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Der neue Kampf gegen den Borkenkäfer

Der Schädling ist 2021 später ausgeflogen - nun aber massiv. Der Forstbezirk Neustadt will den Wald vor weiterem Befall schützen - mit 1,2 Millionen Euro.

Bäume, die mit dem Borkenkäfer befallen sind, werden von Revierförster Christian Schmidt mit Farbe markiert.
Bäume, die mit dem Borkenkäfer befallen sind, werden von Revierförster Christian Schmidt mit Farbe markiert. © Archivfoto: Daniel Schäfer

Die Mitarbeiter im Forstbezirk Neustadt haben die nächste Runde im Kampf gegen den Borkenkäfer eingeläutet. Im vierten Jahr in Folge wird versucht, den Befall von weiteren Bäumen zu verhindern.

Den Forstexperten spielte 2021 das Wetter in die Karten. Die kühlen Temperaturen im April und Mai hätten die Entwicklung der Schädlinge gebremst. Buchdrucker und Kupferstecher hätten sich nicht mit so hoher Geschwindigkeit entwickeln können wie in den trockenen und warmen Frühjahren der Vorjahre. Die neue Generation an Borkenkäfern ist deshalb einen Monat später ausgeflogen. Nun würden sich die Schädlinge jedoch massenhaft ausbreiten.

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„Alle Revierförster melden neuen Stehendbefall an den Fichtenbeständen“, sagt Uwe Borrmeister, Leiter des Forstbezirkes in Neustadt. Um den Wald zu erhalten, den Befall gesunder Bäume zu vermeiden und die Verbreitung der Schädlinge einzugrenzen, startet der Forstbezirk nun die nächste Borkenkäferabwehr.

Waldwege bis um Spätsommer gesperrt

Im gesamten Bereich des Neustädter Forstbezirkes, der sich links- und rechtselbisch von der tschechischen Grenze bis zur Landeshauptstadt Dresden erstreckt, wird es bis mindestens Ende September zu Baumfällarbeiten kommen. Das bedeutet, dass einige Waldwege gesperrt werden müssen. "Wir bemühen uns, die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten, bitten aber auch um Verständnis", sagt Borrmeister.

Die Forstleute sind derzeit damit beschäftigt, befallene Bäume zu erkennen. Das bindet viel Personal. Denn die Bäume müssen genau begutachtet werden. Ob sich der Borkenkäfer eingenistet hat, ist zum Beispiel an kleinen Bohrlöchern oder Sägemehl zu erkennen, das am Boden liegt. Die betroffenen Bäume müssen anschließend gefällt und so schnell wie möglich aus dem Wald geschafft werden - bevor die neue Käfergeneration fertig entwickelt ist und ausfliegt.

Finanzspritze von über einer Million Euro

Kann befallenes Holz nicht rechtzeitig aus dem Wald abgefahren werden, muss Plan B her. Dann müssen die Stämme entrindet werden - per Hand mit dem Schäleisen oder mit umgerüsteten Motorkettensägen oder gar Entrindungsmaschinen. Das ist jedoch sehr aufwendig. Direkt unter der Rinde wächst die Käferlarve heran. Ohne Rinde wird diese Entwicklung unterbrochen.

Um die Mehrkosten für die Borkenkäferbekämpfung im Landeswald finanzieren zu können, hat der Sachsenforst im Forstbezirk Neustadt in diesem Jahr Finanzmittel von rund 1,2 Millionen Euro eingeplant.

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