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PLUS Sachsen

So teuer ist der Buß- und Bettag für die Sachsen

In keinem anderen Bundesland ist der Buß- und Bettag noch ein freier Tag. Die AOK Plus rechnet vor, was der Sonderweg für Arbeitnehmer im Freistaat kostet.

Sachsen ist das einzige Bundesland, in dem der Buß- und Bettag noch ein Feiertag ist.
Sachsen ist das einzige Bundesland, in dem der Buß- und Bettag noch ein Feiertag ist. © Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa (Symbolbild)

Mehr als drei Viertel der Sachsen sind konfessionslos. Und trotzdem ist Sachsen das einzige Bundesland, in dem der Buß- und Bettag noch ein gesetzlicher Feiertag ist. Traditionell wird er von der evangelischen Kirche am Mittwoch vor dem letzten Sonntag des Kirchenjahres begangen. Es geht dabei um Buße im religiösen Sinn, also um Reue für begangene Sünden und eine Besinnung auf den Gottesglauben.

Das bekommen auch nichtgläubige Sachsen finanziell zu spüren. Bei der Einführung der Pflegeversicherung – anfangs noch ein Prozent der beitragspflichtigen Einnahmen – hatte die Wirtschaft wegen steigender Lohnnebenkosten auf eine Entlastung bestanden. Deshalb war der Buß- und Bettag 1995 als bundesweiter Feiertag abgeschafft worden – nur auf Beschluss der damaligen CDU-Regierung in Sachsen nicht. Als Konsequenz wurden die Beiträge für Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Sachsen nicht jeweils hälftig geteilt, sondern voll auf die Arbeitnehmer umgelegt, während die Arbeitgeber anfangs gar nichts zahlen mussten.

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Bis zu 23,44 Euro im Monat mehr für die Pflegeversicherung

Im Laufe der Jahre jedoch stiegen die Beiträge für die Pflegeversicherung immer weiter an. Sie liegen inzwischen bei 3,05 Prozent für Versicherte mit Kindern und bei 3,3 Prozent für Kinderlose. Außerdem zahlen nun auch Arbeitgeber in Sachsen mit – derzeit 1,025 Prozent des sozialversicherungspflichtigen Entgelts. Den Rest müssen im Freistaat die Arbeitnehmer tragen: mit Kindern 2,025 Prozent, ohne Kinder 2,275 Prozent Pflegebeitrag. Das sind für Arbeitnehmer jeweils 0,5 Prozent mehr als in allen anderen Bundesländern, wo sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber die Kosten für die Pflegepflichtversicherung weiterhin zur Hälfte teilen.

„Für die in der AOK Plus-Versicherten waren das bei einem durchschnittlichen Arbeitsentgelt von 1.940 Euro monatlich 9,70 Euro zusätzlich“, sagt Sprecherin Hannelore Strobel auf SZ-Anfrage. Im Jahr mache das 116,40 Euro mehr aus. Noch teurer ist der Buß- und Bettag für Besserverdienende. Wer die Beitragsbemessungsgrenze von 4.687,50 Euro erreicht hat, zahlt monatlich 23,44 Euro Pflegebeitrag mehr als Beschäftigte in anderen Bundesländern. Strobel: „Der erhöhte Pflegebetrag hat die AOK-Mitglieder in Sachsen in den letzten fünf Jahren durchschnittlich rund 101 Millionen Euro pro Jahr gekostet.“ (rnw/saf)

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