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Waldbrand im Nationalpark

Feuerwehr und Ranger waren am Wochenende im Einsatz, um einen Brand bei Schmilka unter Kontrolle zu bringen. Der Boden qualmt noch immer.

Einsatzkräfte der Feuerwehr konnten nur mit Mühe das Feuer eindämmen.
Einsatzkräfte der Feuerwehr konnten nur mit Mühe das Feuer eindämmen. © Marko Förster

Der Wald brennt im Nationalpark Sächsische Schweiz und es raucht auch weiterhin. Der Brand in unwegsamen Gelände konnte bisher nur eingedämmt werden, aber nicht gelöscht. 25 Kameraden von zwei freiwilligen Feuerwehren waren am Wochenende zwischen Schwarzschlüchteturm und Grenzweg in Schmilka auf einem Riff im Einsatz. Ranger kontrollieren jetzt die eingedämmte Brandstelle. 

Wanderer sahen am frühen Samstagnachmittag Rauch unweit der Grenze zu Tschechien aufsteigen. Daraufhin wurde ein Rettungshubschrauber, der zufällig in der Nähe im Einsatz war, auf Erkundungstour geschickt. Kurze Zeit später wurde die Stelle des Brandes am Großen Zschand zwischen dem Schwarzschlüchteturm und dem Grenzweg auf deutscher Seite, knapp 60 Meter von der Grenze zu Tschechien, entdeckt.

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Das Feuer war in einem schwer zugänglichen Gebiet, das mit keinem Feuerwehrfahrzeug zu erreichen war, ausgebrochen.

Die Kameraden der freiwilligen Feuerwehr von Ottendorf bei Sebnitz und von Bad Schandau machten sich auf den Weg zur Brandstelle. Im Gebiet des Großen Zschands wurden die Fahrzeuge der Feuerwehr abgestellt und zwei Suchtrupps zur Erkundung in das Gebiet geschickt. Nach gut zwei Stunden durch das teilweise steile und unwegsame Gelände wurde ein Weg zur Stelle des Feuers gefunden. 

Ein Hubschrauber der Polizei unterstützte dabei die Einsatzkräfte der Feuerwehr. Die Kameraden begannen um die circa 40 mal 40 Meter große Brandfläche auf einem Riff einen Graben zu ziehen, um eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern.

Bis zum Abend waren die Kameraden damit beschäftigt, eine weitere Ausbreitung des Brandes zu verhindern. Mühsam wurden mit Hacken Gräben gezogen und mit Wasser aus Rucksackspritzen, die ein Volumen von 20 Litern fassen, die Flammen bekämpft. Mangels Wasser rauchte und brannte die Stelle allerdings weiter vor sich hin.

Am Sonntag wurde zusammen mit zwei Rangern vom Nationalpark Sächsische Schweiz die Brandstelle kontrolliert. Ein Fußmarsch von rund einer Dreiviertelstunde durch steiles Gelände ist dazu notwendig.

Die Gräben wurden weiter ausgebaut, um den Brand weiter einzudämmen und eine Ausbreitung zu verhindern.

Aktuell werden weitere Maßnahmen geprüft. Kann ein Hubschrauber Material und Wasser zum Löschen an den Brandort fliegen? Oder kann ein Helikopter Wasser über der Brandstelle abwerfen? Am Montag war dies zunächst nicht der Fall. 

Nach ersten Einschätzungen ist es der erste Waldbrand in der jüngsten Zeit, den man brennen lassen musste, da es nicht möglich ist, über den unwegsamen Landweg Löschwasser in entsprechenden Mengen an die Einsatzstelle zu bekommen. Dieser Einsatz zeigt, wie wichtig eine Unterstützung aus der Luft mittels Hubschrauber ist.

Update 21. September, 16.02 Uhr: 

Auch am späten Montagnachmittag steigt noch immer Rauch über der Brandstelle auf.  Das Feuer ist eingedämmt, die Glut im zentimeterdicken Nadelboden aber nicht endgültig gelöscht. Zwei Nationalparkwächter halten Brandwache.

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Die Brandursache ist der Nationalparkverwaltung bisher nicht bekannt. Es wurden keine Feuerstelle und keine Zigarettenstummel gefunden. Allerdings hat es in den vergangenen Tagen auch kein Gewitter mit Blitzschlag gegeben, das den Brand auf natürliche Weise hätte auslösen können. Es bleibt die Hoffnung, dass möglichst bald Regen fällt. 

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