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Freie Fahrt für Sebnitz-Touristen

Urlauber in Sebnitz können künftig in der gesamten Sächsischen Schweiz kostenlos mit Bus und Bahn fahren. Im Gegenzug steigt die Kurtaxe.

Mit dem Regionalbus durch die Sächsische Schweiz fahren? Mit der Mobilitätskarte können Touristen das ohne zusätzliches Ticket tun.
Mit dem Regionalbus durch die Sächsische Schweiz fahren? Mit der Mobilitätskarte können Touristen das ohne zusätzliches Ticket tun. © Oberthür

Wer in Hinterhermsdorf, Mittelndorf oder Altendorf, in Sebnitz direkt oder in einem der weiteren Ortsteile der Stadt Urlaub macht, der kann bald ohne großes Nachdenken in den nächstbesten Bus oder Zug steigen und die Sächsische Schweiz erkunden. Mit Jahresbeginn 2021 führt Sebnitz die "Gästekarte mobil" des Tourismusverbands Sächsische Schweiz ein. Das hat der Stadtrat am Mittwochabend beschlossen. 

Mit dieser Mobilitätskarte können Touristen den kompletten Nahverkehr des Verkehrsverbunds Oberelbe (VVO) in der Sächsischen Schweiz ohne zusätzliches Ticket nutzen. Dazu gehören alle Linienbusse im Gebiet zwischen Stolpen und Bad Gottleuba sowie von der tschechischen Grenze bis nach Heidenau. Des Weiteren die Nationalparkbahn, die Bahn von Sebnitz über Neustadt nach Pirna sowie die S-Bahn im Elbtal. 

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Ausgenommen sind die historische Kirnitzschtalbahn, das Wanderschiff auf der Elbe sowie die grenzüberschreitende Fähre Schöna-Hrensko. Sie gelten als Sonderverkehrsmittel. Auch bis nach Dresden reicht der Geltungsbereich der Karte nicht. Wer als Sächsische-Schweiz-Urlauber die Landeshauptstadt besuchen will, muss dann aber nur noch für die eine Tarifzone in Dresden ein Ticket lösen, nicht für drei Zonen wie bisher.   

Nachfrage bei den Gästen ist da

"Die Mobilitätskarte ist ein deutlicher Mehrwert für den Gast und ein deutlicher Beitrag zum Umweltschutz", sagte Oberbürgermeister Mike Ruckh (CDU). Zunächts habe die Stadt angesichts der Corona-Pandemie mit der Einführung noch warten wollen. Über den Sommer aber hätten die Vermieter Druck gemacht. Sie fürchteten Wettbewerbsnachteile, die Nachfrage seitens der Gäste nach dem Freifahrtschein sei da.

Gänzlich umsonst ist diese Mobilität nicht. Die Flatrate für den ÖPNV wird über eine Anhebung der Kurtaxe erkauft. Einen Euro mehr pro Tag als bisher müssen die Touristen in Sebnitz und seinen Ortsteilen künftig abdrücken: Von 1,50 Euro steigt die Kurtaxe ab dem 1. Januar auf 2,50 Euro pro Tag. Der ermäßigte Satz liegt bei 2 Euro täglich. 

Zuletzt hatte Sebnitz seine Kurtaxe 2017 angehoben. Damals führte die Stadt auch eine Unterscheidung zwischen Haupt- und Nebensaison ein. Die wird nun wieder aufgehoben. Der neue Tarif gilt das ganze Jahr.  

Der Tourismusverband Sächsische Schweiz wirbt bereits seit einiger Zeit für die Idee einer Mobilitätskarte für die gesamte Region. Die Touristiker haben das Angebot mit dem VVO ausgehandelt. Da den Verkehrsbetrieben durch die Karte direkte Fahrscheineinnahmen entgehen, erhalten sie zum Ausgleich Zahlungen aus den Kurtaxe-Geldern der Kommunen.

Bislang hatte nur die Stadt Pirna die mobile Gästekarte eingeführt. Dort gilt sie seit April 2020. Parallel zu Sebnitz zieht jetzt auch Königstein nach und führt die Mobilitätskarte ab der kommenden Saison ein. 

Andere Kommunen wollen nachziehen

In Bad Schandau und Reinhardtsdorf-Schöna existiert schon seit 2017 eine kleinere Variante. Dort können Touristen mit ihrer Gästekarte die Buslinie  252 (Schöna – Bad Schandau – Schmilka) sowie die Elbfähren im Stadtgebiet kostenfrei nutzen. Das Pilotprojekt mit dem Regionalverkehr RVSOE gilt als Erfolg. Die Fahrgastzahlen in den Bussen stiegen, die Rückmeldungen der Urlauber waren positiv. 

Der Wunsch des Tourismusverbands ist es, dass sich möglichst viele Städte und Gemeinden in der Sächsischen Schweiz dem Projekt anschließen. Das hatte Verbandschef Tino Richter schon im Herbst 2018 betont. Die normale Gästekarte ohne den ÖPNV-Bonus, mit der Touristen vergünstigten Eintritt in zahlreiche Einrichtungen erhalten, gehört heute in 13 Kommunen zum Standard. Das Ziel ist es, dass alle 13 auf die erweiterte Mobilitätskarte umstellen. 

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Die Kommunen seien prinzipiell alle interessiert, heißt es vom Tourismusverband. Derzeit laufen die Gespräche. Mit weiteren Mitstreitern rechnet der Verband ab 2022. Die Mobilitätskarte gehört vor allem mit Blick auf einen sanften Tourismus zu den wichtigen Projekten in der Region. So will man mehr Gäste zum Umsteigen in den öffentlichen Nahverkehr bewegen. Die noch frische Erinnerung an lange Autoschlangen und Parkplatzchaos während der Rekordsaison 2020 in der Sächsischen Schweiz dürfte diese Argumentation bestärken. 

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