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Wer herrschte im Ottendorfer Raubschloss?

Eine Informationstafel am Arnstein gibt Auskunft über ein Stück düstere Geschichte der Sächsischen Schweiz. Ein Gemeinschaftsprojekt.

In einer Gemeinschaftsarbeit entstand diese Tafel am Arnstein im Sebnitzer Ortsteil Ottendorf. Sie erinnert an das alte Raubschloss.
In einer Gemeinschaftsarbeit entstand diese Tafel am Arnstein im Sebnitzer Ortsteil Ottendorf. Sie erinnert an das alte Raubschloss. © Nationalparkverwaltung

Wo genau stand das Ottendorfer Raubschloss? Eine Antwort gibt ab sofort eine Informationstafel. Auf dieser ist die Geschichte des Felsmassivs und ehemaliger Burganlage abgebildet. In einem Gemeinschaftsprojekt haben das SRH Berufliche Trainingszentrum Dresden, das Landesamt für Archäologie und die Nationalparkverwaltung eine neue Infotafel am Arnstein im Nationalpark Sächsische Schweiz gestaltet und aufgestellt.

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„Neben der Natur sind Kultur und Heimat wichtige Bestandteile des Nationalparks“, so Ulf Zimmermann, Leiter des Nationalparks Sächsische Schweiz. Die Geschichte einer Region sei genauso ein Schatz wie die Natur selbst. Mit beidem müsse man sich auseinandersetzen, wenn man die heutige Situation verstehen und die Zukunft weiterentwickeln wolle.

Initiiert wurde das Projekt von Klaus Gnauck aus Dresden. „Mich fasziniert die Geschichte dieses Felsmassivs und der ehemaligen Burganlage, von der heute noch Reste erhalten sind. Ich dachte mir, dass eine Infotafel dazu für Besucher interessant sein könnte und die Gestaltung einer solchen Tafel für meine Teilnehmenden gleichzeitig ein sinnvolles Projekt wäre“, sagt er. Gnauck ist beruflicher Trainer in dem Bildungszentrum. Menschen mit psychischen Einschränkungen erarbeiten sich hier eine neue berufliche Perspektive. In die beruflichen Trainings sind Projekte eingebunden, die individuelle Interessen berücksichtigen und branchenübergreifende Aufgaben bieten. Das Bildungszentrum bemühe sich immer um sinnvolle und vielseitige Projekte für die Teilnehmenden. Vor allem im Trainingsbereich Konstruktion und Gestaltung habe die Schule ideale technische Voraussetzungen.

Auf den Spuren der Raubritter im Elbsandstein

Vor zwei Jahren begannen fünf Teilnehmerinnen mit der Gestaltung der Tafel. Für die Frauen, die mit verschiedenen psychischen Einschränkungen leben, war die Mitarbeit an der Infotafel zum „Ottendorfer Raubschloss“ ein wichtiger Schritt auf ihrem Weg zurück ins Arbeitsleben. Sie recherchierten, erstellten Zeichnungen, verfassten Texte und fertigten eine 3D-Animation der künftigen Tafel an.

Den druckreifen Entwurf übermittelten sie an die Nationalparkverwaltung. Hier kümmerten sich die Mitarbeiter um den Druck und das Aufstellen der rund 2,50 Meter mal drei Meter großen Tafel direkt am Arnstein-Parkplatz. Wanderer können sich von hier aus auf die Spuren der Raubritter begeben, die einst hier gelebt haben. Fachlich betreut wurde das Projekt von Ingo Kraft vom Landesamt für Archäologie und von Historiker und Burgenforscher Matthias Weinhold. (SZ)

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