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Dixi-Klo in die Luft gejagt

Nahe dem Sebnitzer Ortsteil Ottendorf rumste es gewaltig. Das Toilettenhäuschen einer Baufirma wurde gesprengt. Nicht die erste Attacke.

Die unheimliche Sprengserie in der Sächsischen Schweiz geht weiter.
Die unheimliche Sprengserie in der Sächsischen Schweiz geht weiter. © Steffen Unger

Die mysteriösen Sprengattacken in der Sächsischen Schweiz gehen offenbar weiter. Am Wochenende wurde das Dixi-Klo einer Baufirma komplett gesprengt. Die Straßenbauer beheben derzeit Schäden an der Kreisstraße zwischen Ottendorf und dem Kirnitzschtal. Aus diesem Grund ist die Straße auch voll gesperrt.  Für ihre Notdurft hatten sie zwei Toilettenhäuer, wovon am Montag nur noch eins übriggeblieben ist. Offenbar war es schon die zweite Attacke auf dieser Baustelle. Der Knall muss auf jeden Fall bis ins benachbarte Ottendorf zu hören gewesen sein. Die Sprengkraft war jedenfalls ziemlich hoch, da das Häuschen komplett zerstört wurde. 

Das gesprengte Dixi-Klo ist vermutlich Teil einer ganzen Serie von Anschlägen deren Spuren sich seit Mitte Juli quer durch die Sächsische Schweiz ziehen. Auffallend ist, das die Sprengsätze meist nur an Freitagen und den Wochenenden zünden. Ansonsten gibt es wohl keine weiteren offensichtlichen Übereinstimmungen. Bemerkenswert ist allerdings, dass sich die Täter Ziele entlang des Kirnitzschtales sowie im Sebnitzer, Neustädter und Hohnsteiner Raum gesucht haben. Sprengsätze dieser Art wurden im betreffenden Zeitraum im linkselbischen Bereich nicht gezündet oder sind zumindest nicht bekannt. 

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Glück im Unglück

Eine Aktion am letzten Augustwochenende führte die Polizei sogar zu möglichen Tatverdächtigen, drei jungen Deutschen. Gegen diese wird noch ermittelt. Vielleicht sind sie ja tatsächlich für die unheimlichen Anschläge seit Anfang Juli in der Sächsischen Schweiz verantwortlich und vielleicht haben sie ja auch das Dixi-Klo in die Luft gejagt. Nicht auszudenken wäre allerdings gewesen, wenn der Sprengsatz nicht sofort, sondern erst Tags darauf bei Benutzung des Klos gezündet hätte. Dann wäre neben Sachschaden auch noch Personenschaden zu beklagen gewesen.

Auf das Konto von dem oder der Täter gehen mittlerweile mehrere Anschläge, wobei vielleicht noch gar nicht alle entdeckt wurden. Begonnen hat die Serie wohl in der Nacht zum 24. Juli, als in Bad Schandau der Briefkasten einer Fahrschule gesprengt wurde. Dabei gingen die Scheiben der Eingangstür zu Bruch und ein Auto wurde beschädigt. Auch hier wurde nur durch Zufall niemand verletzt.

An weiteren Tagen wurde der Zigarettenautomat am Lichtenhainer Wasserfall im Kirnitzschtal gesprengt. Am Nassen Grund ebenfalls im Kirnitzschtal wurden ein Toilettenhäuschen und der Parkscheinautomat in die Luft gejagt. Der Werbeaufsteller der Forellen- und Fischzucht Ermisch an der Kirschallee zwischen Sebnitz und Neustadt sowie eine Wanderhütte am Ungerberg in Rugiswalde wurden zerstört. Auch  zwei Figuren am Straßenrand im Hohnsteiner Ortsteil Lohsdorf wurden zerfetzt. 

Die entstandenen Schäden sind noch nicht beziffert.  Die Polizei ermittelt noch weiter gegen die drei Deutschen wegen Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion. Ob sie am vergangenen Wochenende wieder unterwegs waren, ist bislang nicht bekannt. Unklar ist auch, ob den drei Tatverdächtigen etwas nachgewiesen werden konnte. Die Aussagen der Polizei dazu stehen noch aus.

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