Waldhängematten.
Reinhardtsdorf-Schönas Bürgermeister Andreas Heine (vorn) und Forstbezirksleiter Uwe Borrmeister testen schon mal die Waldhängematten. © Steffen Unger

"Wir möchten einen Zugang zur Natur schaffen", erklärt Kerstin Rödiger, die beim Forstbezirk Neustadt für die Waldpädagogik zuständig ist und den Erlebnispfad mit entworfen hat. Unter anderem gehören ein Klangspiel dazu und ein Zeitreisekompass, bei dem auf einer dicken Lärchenscheibe die Jahresringe mit historischen Ereignissen verknüpft sind, aus der Weltgeschichte und der von Reinhardtsdorf-Schöna.

Die Lärche wuchs von 1805 bis 1999, war also schon zur Zeit des Ersten Weltkriegs über hundert Jahre alt. Andere Stationen sind eine Wackelbrücke, ein Balancierpfad, ein Barfußpfad oder auch ein paar Waldhängematten zum Entspannen.

Walderlebnispfad ab August begehbar

Die ersten Elemente sind schon fertig, aber noch wird gebaut im Wald bei Reinhardtsdorf-Schöna. Das Ziel ist es, dass der Walderlebnispfad ab August begehbar ist, kündigt Forstbezirksleiter Uwe Borrmeister an. Vorher steht noch die Abnahme durch den TÜV an, bis Ende September wird dann noch die Beschilderung ergänzt. "Wir wünschen uns, dass es ein Erlebnisort wird für Familien", sagt Borrmeister. Insgesamt stecken 40.000 Euro in dem Projekt.

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In Reinhardtsdorf-Schöna freut man sich schon auf die Eröffnung. Für die Familien im Ort ebenso wie für die Tourismusgäste wird der Walderlebnispfad ein neuer Anziehungspunkt werden, sagt Bürgermeister Andreas Heine (WV 94). Beinahe ideal passt das Angebot auch zum nahegelegene Zirkelsteinressort, in dem regelmäßig Schulklassen und Jugendgruppen zu Gast sind. Für sie ist es nur eine kurze Wanderung bis zum Startpunkt.

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