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Wie der Amselfall gesichert werden soll

Vor zwei Jahren wurde der Mietvertrag für die Amselfallfallbaude beendet. Marode Felsen drohten, das komplette Areal zu zerstören. Seitdem hat sich einiges getan.

Experten haben im Oktober ein weiteres Felsmassiv gesichert.
Experten haben im Oktober ein weiteres Felsmassiv gesichert. © Mike Jäger

Der Pachtvertrag für die beliebte Amselfallbaude in der Sächsischen Schweiz wurde bislang nicht wieder neu unterzeichnet. Der alte Vertrag war Ende des Jahres 2018 abgelaufen. Ein neuer ist nicht in Sicht. Die Amselfallbaude ist Eigentum des Freistaates. Und dort lässt man sich alle Optionen offen, zumal die Felssicherungsarbeiten noch lange nicht abgeschlossen sind. Dennoch hat sich in letzter Zeit einiges getan, um zum einen die Felsen in dem Areal zu sichern und um zum anderen auch den Wanderweg für Besucher offenzuhalten. Sächsische.de hat das, was bisher gelaufen ist, zusammengetragen.

Der Wanderweg zwischen Rathewalde und dem Kurort Rathen ist weiter begehbar.
Der Wanderweg zwischen Rathewalde und dem Kurort Rathen ist weiter begehbar. © Marko Förster

Felskontrollen lassen nichts Gutes ahnen

Im Sommer 2017 kam es zu einem größeren Felssturz, bei dem eine Steinplatte auf das Dach des Nebengebäudes der Amselfallbaude schlug und in mehrere Stücke zerplatzte. Etliche Brocken, einer maß circa 40 Zentimeter im Durchmesser, fielen in den Biergarten. Ein Tisch wurde in Mitleidenschaft gezogen und ein Stuhl verbogen. Zum Glück wurde damals niemand verletzt. Seither gibt es immer wieder Felskontrollen oberhalb der Amselfallbaude. Die letzte fand im September 2018 statt. In der Folge wurde beim zuständigen Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) ein Konzept zur Felssicherung erarbeitet. Seitdem fanden verschiedene Sicherungsarbeiten statt.

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Dicht dran am Felsen hängen die Spezialisten, immer darauf hoffend, dass sich keine weiteren Brocken lösen und sie mit in die Tiefe reißen. Aber sie sind Experten der Firma BST Freiberg GmbH (Bergbau, Stollen- und Tunnelbau) und als solche auch im Jahr 2020 wieder oft an den Felsen rings um das Areal der Amselfallbaude anzutreffen.

"Im Rahmen der im Februar dieses Jahres durchgeführten Felssicherungsmaßnahmen im Amselgrund wurde bei einem Großblock an der südöstlichen Felswand Handlungsbedarf erkannt", sagt Tobias Loren vom Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB). So musste zum Beispiel der große Felsbrocken mit Drahtseilen gesichert und diese wiederum an Ösenankern befestigt werden. Außerdem mussten die sich kreuzenden Seile mit Drahtseilklemmen fixiert werden, um alles zu stabilisieren. Damit der Brocken dann auch wieder fest aufsitzt, wurde der Sandstein noch untermauert.

Felswände müssen noch weiter gesichert werden

Die jetzigen Arbeiten sind noch Teil der sogenannten Sofortmaßnahmen. Diese konzentrieren sich seit dem Frühjahr 2020 im Bereich der Gebäudegruppe Amselfallbaude und Informationsstelle der Nationalparkverwaltung. Weitere Arbeiten sind an der südwestlichen und der nordöstlichen Felswand notwendig.

Mit den etwa 100.000 Euro teuren Sofortmaßnahmen ist es nicht getan. Die weiteren mittelfristigen Sicherungsmaßnahmen bedürfen einer Planung und der Genehmigung durch die Naturschutzbehörde. Da es umfassende Abstimmungen geben muss, könnten derzeit noch keine Aussagen zu einem Zeitplan gegeben werden. Darüber hinaus müsse auch die Finanzierung geklärt werden. Allein die Sicherung der einen Felswand kostet reichlich eine Million Euro. Als Maßnahmen sind Sicherungsnetze, das Untermauern von Schichtfugen sowie ein Schutzzaun im Gespräch.

Bereits im vergangenen Jahr wurden durch den Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement Sicherungsarbeiten veranlasst. So unter anderem auch an dem beliebten Wanderweg von Rathewalde in den Kurort Rathen. Seit Längerem laufen die Besucher bereits durch einen Gang über das ansonsten abgesperrte Areal der geschlossenen Amselfallbaude. Auf einer Länge von etwa 50 Metern ist der Wanderweg komplett überdacht, aber begehbar.

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