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Junior Ranger üben mit der Bergwacht in der Sächsischen Schweiz

Mit dem Junior-Ranger-Programm des Nationalparks lernen Kinder die Natur im Elbsandsteingebirge kennen. Auch Erste Hilfe gehört dazu.

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Junior Ranger aus Lohmen mit der Bergwacht Bad Schandau auf der Wildwiese unterhalb der Schrammsteine im Nationalpark.
Junior Ranger aus Lohmen mit der Bergwacht Bad Schandau auf der Wildwiese unterhalb der Schrammsteine im Nationalpark. © Nationalpark/M. Hänsel

Ein guter Ranger kennt sich in der Natur aus, benötigt zudem auch Kenntnisse in Erster Hilfe. Daher trafen sich kürzlich die acht Junior Ranger aus Lohmen und ihre beiden Betreuer von der Nationalparkwacht, Frank Kowalzik und Marko Hänsel, mit der Bergwacht aus Bad Schandau auf der Wildwiese bei Ostrau unterhalb der Schrammsteine. Dass diese Kenntnisse hilfreich sind, zeigen die 158 Einsätze der Bergwacht von 2023.

Für die acht Kinder aus Lohmen ist es der letzte Tag einer intensiven dreijährigen Naturerfahrungszeit. Im Selbstversuch testen sie zunächst die Funktionalität des Rettungsmittels Luftbett. Die "Patienten" legen sich abwechselnd in dieses Bett und ein "rettender" Junior Ranger saugt mittels Luftpumpe die Luft aus der integrierten Schiene, sodass sich diese stabil an den Körper anlegt und der Patient nicht mehr verrutschen kann. Danach wird das Bett als Rettungssack ordentlich verschlossen.

Jens Hertel und Jakob Hagen von der Bergwacht Bad Schandau simulieren anschließend ein Drehen des Rettungssackes unter dem Hubschrauber und zeigen damit anschaulich, dass ein Herausfallen des Patienten gar nicht möglich ist. Im Notfall ist dies ein Vorgang, der absolute Konzentration erfordert. Bei der Übung löst es Heiterkeit bei den Junior Rangern aus.

Knoten, Rollen und Flaschenzug

Bei der nächsten Übung dreht sich alles um das Bergen im unwegsamen Gelände. Es beginnt mit einer Einheit in Knotenkunde; einige Knoten kennen die Kinder bereits. Diese kommen direkt zum Einsatz, wenn es darum geht, zum Beispiel schwerere Patienten bergen zu können.

Damit realitätsnahe Bedingungen simuliert werden können, kommt hier das Quad der Bergwacht mit Fahrer zum Einsatz. Es sind alle acht Junior Ranger nötig, um das Quad am Seil bewegen zu können. Wie es auch anders geht, zeigt nun Jens Hertel: Es werden verschiedene Rollensysteme bis hin zum Flaschenzug eingebaut. Bei der losen Rolle sind nur noch zwei Kinder nötig. Zum Schluss kann Junior Ranger Tim mithilfe des Flaschenzuges das Quad alleine über die Wiese ziehen.

"Ich bin der Bergwacht sehr dankbar", sagt Marko Hänsel von der Nationalparkwacht zum Abschluss des Tages. Für die Lohmener Kinder sei es ein krönender Abschluss von drei Jahren als Junior Ranger gewesen. Je nach Möglichkeit kann es für einige als Volunteer Ranger, im ehrenamtlichen Naturschutz oder in ein paar Jahren auch als Mitarbeiter in einem Nationalpark weitergehen. "Ich würde es mir wünschen", sagt Hänsel.