merken
PLUS Sebnitz

Sächsische Schweiz: Flutwelle reißt Wasserfall mit

Vom traditionellen Lichtenhainer Wasserfall im Kirnitzschtal ist nicht mehr viel übrig. Was Gastwirtin Elisabeth König jetzt vorhat.

Wirtin Elisabeth König vor der zerstörten Anlage am Lichtenhainer Wasserfall.
Wirtin Elisabeth König vor der zerstörten Anlage am Lichtenhainer Wasserfall. © Daniel Förster

Die historische Anlage, die dem Lichtenhainer Wasserfall seinen traditionsreichen Namen gegeben hat, ist kaputt. Zerstört bei der Flutwelle vor sechs Wochen. Dort wo früher in einem großen Schwall das Wasser herab rauschte, ist ein großes Loch. Denkt Elisabeth König an den 17. Juli zurück, sitzt der Schock noch immer tief.

VARO Direct
Grüner heizen, Haushaltskasse entlasten
Grüner heizen, Haushaltskasse entlasten

Kunden von VARO Energy Direct können jetzt im Rahmen einer besonderen Aktion viel Geld beim Brennstoffeinkauf sparen.

Der erste Stein sei ihr vom Herzen gefallen, als sie wusste, "Alle leben noch. Der nächste Stein fiel, als ich sah, dass das Wasser und Schlamm nur vor und nicht im Haus waren", erinnert sich Elisabeth König. Erst einen Tag später als das Wasser im Lichtenhainer Dorfbach zurückging, habe sie gesehen, was die Flutwelle am Wasserfall angerichtet hat. Die Frontansicht hat sich komplett verändert, ist nicht mehr wiederzuerkennen. Schlamm, Geröll und jede Menge Erdreich, Steine und Sträucher und Äste schossen mit dem Dorfbach ins Tal, haben alles zerstört, was im Wege war. Und vermutlich wurden so auch die dicken Sandsteinquader mitgerissen. Der Zulauf für den Dorfbach in das Staubecken ist komplett verschwunden. Der Flusslauf in diesem Bereich ist extrem ausgespült. Die Terrassen für den Überlauf sind nicht mehr zu erkennen. Auch das Staubecken wurde zerstört.

So sah der Wasserfall vor der Flutwelle. aus.
So sah der Wasserfall vor der Flutwelle. aus. © Archiv/Marko Förster

Der Dorfbach spuckt zwar noch etwas Wasser über die verbliebenen Sandsteinfelsen. Aber das riesige Loch darüber ist deutlich zu sehen. Den traditionellen Wasserfall wie ihn die Touristen lieben, den gibt es nicht mehr. Für Elisabeth König steht fest, die historische Anlage muss wieder neu errichtet werden. Schließlich ist man darauf auch stolz. Denn die Gaststätte wurde 1852/53 bewusst neben dem vom Lichtenhainer Dorfbach erzeugten Wasserfall gebaut und danach benannt.

Den Wasserfall gibt es aber viel länger. Schon Götzinger, der Chronist der Sächsischen Schweiz, erwähnt Jahrzehnte vorher in seinem 1812 erschienenen Werk "Schandau und seine Umgebungen" den Wasserfall. Dieser schien den damaligen Ausflüglern nicht gewaltig genug, sodass man gegen 1830 den Bach mit einem aufziehbaren Wehr anstaute. Ein Lichtenhainer Bürger bekam das Amt des Wasserfallziehers, der in einer Rindenhütte einen kleinen Ausschank unterhielt und gegen ein Trinkgeld für die Ausflügler die Stauanlage für einige Minuten öffnete.

Der Dorfbach plätschert jetzt nur noch leise herunter.
Der Dorfbach plätschert jetzt nur noch leise herunter. © Daniel Schäfer

Nachdem das Gasthaus 1852 erbaut wurde, ergänzte es sich mit dem Wasserfall. Und die jeweiligen Wirtsleute sind für die Funktionsfähigkeit des Wasserfalls zuständig, der nach wie vor zahlreiche Gäste anzieht. Und das ist nun in bereits fünfter Familiengeneration Elisabeth König. Der Lichtenhainer Wasserfall wurde zu einem wichtigen Knotenpunkt auf dem Fremdenweg zum Kuhstall, Winterberg und Prebischtor. Hier konnte man Führer, Saumtiere oder Träger mieten. Die historische Stauanlage wurde 1994 restauriert und seitdem wird wieder alle halben Stunden das Wehr gezogen, um einen mächtigen Wasserschwall herabschießen zu lassen.

Spenden und Unterstützung sind willkommen

Und weil eben Gasthaus und Wasserfall untrennbar verbunden sind, soll er auch wieder aufgebaut werden. "Wir brauchen dazu aber professionelle Hilfe und finanzielle Unterstützung", sagt Elisabeth König. Nach ersten Schätzungen beläuft sich der Schaden auf 250.000 Euro. Das kann die Wirtin nicht einfach so auf den Tisch blättern. Deshalb hoffen sie und ihre Familie auf Spenden. Diese werden unter anderem zum Entfernen der Schlamm- und Sandmassen aus dem Staubecken verwendet. Außerdem muss ein neuer Vorfluter aufgebaut werden, damit der Dorfbach auch in das Staubecken laufen kann, um dort angestaut werden kann. Erst dann kann auch das Wehr wieder traditionell geöffnet werden. Außerdem muss die Wassertreppe für den Überlauf neu aufgebaut werden. Das ist wichtig, damit das überschüssige Wasser an der Seite kontrolliert ablaufen kann. Familie König ist über jede Spende und Unterstützung dankbar.

Bankverbindung: König, Elisabeth und Rainer, comdirect bank AG,
Iban: DE05 2004 1133 0770 9736 00,
Verwendungszweck: Wasserfallanlage

Mehr zum Thema Sebnitz