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Sachsen

Sachsen weitet Schweinepest-Frühwarnsystem aus

Im Kampf gegen die Tierseuche müssen nun flächendeckend alle erlegten Wildschweine in Sachsen untersucht werden.

Sachsen will die Afrikanische Schweinepest weiter eindämmen.
Sachsen will die Afrikanische Schweinepest weiter eindämmen. © dpa/Sebastian Kahnert

Dresden. Sachsen weitet sein Frühwarnsystem für die Afrikanische Schweinpest (ASP) aus. Während es bisher nur für vier Landkreise und die kreisfreie Stadt Dresden galt, wurde es nun auf ganz Sachsen erweitert, teilte das Sozialministerium am Donnerstag mit.

Damit besteht eine flächendeckende Pflicht zur Untersuchung aller erlegten Wildschweine auf ASP. Jedem erlegten Wildschwein ist eine Blutprobe zu entnehmen. In ASP-freien Gebieten beträgt die Aufwandsentschädigung für die Blutprobe 20 Euro.

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"Je schneller eine Einschleppung des Virus erkannt wird, desto schneller und gezielter kann die Tierseuchenbekämpfung eingeleitet werden. Unser ASP-Frühwarnsystem hat bisher gut funktioniert", erklärte Staatssekretär Sebastian Vogel.

Blick auf die Sauenzuchtanlage der Schweineproduktion Kodersdorf.
Blick auf die Sauenzuchtanlage der Schweineproduktion Kodersdorf. © dpa/Sebastian Kahnert

Nach Angaben des Sozialministeriums betrifft ein weiteres Element des Überwachungssystems die Anzeigepflicht von verendet aufgefundenen Wildschweinen und krank erlegten Wildschweinen. "Diese sind bereits seit April 2020 in ganz Sachsen dem örtlich zuständigen Veterinäramt unverzüglich zu melden. Die Tierkörper sind auf die Afrikanische Schweinepest zu beproben und anschließend unschädlich über die Tierkörperbeseitigungsanlage Lenz zu entsorgen", hieß es.

Für die Anzeige solcher Tiere und die Mitwirkung bei deren Bergung und Beseitigung werde eine Aufwandsentschädigung in Höhe von insgesamt 60 Euro gezahlt.

Ein Jahr nach Auftreten des ersten ASP-Falles hatte Sachsen am 22. Oktober eine Zwischenbilanz zu der Seuche gezogen. Dass eine Ausweitung auf Hausschweinbestände bisher verhindert werden konnte, wertete Vogel damals als Erfolg. Seit Feststellung des ersten Falles am 31. Oktober 2020 habe man bisher 577 Fälle registriert und die Krankheit lange Zeit auf Ostsachsen beschränken können, hieß es. Unlängst wurde aber erstmals ein Infektionsherd außerhalb des Landkreises Görlitz festgestellt - im Landkreis Meißen.

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Die Afrikanische Schweinepest ist eine schwere Virusinfektion, die ausschließlich Wildschweine und Hausschweine betrifft. Sie verläuft fast immer tödlich und ist unheilbar. Die Möglichkeit einer Impfung gibt es nicht. Für den Menschen sowie für andere Tierarten ist die ASP nicht ansteckend. (dpa)

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