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SOE: Das Aufräumen geht weiter

Die vom Hochwasser betroffenen Gemeinden in der Sächsischen Schweiz sind weiter mit der Schadensbeseitigung beschäftigt.

Der Bachlauf im Kirnitzschtal wird von umgestürzten Bäumen beräumt.
Der Bachlauf im Kirnitzschtal wird von umgestürzten Bäumen beräumt. © Mike Jäger

Freitag, 23. Juli:

Sicherungsarbeiten auf der S169: Infolge des Unwetters am vergangenen Wochenende sind erheblichen Schäden entstanden, sodass die Straße zwischen dem Abzweig Kleingießhübel und Cunnersdorf für den Gesamtverkehr bis auf weiteres gesperrt bleiben muss. Wie das Landratsamt am Freitagnachmittag mitteilt, kann die Verkehrssicherheit in dem Bereich nicht mehr länger gewährleistet werden.

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Drehstart mit Hindernissen: In der Nationalparkregion haben am Montag die Dreharbeiten für zwei neue Folgen der ARD-Fernsehproduktion "Ranger - Paradies Heimat" begonnen. Das Unwetter brachte den Drehplan zwar nicht komplett durcheinander, sorgte allerdings für einige Widrigkeiten.

Glück im Unglück: Im Verhältnis zu einigen anderen Gemeinden kam die Stadt Sebnitz mit einem blauen Auge davon. Die Sebnitzer Innenstadt kam vergleichsweise glimpflich davon. Alle Hochwasserschutzmaßnahmen, die die Stadt hier in den vergangenen Jahren umgesetzt hat, hätten sich bewährt. Vor allem Straßen, Wege und Bachläufe hat das Unwetter in Sebnitz beschädigt. In einem Brief an den Umweltminister fordert der OB mehr Hochwasserschutz.

Die Straße von Ottendorf bei Sebnitz ins Kirnitzschtal ist auch Tage nach dem Starkregen unpassierbar. Durchlässe sind zugesetzt, die Fahrbahn unterspült.
Die Straße von Ottendorf bei Sebnitz ins Kirnitzschtal ist auch Tage nach dem Starkregen unpassierbar. Durchlässe sind zugesetzt, die Fahrbahn unterspült. © Daniel Schäfer

Donnerstag, 22. Juli:

Schadensbeseitigung geht weiter: Immer mehr Wege und Straßen sind von den Hochwasserschäden befreit und können wieder ohne Einschränkung genutzt werden. Beispielsweise ist die Strecke am Kleinen Zschand in der Sächsischen Schweiz wieder frei. Der Weg war durch die starken Niederschläge am Wochenende ausgespült worden, die Durchlässe unter der Straße waren verstopft. Momentan wird nur noch der Weggraben frei geräumt und der Bachlauf gesäubert, damit das Wasser besser abfließen kann.

Der Weg am Kleinen Zschand in der Sächsischen Schweiz ist wieder frei.
Der Weg am Kleinen Zschand in der Sächsischen Schweiz ist wieder frei. © Mike Jäger

Mittwoch, 21. Juli:

Teure Flutschäden: Es ist eine erschreckende Bilanz, die der Landkreis nach dem Unwetter-Chaos am Wochenende in der Sächsischen Schweiz ziehen muss. Bei einer ersten und vorläufigen Schätzung der verursachten Schäden am Straßennetz wird von Wiederherstellungskosten in Höhe von rund 2,9 Millionen Euro ausgegangen.

Fluthelfer Königstein: Die Festungsstadt kam glimpflich durch das Unwetter-Chaos. Die Feuerwehr war dennoch im Dauereinsatz - um in Orten zu helfen, die es schlimmer getroffen hatte. In den Räumen der Königsteiner Feuerwehr wurde am Sonnabend eine ortsübergreifende Notfallzentrale eingerichtet, eine sogenannte ortsfeste Befehlsstelle, die die Einsätze der einzelnen Feuerwehren koordiniert.

Aufräumen im Kirnitzschtal: Einsatzkräfte der Feuerwehr Königstein helfen in Bad Schandau, die Talstraße zu beräumen.
Aufräumen im Kirnitzschtal: Einsatzkräfte der Feuerwehr Königstein helfen in Bad Schandau, die Talstraße zu beräumen. © Daniel Förster

Dienstag, 20. Juli:

Sächsische Schweiz - Gäste können anreisen: Für Touristen gibt es nach dem Unwetter kaum Einschränkungen im Elbsandsteingebirge. "Das Unwetter vom Wochenende mit seinen Folgen war zweifelsohne schlimm", sagt Tino Richter vom Tourismusverband Sächsische Schweiz. Bezogen auf das touristische Angebot sei die Region jedoch mit einem blauen Auge davongekommen. Urlaubsgäste sind für die Region jetzt besonders wichtig.

Hilfe für Betroffene in Neustadt und Sebnitz: Nach dem Hochwasser wird noch immer aufgeräumt. Die Städte Sebnitz und Neustadt sowie der Abfallzweckverband bieten Hilfe an. Neben kostenlosen Sandsäcken wird der Unrat, der sich durch die Wassermassen angesammelt hat, abgeholt.

Schäden in Millionenhöhe: Nach erster Bestandsaufnahme hat Landrat Michael Geisler (CDU) hat jetzt eine erste Bilanz gezogen. In der Kreistagssitzung am Montagabend sprach er von Schäden in Millionenhöhe. Etwa drei Millionen Euro seien nötig, um die Schäden an den Staats-, Kreis- und Gemeindestraßen zu beseitigen.

Schlammlawine überrollte Neundorf: Nicht nur in der Sächsischen Schweiz sorgten die starken Regenfälle vom Wochenende für Probleme. Auch in Pirna kam es zu einer Schlammlawine, die den Ortsteil Neundorf überrollte.

Während die Aufräumarbeiten im ganzen Landkreis auf Hochtouren laufen hat sich am Montagnachmittag Sachsens Umweltminister Wolfram Günther(Grüne) in Porschdorf ein Bild der Schäden gemacht. Günther zufolge hat das Hochwasserschutzsystem in Sachsen am Samstag funktioniert. Gleiches gelte für das Meldewesen. Der Minister appellierte an die Menschen, Vorsorge zu treffen und sich bei solchen Wetterlagen gut zu informieren. "Das Katastrophenrisiko gilt immer und überall." Eine absolute Sicherheit werde es nie geben.

Sachsens grüner Umweltminister Wolfram Günther zog gestern in Porschdorf in der Sächsischen Schweiz eine erste Bilanz der Schäden.
Sachsens grüner Umweltminister Wolfram Günther zog gestern in Porschdorf in der Sächsischen Schweiz eine erste Bilanz der Schäden. © Thomas Kretschel

Montag, 19. Juli:

Haus am Abgrund in Reinhardtsdorf-Schöna: Ein Ferienheim im Hirschgrund in der Sächsischen Schweiz steht nach dem Unwetter buchstäblich auf der Kippe. Das THW überwacht jede Bewegung im Hang.

Erdrutsche in Hohnstein: Das Unwetter vom Sonnabend hinterlässt im Gemeindegebiet von Hohnstein wieder enorme Schäden vor allem an der Infrastruktur. Eine erst vor kurzem hochwassersicher ausgebaute Straße im Ortsteil Ulbersdorf hielt dem Dauerregen nicht stand. Die Straße war teilweise nicht mehr passierbar.

Zugverkehr läuft langsam an: Der Zugverkehr im Oberen Elbtal kommt nach den verheerenden Unwettern langsam wieder in Gang. Nach einem Erdrutsch nahe Bad Schandau musste die Trasse gesperrt werden. Jetzt rollt der Zugverkehr auf einem Gleis - mit Ausnahme der S-Bahn.

©  Daniel Förster

Schienen unterspült im Sebnitztal: Der wohl größte Schaden im Sebnitztal entstand an der Bahnlinie zwischen Sebnitz und Bad Schandau, der Nationalparklinie U28. Zwischen Kohlmühle und Mittelndorf, etwa einen Kilometer vom Bahnhof Kohlmühle entfernt, wurden etwas fünf Meter Gleis unterspült, der Bahndamm völlig ausgespült. Die Bahnstrecke ist gesperrt. Zwischen Sebnitz und Bad Schandau wurde Schienenersatzverkehr eingerichtet. Am Samstagabend versechsfachte sich der Pegel der Polenz auf fast zwei Meter.

Straßen weitestgehend befahrbar: Die Aufräumarbeiten in der Sächsischen Schweiz laufen auf Hochtouren. Wie das Landratsamt in Pirna meldet, sind ein Großteil der Straßen in der Sächsischen Schweiz zumindest halbseitig befahrbar. Es kann jedoch zu Einschränkungen kommen, da der Verkehr teils durch Ampeln geregelt wird. Gesperrt ist lediglich noch die Kirnitzschtalstraße zwischen Bad Schandau und Räumichtmühle.

Die Straßenmeistereien sind aktuell vor allem mit der Bestandsaufnahme beschäftigt. Bauwerke und Brücken werden überprüft sowie Straßen beräumt und gesäubert.

Reinhardtsdorf-Schöna war komplett abgeschnitten: Extreme Unwetter besonders in Ostsachsen und der Sächsischen Schweiz haben am Samstag Straßen und Keller geflutet, Hänge abrutschen und Flüsse rapide anschwellen lassen. Jetzt beginnen die Aufräumarbeiten. Eine Kommune wurde besonders stark von den starken Regenfällen in der Sächsischen Schweiz getroffen: Reinhardtsdorf-Schöna. Der 1500-Seelen-Ort im linkselbischen Bereich war teilweise komplett abgeschnitten, weil Zufahrtsstraßen überflutet waren.

Im Hirschgrund zeigt sich, wie verheerend die Unwetterschäden sind.
Im Hirschgrund zeigt sich, wie verheerend die Unwetterschäden sind. © Marko Förster

Besonders eindrucksvoll zeigen sich die Unwetterschäden im Hirschgrund. Die einzige Zufahrt vom Elberadweg hinauf nach Reinhardtsdorf, ist seit dem Unwetter unpassierbar. Die Straße hat eine wichtige Bedeutung. Vor zwei Jahren gab es eine Landesweite Katastrophenschutzübung im Elbtal. Dabei wurde deutlich, wie wichtig diese Verbindungsstraße ist.

Schülerverkehr uneingeschränkt. Aktuell sind noch viele Straßen und auch Bahnverbindungen gesperrt. Gute Nachrichten gibt es allerdings für alle Schüler. Der Schülerverkehr kann laut RVSOE ohne wesentliche Einschränkungen planmäßig durchgeführt werden. Allerdings gibt es ein paar Änderungen:

  • Die Linie 241 wurde zwischen Bad Schandau und Räumichtmühle eingestellt, da die Kirnitzschtalstraße nicht passierbar ist. Auswirkungen auf den Schülerverkehr bestehen nicht.
  • Die Umleitung erfolgt jeweils über Mittelndorf - Sebnitz - Saupsdorf.
  • Bitte beachten Sie, dass auch die Kirnitzschtalbahn nicht verkehrt.
  • Die Linie 252 wird nach derzeitigen Stand alle Ortsteile in ihrem gesamten Linienverlauf bedienen können
  • Die Linie 269 kann die Ortslage Ottendorf nicht bedienen. Auch dort wird die Umleitung über Saupsdorf erfolgen.

Die Polizei rückte am Wochenende zu 21 Einsätzen aus. Die Beamten wurden nur teilweise unterstützend tätig. Die notwendigen Hilfsleistungen erfolgten fast ausschließlich durch Kräfte der Feuerwehr. Verletzte Personen sind laut Polizeidirektion Dresden nicht bekannt.

Nach Auskunft des Landeshochwasserzentrums hatte es im Einzugsgebiet der Kirnitzsch und der Sebnitz innerhalb von 24 Stunden teils mehr als 100 Liter pro Quadratmeter geregnet. In Bad Schandau waren Straßen teilweise nicht passierbar.

Schlamm von abgerutschten Hängen haben die internationale Strecke der Bahn (Dresden - Prag) bei Krippen blockiert. Am Montagmorgen wurde ein Gleis der Strecke wieder freigegeben.
Schlamm von abgerutschten Hängen haben die internationale Strecke der Bahn (Dresden - Prag) bei Krippen blockiert. Am Montagmorgen wurde ein Gleis der Strecke wieder freigegeben. © Daniel Förster

Sonntag, 18. Juli:

21.50 Uhr: Ein Tag nach dem verheerenden Unwetter wird in der Sächsischen Schweiz und im Oberen Elbtal aufgeräumt. Reporter Jörg Stock hat sich am Sonntag bis nach Krippen und Postelwitz nahe Bad Schandau durchgekämpft, mit betroffenen Anwohnern gesprochen und eine erste Bilanz gezogen.

Bilder vom Unwetter-Chaos in der Sächsischen Schweiz

Bad Schandau unter Wasser: Die Kirnitzsch ist am Sonnabend binnen weniger Stunden rasant angeschwollen und über die Ufer getreten, wie hier am Basteiplatz.
Bad Schandau unter Wasser: Die Kirnitzsch ist am Sonnabend binnen weniger Stunden rasant angeschwollen und über die Ufer getreten, wie hier am Basteiplatz. © Marko Förster
Wenn die Straße zum Fluss wird: Ein Auto auf der überschwemmten Kirnitzschtalstraße in in Bad Schandau.
Wenn die Straße zum Fluss wird: Ein Auto auf der überschwemmten Kirnitzschtalstraße in in Bad Schandau. © Marko Förster
Die Feuerwehr war im Dauereinsatz, nicht nur in Bad Schandau. Auch Sebnitz hat das Unwetter hart getroffen.
Die Feuerwehr war im Dauereinsatz, nicht nur in Bad Schandau. Auch Sebnitz hat das Unwetter hart getroffen. © Marko Förster
An der B 172 in Bad Schandau, hier am Abzweig nach Ostrau, liefen in der Nacht zu Sonntag Schlamm und Wasser vom Hang über die Fahrbahn. Die Bundesstraße musste bis Sonntagnachmittag gesperrt werden.
An der B 172 in Bad Schandau, hier am Abzweig nach Ostrau, liefen in der Nacht zu Sonntag Schlamm und Wasser vom Hang über die Fahrbahn. Die Bundesstraße musste bis Sonntagnachmittag gesperrt werden. © Marko Förster
Nichts geht mehr: Wegen der gesperrten B 172 bildete sich in Richtung Königstein ein langer Stau. Die Polizei kontrollierte am Abzweig nach Gohrisch alle Fahrzeuge. Nur wer wirklich ins Krisengebiet musste, durfte auch durch.
Nichts geht mehr: Wegen der gesperrten B 172 bildete sich in Richtung Königstein ein langer Stau. Die Polizei kontrollierte am Abzweig nach Gohrisch alle Fahrzeuge. Nur wer wirklich ins Krisengebiet musste, durfte auch durch. © Marko Förster
Endstation Nationalparkbahnhof: Einige hundert Bahnreisende strandeten am Sonnabend in Bad Schandau. Nach dem Unwetter wurde die internationale Bahnstrecke Dresden - Prag gesperrt. Die Strecke, die auch eine wichtige Ader für den Güterverkehr ist, ist bis auf weiteres dicht. S-Bahnen verkehrt nur bis Bad Schandau. Schöna und Krippen sind vom Zugverkehr abgeschnitten.
Endstation Nationalparkbahnhof: Einige hundert Bahnreisende strandeten am Sonnabend in Bad Schandau. Nach dem Unwetter wurde die internationale Bahnstrecke Dresden - Prag gesperrt. Die Strecke, die auch eine wichtige Ader für den Güterverkehr ist, ist bis auf weiteres dicht. S-Bahnen verkehrt nur bis Bad Schandau. Schöna und Krippen sind vom Zugverkehr abgeschnitten. © Daniel Förster
Mehrere Erdrutsche blockieren die Gleise der internationale Bahnstrecke Dresden – Prag. Wann hier wieder Züge rollen könne, ist derzeit unklar.
Mehrere Erdrutsche blockieren die Gleise der internationale Bahnstrecke Dresden – Prag. Wann hier wieder Züge rollen könne, ist derzeit unklar. © Daniel Förster

20.30 Uhr: Bei seinem Besuch in Krippen am Sonntag sagte Innenminister Roland Wöller (CDU), dass das sächsische Kabinett vermutlich am Dienstag über Hilfen für die vom Unwetter betroffenen Städte und Gemeinden in Sachsen beraten wird. Die Situation sei laut Wöller nicht vergleichbar mit den Hochwasserereignissen 2013 oder 2002, als Katastrophenalarm ausgelöst wurde.

Verschaffen sich in Krippen einen Überblick: Bad Schandaus Bürgermeister Andreas Kunack, Innenminister Roland Wöller, Landrat Michael Geisler (v.l.).
Verschaffen sich in Krippen einen Überblick: Bad Schandaus Bürgermeister Andreas Kunack, Innenminister Roland Wöller, Landrat Michael Geisler (v.l.). © Marko Förster

Wöller zeigte sich gegenüber einem Fotoreporter von Sächsische.de erstaunt, wie schnell Einsatzkräfte, Anwohner und Helfer bereits aufgeräumt hätten. Als Problem sieht er die gesperrte internationale Bahnstrecke Dresden - Prag, die eine große wirtschaftliche Bedeutung hätte. Weiter sagte er, dass es in Sachsen laut Polizei keine Toten oder Vermissten gäben würde. Anders, als in den Flutgebieten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

19.30 Uhr: In dem überfluteten Gebieten der Sächsischen Schweiz läuft das große Aufräumen. Wie das Landratsamt mitteilt, finden derzeit rund um Bad Schandau noch letzte Einsätze durch die örtlichen Feuerwehren statt. Dazu gehört auch die Straßenmeistereien des Landkreises, deren Mitarbeiter die Schäden aufnehmen, Straßen und Wege beräumen und sichern.

Landrat Michael Geisler (CDU), Innenminister Roland Wöller (CDU) und Bad Schandaus Bürgermeister Thomas Kunack (WV Tourismus) verschafften sich am Sonntag mit dem örtlichen Einsatzleiter einen Überblick über die Situation. In den nächsten Tagen sollen die Schäden an der Infrastruktur erfasst werden, um einen kompletten Überblick über die Hochwasserauswirkungen zu erhalten.

Folgende Straßen sind wieder frei:

  • B172 Pirna – Schmilka
  • S 154 Bad Schandau – Sebnitz

Folgende Straßen sind weiter gesperrt:

  • Straße zwischen Ottendorf und dem Kirnitzschtal
  • S 165 - Kirnitzschtalstraße
  • Grundweg in Schöna
  • Ostrauer Berg in Bad Schandau
  • Elbradweg linksseitig zwischen Schöna und Krippen
  • Hirschgrund in Reinhardtsdorf
  • Krippengrund – halbseitig von Reinhardtsdorf nach Kleingießhübel
  • Niederweg in Bad Schandau

Aktuelle Behinderungen im Bus- und Bahnverkehr:

  • Auf der Linie 241 erfolgt abweichender Linienverkehr zwischen Bad Schandau – Hinterhermsdorf über Mittelndorf – Sebnitz – Hertigswalde - Saupsdorf.
  • Auf der Linie 269 wird die Ortslage Ottendorf nicht bedient.
  • Der Betrieb der Kirnitzschtalbahn ist bis auf Weiteres eingestellt.
  • Cunnersdorf und Krippen (nur über Kleinhennersdorf)sind wieder für den Linienverkehr erreichbar. Es kann jedoch zu Abweichungen gegenüber dem Regelfahrplan kommen.
  • Zwischen Bad Schandau und Sebnitz erfolgt ab dem 19. Juli Schienenersatzverkehr für die Nationalparkbahn U 28.
  • Die internationale Bahnstrecke Dresden - Prag bleibt bis auf Weiteres gesperrt. Züge des Fernverkehrs fallen zwischen Dresden Hauptbahnhof und dem Bahnhof Decin hl.n. aus. Der Halt Bad Schandau entfällt. Reisende sollen von und nach Bad Schandau die S-Bahn Linie S1 nutzen.

Eine gute Nachricht für alle Schüler: Der Schülerverkehr ab dem 19. Juli soll laut Landratsamt ohne wesentliche Einschränkungen planmäßig durchgeführt werden.

16 Uhr: Bei vielen Sebnitzern wurden am Sonnabend Erinnerungen an die Flut 2010 wach. Wie damals, standen auch an diesem Wochenende binnen weniger Stunden etliche Grundstücke und Häuser unter Wasser. Sächsische.de-Reporterin Anja Weber hat vor Ort miterlebt, wie sich die Situation zuspitze.

15.30 Uhr: Lange Staus an der B 172 zwischen Königstein und Bad Schandau. Die Bundespolizei kontrolliert am Abzweig nach Gohrisch derzeit alle Fahrzeuge. Wer nicht in das Hochwassergebiet muss, wird zurückgeschickt. Die Wartezeit beträgt aktuell fast eine Stunde, wie ein SZ-Fotograf berichtet. Viele Autofahrer mussten umdrehen. Die Bundesstraße ist in Bad Schandau ab der Feuerwehr gesperrt. Auch der Grenzübergang in Schmilka/Hrensko ist dicht.

Stau an der B 172 zwischen Königstein und Bad Schandau. Wer nicht ins Hochwassergebiet fahren muss, muss umdrehen.
Stau an der B 172 zwischen Königstein und Bad Schandau. Wer nicht ins Hochwassergebiet fahren muss, muss umdrehen. © Marko Förster

14.35 Uhr: Aufgrund von Erdrutschen und Überschwemmungen sind in der Sächsischen Schweiz folgende Straßen gesperrt:

An der B172 zwischen Königstein und Schmilka finden in beiden Richtungen Aufräumarbeiten statt. Die Straße ist gesperrt. Es bestehen teilweise noch Überflutungen. Die S 169 in Krippen und weiter nach Reinhardtsdorf-Schöna ist nicht passierbar. Die S 169 Forstmühlenstraße Richtung Krippenstraße ist gesperrt. Entlang der S154 zwischen Bad Schandau und Sebnitz gibt es in beiden Richtungen kein Durchkommen wegen Überflutungen sowie Behinderungen durch umgestürzte Bäume. Die Straße zwischen Ottendorf und Kirnitzschtal ist gesperrt. Weiterhin ist die Kirnitzschtalstraße gesperrt. Ortskundige Autofahrer werden gebeten, das Gebiet weiträumig zu umfahren, teilt das Landratsamt in Pirna mit.

Aufräumarbeiten an der Kirnitzschtalstraße in Bad Schandau.
Aufräumarbeiten an der Kirnitzschtalstraße in Bad Schandau. ©  Daniel Förster

14.25 Uhr: Die Hochwasserlage entlang der Flussgebiete von Sebnitz und Polenz entspannt sich weiter. Wie das Landratsamt in Pirna mitteilt, wurden die Hochwasseralarmstufen 1, 2 und 3 inzwischen aufgehoben.

Der Pegel der Sebnitz erreichte am Sonntagvormittag einen Wasserstand von nur noch 66 Zentimetern, Tendenz fallend. Am Sonnabend lag der Pegel knapp unter der Marke von zwei Metern. Ähnlich sieht es an der Polenz aus. Der Pegel in Neustadt zeigte am Sonntagvormittag nur noch 52 Zentimeter an. Wenige Stunden zuvor war der Wasserstand der Polenz bei über zwei Metern.

14.15 Uhr: Innenminister Roland Wöller (CDU) besuchte am Sonntag die Sächsische Schweiz. Er machte sich zusammen mit Landrat Michael Geisler (CDU) nach den heftigen Unwettern, die am Sonnabend über weite Teile der Region hereingebrochen waren, ein Bild von der Situation. Wöller und Geisler waren unter anderem in Reinhardtsdorf-Schöna unterwegs.

Innenminister Roland Wöller (CDU) besuchte am Sonntag das Hochwassergebiet in der Sächsischen Schweiz. In Reinhardtsdorf-Schöna verschaffte er sich ein Bild von den Schäden, die durch Erdrutsche und Überflutungen verursacht wurden.
Innenminister Roland Wöller (CDU) besuchte am Sonntag das Hochwassergebiet in der Sächsischen Schweiz. In Reinhardtsdorf-Schöna verschaffte er sich ein Bild von den Schäden, die durch Erdrutsche und Überflutungen verursacht wurden. © Christian Essler

14 Uhr: Nach den heftigen Unwettern und Erdrutschen kommt es im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge zu Ausfällen und Einschränkungen im Bus- und Bahnverkehr.

Die Linie 241 wurde zwischen Bad Schandau und Räumichtmühle eingestellt, da die Kirnitzschtalstraße nicht passierbar ist. Auswirkungen auf den Schülerverkehr bestehen nicht. Die Linie 251 wurde zwischen Krippen und Kleingießhübel eingestellt. Die Linie 252 wurde aufgrund der Einschränkungen in der Ortslage Krippen umverlegt. Es entfallen Haltestellen in der Ortslage Krippen.

Die internationale Bahnstrecke Dresden - Prag bleibt bis auf weiteres gesperrt. Züge des Fernverkehrs fallen zwischen Dresden Hauptbahnhof und dem Bahnhof Decin hl.n. aus. Der Halt Bad Schandau entfällt. Reisende sollen von und nach Bad Schandau die S-Bahn Linie S1 nutzen.

Sonntag, 13.30 Uhr:

Mehrere Hundert Bahnreisende sind am Sonnabendabend am Bahnhof in Bad Schandau gestrandet. Sie waren mit dem Fernzug von Berlin nach Prag unterwegs. Wegen der heftigen Überschwemmungen wurde die internationale Bahnstrecke Dresden - Prag gegen 17 Uhr gesperrt. Unter den Reisenden waren Urlauber aus Holland, Dänemark und England. Sie saßen bis in die Nacht über Stunden in Bad Schandau fest.

Lenka Zemanova (43) aus Kopenhagen wollte mit Freunden und Familie nach Prag. Wegen der Überflutungen im Elbtal strandete sie am Sonnabend mit hunderten anderen Reisenden für mehrere Stunden in Bad Schandau.
Lenka Zemanova (43) aus Kopenhagen wollte mit Freunden und Familie nach Prag. Wegen der Überflutungen im Elbtal strandete sie am Sonnabend mit hunderten anderen Reisenden für mehrere Stunden in Bad Schandau. © Daniel Förster

Die Gleise waren im Bereich von Krippen nach mehreren Erdrutschen mit Schlamm und Geröll blockiert. Für Züge gab es kein Durchkommen mehr. Zwei Gleise, die sowohl für den Fern- und Güterverkehr sowie von den S-Bahnen genutzt werden, wurden an mehreren Stellen überflutet. Die Sperrung wird voraussichtlich bis kommende Woche andauern. So lange soll die Räumung dauern.

Züge des Fernverkehrs Hamburg/Berlin – Prag enden und beginnen in Dresden Hauptbahnhof. Der Regionalverkehr ist wie folgt betroffen:

  • S 1 Meißen Triebischtal - Coswig(b Dresden) - Dresden Hbf - Pirna - Bad Schandau/Schöna: Teilausfall zwischen Bad Schandau und Schöna
  • U 28 Děčín hl.n. - Bad Schandau – Rumburk: Teilausfall zwischen Sebnitz und Děčín
  • RE 20 Litomerice mesto - Dresden Hbf: Zugausfall zwischen Litomerice mesto.- Děčín- Bad Schandau oder/und Dresden Hbf möglich

Sonnabend, 22 Uhr: In Königstein-Hütten an der Zufahrt zur Papierfabrik fällt der Pegel langsam. Dennoch sind die Wassermassen noch bedrohlich, berichten Anwohner.

In Königstein-Hütten haben die Anwohner stundenlang gebangt. Am späten Abend fällt der Pegel langsam, dennoch sieht es noch bedrohlich aus.
In Königstein-Hütten haben die Anwohner stundenlang gebangt. Am späten Abend fällt der Pegel langsam, dennoch sieht es noch bedrohlich aus. © privat

In Bad Schandau stehen am Sonnabendabend der Basteiplatz, der Kurpark und die Kirnitzschtalstraße unter Wasser. Überschwemmungen gibt es auch in Krippen.

Aufgrund der starken Niederschläge besteht für fünf Orte eine besondere Gefahr. Das sind laut Landratsamt insbesondere

  • Neustadt
  • Sebnitz
  • Bad Schandau
  • Reinhardtsdorf-Schöna
  • Gohrisch.

Einzelne Teile der Orte sind aktuell nicht erreichbar. Keller und Grundstücke sind überflutet. Berichte von über die Ufer getretenen Flüssen, die die Straßen zu ihrem Flussbett machen, gibt es unter anderem auch aus Königstein und Langburkersdorf.

Urlauber Jano Neubauer (33) Nauen Havelland hat in Schandau Sandsäcke gestapelt.
Urlauber Jano Neubauer (33) Nauen Havelland hat in Schandau Sandsäcke gestapelt. © Marko Förster
Die Kirnitzschtalbahn steht im Wasser.
Die Kirnitzschtalbahn steht im Wasser. © Marko Förster
Bad Schandau: Schlimme Erinnerungen an vergangene Hochwasser werden wach.
Bad Schandau: Schlimme Erinnerungen an vergangene Hochwasser werden wach. © Marko Förster

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Das Betreten von Kellern, Tiefgaragen und Unterführungen sollte vermieden werden. Es ist Abstand von Flüssen, überfluteten Straßen und Wegen zu halten, da diese unterspült sein könnten und damit eine besonders große Gefahr darstellen. Es ist Abstand vom Befahren der betroffenen Gebiete zu nehmen. Auch dort, wo Wasser steht, ist davon abzuraten, weiterzufahren, da unklar ist, wie tief das Wasser steht.

Die Anstiege der Wasserstände sind vergleichbar und teilweise noch stärker als im August 2010. Das trifft auch auf Unterlauf der Sebnitz und den Lachsbach zu.

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