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Forststeig: Freie Bahn für Designerhütten

Studenten der TU Dresden haben neue Übernachtungsplätze für den Trekkingpfad entworfen. Jetzt steht fest, wo diese aufgebaut werden.

Gehört zu den Siegern: Der Entwurf von Leonard Faust wird in den kommenden Wochen am Forststeig gebaut.
Gehört zu den Siegern: Der Entwurf von Leonard Faust wird in den kommenden Wochen am Forststeig gebaut. © Leonard Faust

Noch in dieser Saison sollen Wanderer am Forststeig Elbsandstein in neuen Trekkinghütten übernachten. Entlang der rund 110 Kilometer langen Trekkingroute, die durch die Sächsische und Böhmische Schweiz führt, sollen neue Schutzhütten gebaut werden. Darin sollen bis zu vier Personen einen nächtlichen Unterschlupf finden.

Die Hütten haben Studenten an der Professur für Gebäudelehre der Technischen Universität Dresden entworfen. Sie hatten sich im vergangenen Wintersemester mit dem Forststeig beschäftigt. Ihre Aufgabe: neue Übernachtungsplätze kreieren, die aus natürlichen Materialien gebaut, wetterfest, transportabel und so klein wie möglich sind. Das waren die Wünsche, die der Sachsenforst an die Studenten stellte.

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Ausgefallene Ideen für den Forststeig

Die Studenten konnten sich ansonsten kreativ austoben. Und das taten sie auch. In einem internen Wettbewerb reichten die angehenden Architekten 13 teils ausgefallene Entwürfe ein, die mit traditionellen Waldhütten nur wenig gemein haben. Eine Jury mit Vertretern des Sachsenforstes und Architekten suchten daraus die besten zwei Entwürfe aus. Diese sollen nun tatsächlich gebaut und am Forststeig aufgestellt werden.

Bei den Siegerentwürfen handelt es sich um überdimensionale "Futterkrippe", die Studentin Luise Schuhmann erarbeitet hat. Unter deren Dach befindet sich ein Schlafboden, der Platz für vier Personen bietet. Auch Gepäck kann hier unterkommen.

Wie eine Futterkrippe: Die Übernachtungsmöglichkeiten gibt es hier unter dem Dach.
Wie eine Futterkrippe: Die Übernachtungsmöglichkeiten gibt es hier unter dem Dach. © Luise Schuhmann

Ebenerdig gibt es zudem eine etwa 3,50 Meter lange Tafel, an der Wanderer Platz nehmen und picknicken können. Der Entwurf, der funktional ist und Menschen zusammenbringt, überzeugte die Jury mit Abstand am meisten.

Platz zwei teilen sich Leonard Faust und Julia Hottenbacher. Ihre beiden Entwürfe ähneln Kokons, die auf Stelzen stehen. Am Forststein soll eine Mischung aus beiden gebaut werden.

Ein "Kokon" auf Stelzen stellt sich Studentin Julia Hottenbacher am Forststeig vor.
Ein "Kokon" auf Stelzen stellt sich Studentin Julia Hottenbacher am Forststeig vor. © Julia Hottenbacher

Inzwischen steht auch fest, wo die Designerhütten geplant sind. Die "Futterkrippe" wird am "Zehrborn-Biwak" im hinteren Bielatal unterhalb der Grenzplatte gebaut. Der "Kokon" soll am "Quirl-Biwak" südlich von Pfaffendorf einen Platz finden. Das verrät Uwe Borrmeister, Leiter des Forstbezirkes Neustadt.

Am "Zehrborn-Biwak" im hinteren Bielatal kann bislang nur gezeltet werden. Im Spätsommer entsteht hier eine neue Schutzhütte.
Am "Zehrborn-Biwak" im hinteren Bielatal kann bislang nur gezeltet werden. Im Spätsommer entsteht hier eine neue Schutzhütte. © Uwe Borrmeister/Sachsenforst

Im aktuellen Sommersemester wird eine neue Gruppe von Studenten nun Werksentwürfe erstellen, die die Grundlage für den späteren Bau sind.

Auch für die aktuelle Runde müssen noch einige Fragen geklärt werden. Welche Dimensionen haben die Balken? Wie sind sie miteinander verbunden? Die Studenten stehen in diesem Prozess eng mit den Mitarbeitern des Sachsenforstes in Verbindung. Denn sie wissen genau, welche Voraussetzungen eine Hütte erfüllen muss. "Wir hoffen, dass die neuen Schutzhütten im September aufgestellt werden", sagt Borrmeister.

Seit dem 16. Juni können Wanderer am Forststeig wieder regulär in den fünf Trekkinghütten und an den sechs Biwakplätzen in eigenen Zelten übernachten. Zuvor war nur Campieren an den Biwaks erlaubt - mit genügend Abstand.

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