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Nationalpark: Die Suche nach dem Totholz

Der fortschreitende Borkenkäferbefall steht jetzt im Fokus einer umfangreichen Analyse in der Sächsischen Schweiz. Die soll den Zustand des Waldes erforschen.

Forstreferendar Florenz Klein unterstützt die Nationalparkverwaltung bei der Waldanalyse. Pilzbefall wie durch diese Seitlingsart deutet auf innere Zersetzung des Stammes hin.
Forstreferendar Florenz Klein unterstützt die Nationalparkverwaltung bei der Waldanalyse. Pilzbefall wie durch diese Seitlingsart deutet auf innere Zersetzung des Stammes hin. © Nationalpark/Hanspeter Mayr

Ab Mitte August lässt die Nationalparkverwaltung weitere Wege frei schneiden. Dann ist die Brutsaison beziehungsweise die Schonzeit für Natur und Tiere beendet. Geplant ist, weitere 25 Kilometer Rettungswege sowie acht Wanderwege aus der Vorschlagsliste des Sächsischen Bergsteigerbundes freizuschlagen. Voraussetzung dafür ist allerdings eine Genehmigung durch die Landesdirektion.

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Gleichzeitig erarbeitet die Nationalparkverwaltung ein Überwachungssystem für das gesamte Wegenetz. Unterstützung kommt mit zusätzlichem Personal seitens des Sachsenforstes, der zum Beispiel seine Forstreferendare ausschickt. Sie untersuchen den systematisch fortschreitenden Borkenkäferbefall. Darüber hinaus werden die betroffenen Wegabschnitte auf das Gefahrenpotenzial hin geprüft. Auch Aspekte des Naturschutzes wie auch die touristische Nutzung fließen mit ein.

Wichtige Wege frei halten

Ziel dieser Analyse ist es, weitere Engstellen für die nächsten zwei bis drei Jahre lokalisieren zu können. Also solche Stellen, wo ein Eingriff bei fortschreitendem Zerfall aus Sicht des Arbeitsschutzes oder mangels Technikeinsatz unmöglich wird. Für diese Nadelöhre sei die Möglichkeit eines vorbeugenden Eingriffs zu prüfen und zu entschärfen.

Dazu soll ein Stufenplan erarbeitet werden. Ziel der Nationalparkverwaltung sei es, im Sinne des Natur- und Landschaftsschutzes möglichst wenig mit massiven, flächigen Baumfällaktionen die Passierbarkeit zu erreichen, sagt Jörg Weber von der Nationalparkverwaltung. Das einfache Räumen der Wege und sanfte gestaffelte Eingriffe hätten, wo immer möglich den Vorzug. Die Vorschläge des Sächsischen Bergsteigerbundes fließen dort mit ein.

Das ist die Aufnahme eines Borkenkäfers im Nationalpark Sächsische Schweiz.
Das ist die Aufnahme eines Borkenkäfers im Nationalpark Sächsische Schweiz. © Mike Jäger

"Unser Ziel ist es, im Nationalpark die Rettungswege konstant freizuhalten und bedeutende Wanderwege wie den Malerweg sowie wichtige Hauptwanderrouten in den nächsten ein bis zwei Jahren durchgängig zu gestalten und weiter mögliche Engstellen zu entschärfen", sagt Nationalparkleiter Ulf Zimmermann.

Abgestorbene Bäume vorsorglich fällen

Durch das Fällen von abgestorbenen Bäumen rechts und links vom Weg soll verhindert werden, dass Bäume auf den Weg stürzen und dieser unpassierbar wird. Die Eingriffstiefe könne je nach Situation zwischen 15 und 30 Metern betragen. Sind davon längere Wegabschnitte betroffen, erfordere das eine naturschutzrechtliche Genehmigung durch die Landesdirektion Sachsen, als Obere Naturschutzbehörde. Während der Brutzeiten zwischen dem 15. März und dem 15. August sind solche Arbeiten jedoch verboten.

Sind die Bäume bereits auf den Weg gestürzt, kann dieser von abgestorbenen Baumteilen geräumt werden, entweder mithilfe von Holzerntemaschinen oder den Waldarbeitern sofern es die Arbeitssicherheit zulässt. Diese Maßnahmen sind naturschutzrechtlich ganzjährig zulässig.

Unabhängig davon weist die Nationalparkverwaltung darauf hin, dass beim Wandern im Nationalpark aufgrund des hohen Totholzanteiles immer eine besonders hohe Ast- und Baumbruchgefahr besteht. Der Besucher betritt den Wald grundsätzlich auf eigene Gefahr.

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