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Neuer Naturkostladen in Wehlen

Direkt am Markt zieht in ein geschlossenes Traditionsgeschäft wieder Leben ein. Was dort anders ist als im Supermarkt.

Silke Herzog setzt im Naturkostladen in Stadt Wehlen auf Handgemachtes und Regionales.
Silke Herzog setzt im Naturkostladen in Stadt Wehlen auf Handgemachtes und Regionales. © Steffen Unger

Die Eier vergessen oder Appetit auf leckeren Kräuterfrischkäse und Quark, selbstgemachte Fruchtaufstriche, hausgemachte Leberwurst - für die Einwohner von Stadt Wehlen ist das kein Problem mehr. Sie können um die Ecke flitzen und das alles in ihrem Geschäft vor Ort kaufen.

Sie betreten da kein Neuland. Denn bis vor zwei Jahren etwa hatte Familie Karsch das Lebensmittelgeschäft im eigenen Haus über mehrere Generationen betrieben. Den Laden haben sie damals aufgegeben. Jetzt herrscht dort wieder Leben.

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Der Fliesenleger und Trockenbauer René Domscheit aus Ulbersdorf hat das Geschäft gemietet. Seine Lebensgefährtin Silke Herzog betreibt hier seit Kurzem den Naturkostladen. Nicht nur für Touristen, vor allem den Einwohnern von Stadt Wehlen wolle sie mit ihrem Geschäft wieder ein Angebot schaffen, auf das in den letzten zwei Jahren verzichten mussten. "Ich habe mich bewusst für diesen Weg entschieden. Etwas anderes als Handgemachtes, regionales und biologisches kam für mich nicht infrage. Diese Lebensmittel haben einen sehr großen Stellenwert und tragen zu einer höheren Lebensqualität bei", sagt Silke Herzog. Und erklärt auch warum: "Diese Produkte werden mit der Energie der Hände und mit der Liebe eines Menschen hergestellt."

Ihr liegt am Herzen, dass die Menschen wieder bewusster mit Lebensmitteln umgehen, sie mehr wertschätzen. Deshalb hat sie ihr Konzept darauf ausgerichtet. Sie habe auch die Erfahrung gemacht, dass manche Menschen überhaupt nicht wissen, welche Produkte überhaupt in der Region hergestellt werden. Eine große Hilfe war ihr da das Label "Gutes von hier", vom Verein Landschaf(f)t Zukunft.

Regionale Vielfalt im Regal

Viele Waren in ihrem Geschäft tragen das Bio-Siegel. Als Bio-Laden will sie sich aber nicht verstanden wissen. Naturkost treffe es eher. Und so war sie ganz am Anfang ihrer Idee auf der Suche nach heimischen Produkten. Einige kauft sie auf, andere nimmt sie in Kommission.

Passend zu ihren Angeboten wurde auch die Ladeneinrichtung gefertigt, alles in Naturholz, die Produkte sind gut sortiert und übersichtlich angeordnet. In der Kühltheke findet der Kunde zum Beispiel Produkte vom Biohof Steinert in Cunnersdorf, vom Hofladen Simone Fröde aus Ulbersdorf, vom Bauerngut Hentzschel aus Reinhardtsdorf und vom Ziegenhof in Lauterbach.

Familie Karsch hat hier in der Rosenstraße 1 in Stadt Wehlen über Generationen einen Lebensmittelladen betrieben. Jetzt ist hier wieder neues Leben.
Familie Karsch hat hier in der Rosenstraße 1 in Stadt Wehlen über Generationen einen Lebensmittelladen betrieben. Jetzt ist hier wieder neues Leben. © Steffen Unger

Der Saft und das Bier stammen von Hofkultur Lohmen, das Müsli vom kommt vom Landwirtschaftsbetrieb Löhnert, der Honig von Imkern aus der Region, die selbstgemachte Marmelade von Kathleen Dittrich aus Hinterhermsdorf und die scharfen Pasten vom Soßen-Paten aus Saupsdorf. Im Angebot hat sie auch vegane Aufstriche von Veganett aus Dresden oder vegane Gerichte von Luresha produziert von Familie Schaffrath aus Krumhermsdorf. Dazu kommen handgenähte Kindersachen oder gestrickte Socken, von der AWO-Außenstelle in Wehlen gefilzte Pantoffeln, Naturseifen, Tees, Bücher und Kalender.

Für Einwohner und Touristen

Der Standort des Geschäftes kurz vor dem Wehlener Markt auf der einen Seite und vor dem Elbeparkplatz auf der anderen Seite ist ideal für Touristen. An dem Geschäft kommt jeder Gast bei seinem Wehlen-Besuch vorbei. Silke Herzog hat sich aber bewusst nicht nur auf das touristische Klientel konzentriert. "Mir war es wichtig, dass auch die Wehlener wieder einen Laden zurückbekommen. Und die Resonanz darauf ist bislang sehr gut", sagt sie.

Und tatsächlich geben sich in der Zeit des Besuches von Sächsische.de die Kunden die Klinke in die Hand, Touristen wie Einheimische. Der Tenor: Ein Glücksgriff. "Ich finde es richtig gut, dass wir hier wieder einen kleinen Laden haben, in dem es eben auch mal etwas Spezielles gibt", sagt eine Kundin. Und Urlauberin Sabine Essmüller freut sich, etwas ganz spezielles für ihre Lieben zu Hause mitnehmen zu können. "In der Sächsischen Schweiz handgemachte Marmelade und scharfe Soßen, das sind doch nette Souvenirs für meine Familie", sagt die Touristin.

Das Geschäft auf der Rosenstraße 1 ist vom 1. April bis zum 31. Oktober ist von 10 bis 18 Uhr und sonntags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Außer mittwochs, da ist geschlossen. Sollte die Nachfrage bestehen, will Silke Herzog ihren Laden auch im Winter öffnen.

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