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Frau stürzt acht Meter in die Tiefe

Die Bergwacht Bad Schandau und Sebnitz musste zu zahlreichen Einsätzen im Elbsandsteingebirge ausrücken. Eine junge Frau verunglückte in den Affensteinen.

Am Sonnabend wurde eine junge Frau in der Sächsischen Schweiz durch die Bergwacht gerettet.
Am Sonnabend wurde eine junge Frau in der Sächsischen Schweiz durch die Bergwacht gerettet. © Marko Förster

Wieder kam es zu zahlreichen Einsätzen für die freiwilligen Retter der Bergwacht-Alarmgruppen Bad Schandau und Sebnitz in dieser Woche.

Durch das unvermindert hohe Besucheraufkommen in der Sächsischen Schweiz und in der gesamten bisherigen Saison kommt es immer wieder zu Wander- und Kletterunfällen. Allein die Alarmgruppen melden 57 Einsätze, dabei sind die Dienste an den Wochenenden, wenn die Wachen im Bielatal und Rathen besetzt sind, noch nicht eingerechnet. Dieses Jahr wird es wohl rund 100 Einsätze im Elbsandsteingebirge geben. 

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Am Sonnabend, gegen 8 Uhr, wurden die Mitglieder der Alarmgruppe gerufen. Eine junge Frau war auf der Steiganlage durch die "Wilde Hölle" in den Affensteinen nach einem Fehltritt auf glitschig-moosigem Fels abgerutscht und rund acht Meter in die Tiefe auf Felsblöcke gestürzt.

Die zuerst eintreffende Bereitschaft Bad Schandau lotste auch den Rettungsdienst vor Ort und übernahm die Erstversorgung, die dann vom Bergwacht-Arzt, der mit der nachfolgenden Bereitschaft Sebnitz etwas später eintraf, fortgeführt wurde.

Aufgrund der schweren Verletzungen (Polytrauma) wurde ein Rettungshubschrauber Christoph 62 von der DRF-Station in Bautzen angefordert. So konnte die Patientin aus dem Felskessel der „Wilden Hölle“ per Windenrettung herausgeholt werden. Bereits sieben Minuten später landete der Hubschrauber auf dem Dach einer Dresdner Klinik.

Das war zwar der schwerwiegendste, aber nicht der einzige Einsatz diese Woche. Bereits am Mittwoch und am Donnerstag absolvierte die Alarmgruppe insgesamt vier Einsätze und am Sonnabend musste die Hüttendienstmannschaft aus Rathen zu drei Einsätzen in Rathen, Schmilka und im Brandgebiet ausrücken.

Die ehrenamtlich tätigen Bergwächtler kommen damit auch immer mehr an ihre Belastungsgrenze. Vor allem personell unter der Woche, wo sich die Verfügbarkeit auf eine Handvoll Kameraden reduziert. Die Wochenendabsicherung von den Wachen Bielatal und Rathen wird aufgrund ihrer dezentralen Lage und nicht mehr zeitgemäßen Ausstattung auch immer mehr zur Herausforderung. Hier ist vermehrt die Politik gefordert, um einerseits die gesetzlichen Grundlagen (Anpassung BRKG Sachsen) und andererseits die strukturellen und technischen Möglichkeiten (Standort und Ausstattung Rettungswachen Bergwacht) zu schaffen.

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