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PLUS Familienkompass 2020 Sebnitz

Stolpener froh über genug Hausärzte

In der großen SZ-Umfrage gibt es für einen Bereich besonders gute Noten. An anderer Stelle ist noch Luft nach oben.

Verstärkung für die Ärzte in Stolpen und Dürrröhrsdorf-Dittersbach: Dr. med. Mathias Dymora, (rechts) Facharzt für Neurochirugie, und Swetlana Weller (links), Fachärztin für Allgemeinmedizin.
Verstärkung für die Ärzte in Stolpen und Dürrröhrsdorf-Dittersbach: Dr. med. Mathias Dymora, (rechts) Facharzt für Neurochirugie, und Swetlana Weller (links), Fachärztin für Allgemeinmedizin. © Daniel Schäfer

Die Allgemeinmedizinerin Swetlana Weller und der Neurochirurg Dr. Mathias Dymora sind die neuen Ärzte in Stolpen. Sie hat sich bewusst als Hausärztin auf dem Land entschieden. "Man sieht hier den ganzen Menschen mit all seinen Facetten", sagt sie. Wie das auf dem Land so ist, besuchen meist mehrere Generationen den gleichen Arzt. Das stärkt das Vertrauen. Man kennt sich.

 Beide Ärzte komplettieren damit das Angebot an medizinischer Versorgung auf dem Land. Und die ist zwischen Stolpen und Dürrröhrsdorf-Dittersbach offenbar gut. Zumindest die Teilnehmer der Umfrage beim Familienkompass  bewerten dies so. 

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Der Familienkompass wurde von der Sächsischen Zeitung gemeinsam mit der Freien Presse und der Leipziger Volkszeitung initiiert. Dazu wurden im Frühjahr 2020 mehr als 14.000 Eltern in Sachsen befragt. Bewertet wurden neben dem Thema Gesundheit auch die Bereiche Wohnen,  Kita, Schule, Arbeit, Familienpolitik. Und da kommen die gemeinsam betrachteten  Gemeindegebiete Stolpen und Dürrröhrsdorf-Dittersbach  insgesamt mit einer 2,87 weg. Das ist nicht weit vom sächsischen Durchschnitt entfernt, der bei 2,83 liegt. Im sachsenweiten Ranking ist das Platz 102 von 146 bewerteten Gebieten. Besser sieht es dagegen im Vergleich für den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge aus. Da schafft es Stolpen immerhin auf Platz fünf von 18 befragten  Gebieten. 

Repräsentativ sind die Ergebnisse nicht. Sie deuten aber zumindest darauf hin, wo es im Gemeindegebiet hakt und was von den Einwohner als gut oder ausreichend bewertet wurde. In Stolpen ist man sich dessen offenbar schon länger bewusst, denn damit wirbt die Stadt auch um neue Einwohner: "Wir können unseren Bürgern und Gästen eine gut entwickelte Infrastruktur anbieten. Dazu gehören moderne Einrichtungen der Kinderbetreuung, qualitativ hochwertige Schulen, eine gute medizinische Betreuung vor Ort, moderne Einrichtungen der Altenpflege und Altenhilfe sowie ein gut ausgebautes Straßen- und Radwegenetz", heißt es auf der Homepage der Stadt Stolpen. 

Punkten kann die Region vor allem  bei der Gesundheit. Das hat man dort nun auch schwarz auf weiß. Vor allem bei der Hausärzte-Versorgung erreicht das Gebiet einen Spitzenwert und liegt damit weit über dem Durchschnitt. 

Foto: SZ/Grafik
Foto: SZ/Grafik © SZ/Grafik

Andernorts viel kritisiert, in Stolpen und Dürrröhrsdorf-Dittersbach eher gelobt, die Versorgung mit Kinderärzten. Das verwundert nicht, denn mit Dr. Arnd Autenrieth ist in der Region auch seit Längerem ein Kinderarzt ansässig. Damit entfallen für Eltern mit kleineren Kindern weitere Wege wie nach Dresden oder Neustadt.

Vakante Arztstellen wieder besetzt

Die Gesundheitsversorgung in Zahlen: In Stolpen gibt es zwei Allgemeinmedizinische Praxen sowie das medizinische Versorgungszentrum mit ebenfalls zwei Arztstellen. Dazu kommen ein Kinderarzt, zwei Zahnärzte und ein Tierarzt. Auch das ist Familien offenbar wichtig.

In Dürrröhrsdorf-Dittersbach praktizieren zwei Allgemeinmediziner und drei Zahnärzte. Rein rechnerisch sind die Ärzte zuständig für 4.184 Einwohner von Dürrröhrsdorf-Dittersbach und 5.616 Einwohner von Stolpen.  Ausreichend, sagen die Umfrageteilnehmer. Ein Umstand, der sicherlich auch darauf zurückzuführen ist, dass die Praxisräume an der Rudolf-Peschke-Straße in Stolpen, die organisatorisch zum Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) des Helios-Klinikums in Pirna gehören, wieder besetzt sind, zumindest zeitweise. Sie entlasten damit die bereits bestehenden Praxen.  

In Erwartung weiter steigender Einwohnerzahlen, auch durch das neue Wohngebiet, kann damit die medizinische Versorgung gut abgesichert werden. 

Neuer Wirbelsäulenspezialist in Stolpen

Etwas schlechter als der Durchschnitt kommt die Ausstattung mit Fachärzten weg. Das könnte sich nun ändern. Denn mit Dr. Mathias Dymora ist ein Wirbelsäulenspezialist in die Burgstadt gekommen. Mehrmals die Woche steht er im Helios-Klinikum in Pirna im OP. In Stolpen bietet der Facharzt immer donnerstags eine Sprechstunde an, die vor allem der Nachsorge von Operationen oder der Diagnostik, beispielsweise bei der Auswertung von MRT-Befunden dienen soll. Damit ist in Stolpen speziell ein ambulantes Angebot für Neurochirurgie zwischen Sebnitz und Dresden entstanden. Auf diese Weise  entfallen für Patienten in der Region Stolpen/Dürrröhrsdorf-Dittersbach weite Anfahrtswege.

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