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Sachsen: Söhne kommen mit ihren Müttern besser zurecht als Töchter

Die Hälfte der deutschen Männer bezeichnet das Verhältnis zur Mutter als sehr gut. In Sachsen lebt ein Fünftel der erwachsenen Kinder mit Mutter unter einem Dach.

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Ein Schild in einer Blumenscheune in Brandenburg erinnert an den Muttertag.
Ein Schild in einer Blumenscheune in Brandenburg erinnert an den Muttertag. © dpa

Dresden/Kamenz. Eine neue Studie zum Muttertag zeigt, dass der Begriff "Muttersöhnchen" durchaus seine Berechtigung hat. Die Mutter-Sohn-Beziehung ist demnach in Deutschland besser als das Verhältnis zwischen Müttern und Töchtern. Das geht aus einer repräsentativen Studie hervor, die der zur ProSieben-Gruppe gehörende Erlebnisanbieter Mydays gemeinsam mit dem Hamburger Marktforschungsunternehmen Appinio veröffentlicht hat.

Demnach gaben 50 Prozent der befragten Männer an, ein sehr gutes Verhältnis zur Mutter zu haben. Bei den Frauen hingegen seien es 43 Prozent gewesen. Lediglich drei Prozent aller Befragten hätten überhaupt kein gutes Verhältnis zur Mutter. Beim Treffen mit der Mutter gibt es zudem fast immer Geschenke, obwohl dies laut Studie nur 41 Prozent der Mütter erwarten. Unangefochten auf Rang eins der Geschenkewünsche bei den Müttern stehen Aufmerksamkeiten, dann folgen gemeinsame Zeit, Essengehen oder ein gemeinsames Erlebnis.

Fast 500.000 Mütter leben in Sachsen

In Sachsen können sich fast eine halbe Million Mütter Hoffnungen machen, von ihren Kindern zu Hause eine Gratulation zu erhalten. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes lebten 2021 rund 490.000 Mütter mit Kindern in einem Haushalt zusammen. Rund ein Fünftel dieser Kinder war schon erwachsen. Die Zahl der Geburten ging weiter zurück. 2021 kamen mit rund 32.500 Babys fast 1.000 weniger zur Welt als noch 2020.

Seinen Ursprung hat der Muttertag in den Vereinigten Staaten, dort wurde er erstmals 1908 gefeiert, zu Ehren von Reeves Jarvis, der Gründerin der US-Mütterbewegung. Damals ging es weniger um Kommerz, sondern um Mütterrechte und Feminismus. Vor genau 100 Jahren - 1923 - gab es ihn erstmals in Deutschland, initiiert vom damaligen "Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber". In der NS-Zeit ist die deutsche Mutter dann propagandistisch erhöht und der Mutter- zum Staatsfeiertag erhoben worden.

Elternforscherin Désirée Waterstradt von der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe kritisiert, dass man in westlichen Gesellschaft den Umgang mit Müttern und wie es ihnen geht, nicht hinterfragt. "Der Muttertag ist ein Ausdruck des schlechten Gewissens. Das besänftigt man, indem man einmal im Jahr sagt: Blumen, Schokolade, und dann ist aber auch gut." (dpa/SZ/uwo)