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Liebstädterin für Waldpreis nominiert

Bärbel Kemper lebt und arbeitet für den Wald. Ihr Engagement für Naturschutz und Artenvielfalt hat sich deutschlandweit herumgesprochen.

Mutter-Tochter-Team: Bärbel Kemper und ihre Tochter Anna-Karina leben und arbeiten für den Wald. Dafür wurde Bärbel Kemper nun für den Deutschen Waldpreis nominiert.
Mutter-Tochter-Team: Bärbel Kemper und ihre Tochter Anna-Karina leben und arbeiten für den Wald. Dafür wurde Bärbel Kemper nun für den Deutschen Waldpreis nominiert. © privat

Der Deutsche Waldpreis könnte in diesem Jahr in die Sächsische Schweiz gehen. Dafür will Bärbel Kemper aus Liebstadt sorgen, die für die Auszeichnung nominiert ist. Die 53-Jährige hat es in der Kategorie Waldbesitzerin des Jahres ins Finale geschafft.

Bärbel Kemper und ihr Mann Thomas Schlomski bewirtschaften seit 2004 das gleichnamige Landgut in Liebstadt. Rund 66 Hektar Wald und weitere 37 Hektar Grünland gehört zu dem Familienbetrieb, in dem sich auch Tochter Anna-Karina engagiert.

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Artenvielfalt statt Monokultur

Die gebürtige Westfälin hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, ökologische Wald- und Landwirtschaft mit Natur- und Artenschutz zu kombinieren. Wenn Flächen aufgeforstet werden, dann insektenfreundlich und artenreich. Monokulturen mit Fichten, mit denen einst klassisch aufgeforstet wurde, gibt es bei ihr nicht. Auf den Ländereien wurden Biotope angelegt oder Trockenmauern gebaut, um Tieren einen geschützten Lebensraum zu bieten. "Hotspots für Artenreichtum" nennt Bärbel Kemper das. Ein Konzept, das langfristig und nachhaltig angelegt ist.

"Unsere Enkel werden von dem profitieren, was wir leisten", sagt die Liebstädterin. "Enkeltaugliche Waldbewirtschaftung" heißt deshalb ihr Arbeitsmotto. Kemper hofft, dass dieses nachhaltige Konzept Schule macht und von anderen Waldbesitzern aufgegriffen wird. "Aktuell haben wir es mit einem Waldsterben nie gekannten Ausmaßes zu tun", sagt sie. Die Krise, die durch den Borkenkäfer und zahlreiche Stürme verursacht wurde, sei zugleich eine Chance, für ein Umdenken bei der Wiederbewaldung zu sorgen. Dafür will Bärbel Kemper kämpfen.

Bienenwald wurde bereits nachgeahmt

Nicht umsonst haben sie und ihr Team deshalb den 1. sächsischen Bienenwald angelegt. Auf etwa 4.000 Quadratmetern wurden unter anderem Winterlinden, Vogelkirschen, Bergahorn, Wildäpfel und Wildrosen gepflanzt.

Nachwuchs als Naturschützer: Lotta engagiert sich als Baumpatin für den 1. sächsischen Bienenwald in Liebstadt auf dem Landgut Kemper und Schlomski.
Nachwuchs als Naturschützer: Lotta engagiert sich als Baumpatin für den 1. sächsischen Bienenwald in Liebstadt auf dem Landgut Kemper und Schlomski. © Kemper und Schlomski

Sie bieten Bienen durch die unterschiedliche Blütezeit quasi das ganze Jahr über Nahrung. Ihr Bienenwald hat bereits erste Nachahmer gefunden. In Sachsen-Anhalt wurde nach dem Vorbild ein Bienenwald angelegt.

Nicht nur Waldbesitzer könnten etwas für den Naturschutz tun. Jeder Vorgarten könne einen Beitrag leisten. "Aber nicht als Golfrasen, sondern als blühende Wiese", erklärt Bärbel Kemper.

Der Deutsche Waldpreis wurde vom Internetportal "forstpraxis" ins Leben gerufen, das zum Deutschen Landwirtschaftsverlag gehört. Über ein Online-Voting können User entscheiden, wer den Preis erhält. Die Abstimmung läuft noch bis zum 14. Juni. Die Sieger werden am 21. Juni gekürt.

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