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Borkenkäfer frisst sich durch neue Wandergebiete

Die AG Wege hat weitere Schritte zur Offenhaltung von Wanderwegen im Nationalpark Sächsische Schweiz festgelegt. Neun Wege sind bald dran.

So sieht es in Teilen des Nationalparks aus, hier der rot markierte Wanderweg, der unterhalb der Gleitmannswände und des Heringsteins entlang führt.
So sieht es in Teilen des Nationalparks aus, hier der rot markierte Wanderweg, der unterhalb der Gleitmannswände und des Heringsteins entlang führt. © Mike Jäger

Die Emotionen um die gesperrten Wanderwege und Bergpfade in der Nationalparkregion Sächsische Schweiz haben sich etwas gelegt. Das möge zum einen daran liegen, dass die Zusammenarbeit innerhalb der AG Wege offenbar konstruktiver geworden ist. Zum anderen wurden bereits einige Wege freigeschnitten, andere wieder begehbar gemacht. Weitere sollen nach den vom Sächsischen Bergsteigerbund vorgelegten Stufenplänen in den nächsten Monaten folgen. Darüber hinaus werden in einem speziellen Projekt die Borkenkäfersituation auf allen Wegen im Nationalpark erfasst. Es gibt aber auch schlechte Nachrichten. Nun sind auch in der Vorderen Sächsischen Schweiz beliebte Wandergebiete betroffen.

Wandern und Klettern kann man in der Sächsischen Schweiz aber trotzdem. Es gibt noch ausreichend offene Wege. Mehr dazu findet man auf der Internetseite der Nationalparkverwaltung Sächsische Schweiz. Dort gibt es auch Hinweise auf gefahrlose Touren.

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Der Besuch des Ministerpräsidenten als Reaktion auf den "Beschwerdebrief" aus der Nationalparkregion habe eine positive Entwicklung beim Thema "Unpassierbare Wanderwege" in Gang gebracht. "Statt wie zur letzten Beratung der AG Wege Ende April zu bedauern, was alles wegen fehlender Kapazitäten nicht geht, wurde in der neuerlichen Beratung seitens der Nationalparkverwaltung vorgetragen, was alles zeitnah geht", sagt Peter Rölke vom Sächsischen Bergsteigerbund (SBB).

Diese Wege sind als Nächstes dran

In der Beratung wurde festgelegt, welche Wege nach dem Stufenplan des Sächsischen Bergsteigerbundes als nächstes frei gesägt werden sollen. Die Nationalparkverwaltung hat für neun Wege bei der Landesdirektion als Oberste Naturschutzbehörde Sachsens entsprechende Anträge gestellt. Letztere wird nun prüfen, ob die Wege vorsorglich freigeschnitten werden dürfen. Eine Genehmigung vorausgesetzt, könnten ab Ende August die Arbeiten beginnen. Aufgrund des fortschreitenden Borkenkäferbefalls sei bei allen Beteiligten die Notwendigkeit raschen Handelns unstrittiger Konsens, was auch die Prüfung an weiteren Wegen beinhalte, heißt es aus der Nationalparkverwaltung.

Um weitere Wege vorsorglich freischneiden zu können, ist ein naturschutzrechtliches Befreiungsverfahren notwendig. Das soll jetzt für insgesamt neun Wanderwege beziehungsweise Bergpfade angestrebt werden. Das sind: Hohfelds Graben, Roßsteig, Quenenweg, Heringsgrund, Schrammsteinweg, Ostrauer Lehne, Schießgrund, Lattengrund sowie die Alte Kuhstallstraße. Die ersten acht Wege sind im Stufenplan des Bergsteigerbundes mit enthalten. Die Alte Kuhstallstraße ist neu mit dazu gekommen.

Malerweg auf zehn Kilometern Länge betroffen

Die Untersuchungen der Baumbestände entlang des Malerwegs im hinteren Teil des Nationalparks Sächsische Schweiz ist abgeschlossen. Die Ergebnisse sind ausgewertet. Nunmehr geht man davon aus, dass in einzelnen Abschnitten mit insgesamt etwa zehn Kilometern Länge akuter Handlungsbedarf besteht. Das entspricht etwa 33 Hektar. Der Malerweg selbst ist 116 Kilometer lang. Die gefährlichen Abschnitte des Malerwegs im hinteren Teil sollen in der kommenden Herbst- und Wintersaison bearbeitet werden. Aktuell laufen jetzt die Untersuchungen des Malerwegs im vorderen Teil der Sächsischen Schweiz.

Gute Neuigkeiten gibt es für die Rettungswege im Nationalpark. Ein Teil von ihnen konnte bereits freigesägt werden. Die Landesdirektion hat nun die Ausnahmegenehmigung für weitere Wege erteilt. Das heißt, dass ab Mitte August auch wieder an den Rettungswegen gearbeitet werden kann. Entlang dieser werden in genau abgestimmten Korridoren weitere betroffene Bäume gefällt, beziehungsweise bereits umgestürzte Bäume beiseite geräumt. Gerade im Wander- und Klettergebiet Sächsische Schweiz ist es wichtig, diese Wege freizuhalten. Bei Unfällen oder Waldbränden müssen die Retter schnell zur Stelle sein.

Der Rettungsweg durchs Tal am Großen Zschand wurde als Rettungsweg bereits frei geschnitten. Hier sieht man schon die neue Vegetation, die sich durch das gewonnene Licht entwickelt. Typisch für solche Flächen sind zum Beispiel der Fingerhut. Auch neue Baumarten sprießen wie Birken und Ebereschen, aber auch wieder kleine Fichten sind ausgekeimt.

Der Weg durch den Großen Zschand unten im Tal wurde bereits frei geschnitten, da es sich um einen Rettungsweg handelt. Der Wegabschnitt ist zwischen Zeughaus und tschechischer Grenze.
Der Weg durch den Großen Zschand unten im Tal wurde bereits frei geschnitten, da es sich um einen Rettungsweg handelt. Der Wegabschnitt ist zwischen Zeughaus und tschechischer Grenze. © Mike Jäger

Auf manchen Wegen bleibt es kritisch

Nach wie vor wird es aber so sein, dass nicht alle Wanderwege und Bergpfade frei geschnitten werden können. Besonders kritisch wird es zum Beispiel an der Kahntilke, dem Bergsteig und dem Heringsloch. Der Sächsische Bergsteigerbund weist darauf hin, dass es wichtig sei, Verbindungswege zu erhalten. In manchen Abschnitten wird das offenbar schwierig. Genannte Wege werden von der Nationalparkverwaltung als kritisch eingeschätzt. Aus Gründen der Arbeitssicherheit müsste dort mit Forsttechnik gearbeitet werden. Das aber lassen die Geländegegebenheiten nicht zu, sagt die Nationalparkverwaltung.

Dramatisch wird die Situation im vorderen Teil des Nationalparks. Hier nehmen die Befallszahlen von Fichten fast täglich zu. Die Nationalparkverwaltung will hier demnächst Spezialtechnik für Fällungsarbeiten an abgestorbenen Fichtenbeständen testen. Klappt das, könnten bereits unpassierbare Wege wieder begehbar gemacht werden.

Doch schon treten weitere Probleme auf. Im Gebiet der vorderen Sächsischen Schweiz breitet sich der Borkenkäfer offenbar auch weiter aus. So sind unter anderem Wege im Wandergebiet der Schwedenlöcher unterhalb der Bastei bedroht oder auch das Polenztal, welches bislang offenbar noch weitestgehend verschont geblieben ist.

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