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Kretschmer soll in den Nationalpark kommen

Auf einen Brandbrief aus der Tourismusregion Sächsische Schweiz hat der Ministerpräsident nicht geantwortet. Jetzt wird er zum Ortstermin eingeladen.

Fichtenmikado in der Hinteren Sächsischen Schweiz. Das ist erst der Anfang, fürchten Tourismusvertreter.
Fichtenmikado in der Hinteren Sächsischen Schweiz. Das ist erst der Anfang, fürchten Tourismusvertreter. © Mike Jäger

Drei Wochen ist es her, dass Landrat, Bürgermeister, Bergsteigerbund und der Tourismusverband Sächsische Schweiz in einem gemeinsamen Brief an Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) öffentlich um Hilfe gerufen haben. Sie sehen den Tourismus im Elbsandsteingebirge in Gefahr, weil infolge der Borkenkäferkatastrophe immer mehr Wege im Nationalpark Sächsische Schweiz unbegehbar werden.

Da eine Antwort aus der Staatskanzlei bislang ausblieb, versuchen die Akteure nun, die nächste Eskalationsstufe zu zünden, und laden den Ministerpräsidenten zu einem Ortstermin ein. "Bei einer Beratung direkt im Nationalpark soll ihm der dringende Handlungsbedarf noch einmal ins Blickfeld gerückt werden", schreiben Landrat Michael Geisler (CDU) sowie die Bürgermeister von Sebnitz, Bad Schandau, Lohmen, Hohnstein, Rathen, Wehlen und Rathmannsdorf in einer gemeinsamen Mitteilung.

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Touristische Wertschöpfung in Gefahr

Die Kommunen sowie der Tourismusverband und der Sächsischen Bergsteigerbund wollen damit erneut auf die Dringlichkeit des Problems aufmerksam machen. "Wir stehen erst am Anfang einer bedrohlichen Entwicklung", schreiben sie. "Die Erlebbarkeit der Landschaft, die Lebensqualität, der Erholungswert der Region sowie die touristische Wertschöpfung sind auf viele Jahre hinaus akut in Gefahr." Es seien unverzüglich Strategien und Aktivitäten zur Sicherung des Wegenetzes notwendig. Nur so könnten großflächige und langfristige Wegesperrungen im Elbsandsteingebirge noch abgewendet werden.

In der Hinteren Sächsischen Schweiz zwischen Kirnitzschtal und tschechischer Grenze sind aktuell rund zwei Dutzend Wanderwege von umgestürzten Bäumen blockiert. In absehbarer Zeit wird die Anzahl der versperrten Wege noch steigen, Tausende tote Fichten stehen im Wald. Kritiker befürchten, dass ganze Teile des Gebiets auf Jahre hinaus unbegehbar werden.

Nationalpark verweist auf Naturschutz

Um das zu verhindern, hat der Sächsische Bergsteigerbund einen Stufenplan erstellt, laut dem entlang gefährdeter Wege schon vorsorglich gesägt werden soll. Die Nationalparkverwaltung hält diese Eingriffe aus naturschutzrechtlichen Gründen aber nur in wenigen Ausnahmefällen für machbar. Aktuell ruhen die Arbeiten wegen der Brutzeit der Vögel bis Mitte August.

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Mit harscher Kritik an der Nationalparkverwaltung haben sich Landrat Geisler und sieben Bürgermeister aus der Sächsischen Schweiz deshalb an Ministerpräsident Kretschmer gewandt. Der Nationalpark gehört zum Staatsbetrieb Sachsenforst und untersteht somit dem Freistaat. "Es könnte sofort und konsequent gehandelt werden, sofern der Freistaat die notwendigen Ressourcen bereitstellt", erklären die Kommunen. Noch im Juni erwarten sie einen konstruktiven Austausch, heißt es in der aktuellen Mitteilung.

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