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Drei Ideen für die Zukunft im Kirnitzschtal?

Rad fahren talaufwärts ist offenbar gefährlich. Jetzt gibt es weitere Aktivitäten und Ideen von engagierten Einwohnern.

Ullrich Jentzsch hat bereits eine Fotomontage von seinem Vorschlag angefertigt.
Ullrich Jentzsch hat bereits eine Fotomontage von seinem Vorschlag angefertigt. © Ullrich Jentzsch

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Schwerer Unfall mit Kirnitzschtalbahn

Schwerer Unfall mit Kirnitzschtalbahn

Im Kirnitzschtal in Bad Schandau kommt eine Frau mit einem E-Bike zu Fall. Dann wird sie von der Straßenbahn erfasst.

Das Thema Rad fahren im Kirnitzschtal nimmt an Fahrt auf. Drei schwere Unfälle hatte es innerhalb kurzer Zeit gegeben. Der Ruf nach mehr Sicherheit für Radfahrer im Kirnitzschtal wird lauter. Nachdem Sächsische.de auf die Gefahr hingewiesen hatte, gibt es jetzt noch mehr Ideen von Sächsiche.de-Lesern, wie die Radler im Kirnitzschtal geschützt werden können, zumindest diejenigen, die ungeübt sind  und nur mal im Urlaub vom Auto auf das Rad umsteigen. Sächsische. de fasst die Ideen zusammen.

Erste Idee: Fahrräder huckepack talaufwärts

Der Sebnitzer Ullrich Jentzsch, selbst Kraftfahrer und auch Radfahrer hat sich mit dem Thema in seiner Freizeit beschäftigt. Und er kommt zu einem einleuchtenden Fazit. "Wie wäre es denn, wenn die Kirnitzschtalbahn den Radlern ein Angebot zur Mitnahme der Fahrräder macht, vielleicht mit einem Hänger? Statt der gefährlichen Fahrt das Kirnitzschtal hinauf könnten sie stattdessen das Erlebnis der einzigartigen Straßenbahnfahrt genießen", sagt er. Ab dem Nassen Grund könnten sie dann auf der Radroute des Nationalparks oder ab Lichtenhainer Wasserfall weiterfahren oder einfach Wandern gehen. Im Prinzip so wie beim Bus im Regionalverkehr. Das Radfahrerlebnis im Kirnitzschtal könne man sich ja für die ungefährlichere Rückfahrt aufheben. Um das zu demonstrieren hat er eine Fotomontage angefertigt. Natürlich müsse die Mitnahme zu einem erschwinglichen Preis erfolgen, sagt er. Dann wäre noch das Rangierproblem, damit der Hänger in beiden Richtungen am Ende der Bahn fährt. Doch auch da hat er einen Vorschlag. " Ich weiß nicht, ob es bahntechnisch erlaubt ist, einen bereiften Anhänger mitzuführen. Wahrscheinlich nicht. Dann müsste eben ein Bahndrehgestell drunter", sagt der Sebnitzer. Der Vorteil liegt auf der Hand. Das Kirnitzschtal mit seiner Traditionsbahn könnte dann mit einer echten Weltneuheit für sich werben.

Zweite Idee: Zusätzliche Warnschilder

Coronabedingt waren in diesem Jahr definitv mehr Radfahrer im Kirnitzschtal unterwegs und zum Teil auch Ungeübte. Dass es einige Übung braucht, um mit dem Fahrrad auch Schienenquerungen zu meistern, das bestätigte Konrad Krause vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) gegenüber Sächsische.de bereits. Deshalb gab es auch die Idee, zusätzliche Warnschilder anzubringen. Auf diesen sollten die Radfahrer auf die komplizierte Situation mit der Kirnitzschtalbahn hingewiesen werden. In anderen Bundesländern gibt es die bereits. Dort wird explizit auf Stolperfallen für Radler hingewiesen. Sicherlich eine schnelle und kostengünstige Variante.

Dritte Idee: Ein Radweg

Der Bad Schandauer Kartograph und Stadtrat Rolf Böhm holt eine Idee hervor, die bereits vor 20 Jahren geboren, aber nie umgesetzt wurde. "Man bräuchte ja nur einmal einen Radweg außerhalb des Straßenbaukörpers anlegen. So, wie man das überall macht und so, wie sich das beim Elberadweg bestens bewährt hat", sagt er. Und als Experte weiß er, dass in der Landeskonzeption Sachsennetz Rad der Kirnitzschtalradweg als Teilabschnitt des Radfernweges Sächsische Mittelgebirge unter Nummer SNR I-6 bereits ausgewiesen ist. Übrigens dürfte es dafür auch Fördermittel geben und Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) ermutigte die Bürgermeister unlängst sogar, mit mehr Nachdruck Radwege einzufordern. Ob das auch hier funktioniere, würde Rolf Böhm wohl eher bezweifeln. "So ein Radweg versiegelt wertvolle Naturflächen. Da wird die Luft schnell dünn. Gewiss, manchmal sind Teillösungen und Kompromisse möglich", schreibt er in seiner E-Mail an Sächsische.de. Doch er glaube nicht, dass dies in der Sächsischen Schweiz gelingen würde. Er ließe sich da gern eines Besseren belehren, aber er denkt, dass in der Sächsischen Schweiz die Chancen dafür eher gering seien. Es sei aber nicht so, dass hier überhaupt keine Lösung möglich wäre. Überall woanders würde man so einen Radweg bauen. Davon ist er fest überzeugt.

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