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Hier fahren Urlauber bald kostenlos

Touristen in Sebnitz und Königstein können ab 2021 kostenfrei mit Bus und Bahn die Sächsische Schweiz erkunden. Weitere Kommunen arbeiten daran.

Von Altendorf zur Festung Königstein oder zu Lilienstein? Für Touristen ist das Busticket in der "Gästekarte mobil" inbegriffen.
Von Altendorf zur Festung Königstein oder zu Lilienstein? Für Touristen ist das Busticket in der "Gästekarte mobil" inbegriffen. © Steffen Unger

Pirna war in Sachen Nahverkehr und Tourismus der Vorreiter. Die Stadt hat die Mobilitätskarte des Tourismusverbands Sächsische Schweiz schon im vergangenen Frühjahr eingeführt und war damit die erste Kommune in der Region. Zum 1. Januar 2021 ziehen nun mit Sebnitz und Königstein zwei weitere Städte nach.

Touristen, die in Pirna, Sebnitz oder Königstein inklusive der jeweiligen Ortsteile eine Unterkunft buchen, können somit den kompletten öffentlichen Nahverkehr in der Sächsischen Schweiz ohne zusätzliches Ticket nutzen. Dazu gehören alle Linienbusse im Gebiet zwischen Stolpen und Bad Gottleuba sowie von der tschechischen Grenze bis nach Heidenau.

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Außerdem die Nationalparkbahn, die zwischen Sebnitz und Bad Schandau pendelt, die Bahnlinie Pirna-Neustadt-Sebnitz sowie die S-Bahn im Elbtal. Ausgenommen sind lediglich die historische Kirnitzschtalbahn, das Wanderschiff auf der Elbe sowie die grenzüberschreitende Fähre Schöna-Hrensko und die Fähre im Kurort Rathen.

Ein Ticket für die gesamte Sächsische Schweiz

Gänzlich kostenfrei ist diesen Angebot für die Urlauber natürlich nicht. Die "Gästekarte mobil" wird über die Kurtaxe finanziert. Diese wird in Sebnitz und in Königstein jeweils um einen Euro angehoben. Touristen, die im Sebnitzer Gemeindegebiet übernachten zahlen künftig 2,50 Euro pro Tag (vorher 1,50 Euro), in Königstein sind es 2,20 Euro.

Für die Urlauber ist das ein attraktiver Deal, wenn man bedenkt, dass eine Einzelfahrt für eine einzelne Tarifzone aktuell 2,50 Euro kostet. Mit der "Gästekarte mobil" bekommen Touristen eine Rund-um-die Uhr-Flatrate für vier Tarifzonen die Hand. Sie können mit ihrer Gästekarte einfach in den nächstbesten Bus steigen und sparen sich den Stress im Auto bei der Parkplatzsuche beispielsweise im Kirnitzschtal.

Nachfrage bei den Gästen ist da

In Sebnitz und Königstein waren es demnach auch die Hoteliers und Pensionsbetreiber, die sich für die Mobilitätskarte ausgesprochen haben. Sie sehen das neue Angebot als klaren Wettbewerbsvorteile. In der regulären Gästekarte, mit der Touristen als Gegenleistung für ihre Kurtaxe Vergünstigungen beim Eintritt zu vielen Sehenswürdigkeiten erhalten, ist der Freifahrtschein nicht inkludiert. Die Gäste hätten aber immer wieder danach gefragt.

Im Königsteiner Stadtrat wurden aber auch Wünsche laut, dass der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) doch bitte mehr Busse einsetzen möge. Gerade abends fahre auf den Dörfern oft nichts mehr. Auch eine Erweiterung der Mobilitätskarte bis nach Dresden gehörte zu den Anregungen aus Königstein.

Erweiterung bis Dresden wäre teurer

Die Ausweitung bis nach Dresden war von Beginn an eine Option, sagt dazu Tino Richter vom Tourismusverband Sächsische Schweiz, welcher das Angebot mit dem VVO ausgehandelt hat. "Wir haben uns im ersten Schritt nicht dafür entschieden." Diese Erweiterung wäre zwar attraktiv gewesen, hätte aber auf der anderen Seite auch bedeutet, dass die Anhebung der Kurtaxe noch höher hätte ausfallen müssen.

In der Abwägung habe sich der Verband zunächst für das Gebiet der Sächsischen Schweiz entschieden. Das entspreche einem Großteil der nachgefragten Fahrten. Der Ausflug nach Dresden per Bus oder S-Bahn ist freilich schon jetzt problemlos möglich. Die Touristen müssen dafür nur eine Anschluss-Fahrkarte lösen. Wenn die "Gästekarte mobil" in den kommenden Jahren gut angenommen wird, sei die Erweiterung bis Dresden aber eine Option, sagt Richter.

Bad Schandau folgt 2022

Die nächsten Kommunen für das Gästeticket stehen bereits in den Startlöchern. Bad Schandau will die "Gästekarte mobil" im Jahr 2022 einführen. Das kündigte Bad Schandaus Bürgermeister Thomas Kunack (WV Tourismus) gegenüber Sächsische.de an. Das Ziel sei es, mit der Mobilitätskarte in der gesamten Verwaltungsgemeinschaft zu starten, also auch in Rathmannsdorf und Reinhardtsdorf-Schöna.

Ursprünglich wollten die Kommunen auch schon 2021 mit dabei sein, aufgrund der Corona-Krise wurde das Ganze jedoch verschoben. Gerade die Hotels bräuchten einigen Vorlauf, um die neuen Konditionen mit den Reiseveranstaltern auszuhandeln, erklärt Kunack. In Rathmannsdorf wird zudem bisher noch gar keine Gästetaxe erhoben, hier muss zunächst eine entsprechende Satzung beschlossen werden.

Gespräche in Hohnstein und Gohrisch

Gespräche zur Mobilitätkarte hat es außerdem bereits mit Gohrisch und mit Hohnstein gegeben, verrät der Tourismusverband. "Wichtig ist immer auch eine gute Verkehrsanbindung der Kommunen mit ihren Ortsteilen", erklärt Verbandsgeschäftsführer Tino Richter. Ihn freue es deshalb sehr, dass Hohnstein in der Saison 2021 endlich wieder an das Elbtal angebunden wird. Die neue Buslinie 254 soll während des Sommers täglich zwischen Bad Schandau, Hohnstein und der Bastei verkehren. "Das ist ein sehr wichtiger Schritt, um die Attraktivität der 'Gästekarte mobil' zu erhöhen", sagt Richter. "Unsere Gäste wird es sehr freuen."

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