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Wer in Sachsen studiert, der bleibt oft in Sachsen

Eine Studie zeigt, wie gut oder wie schlecht es Absolventen geht. Lohnt sich Studieren in Sachsen? Wer bekommt einen Job? Und wie viel Geld? Das sind die Ergebnisse.

Hörsaal voller Studenten an der TU Dresden.
Hörsaal voller Studenten an der TU Dresden. © Archiv: Sven Ellger

Dresden. Die meisten jungen Leute, die zum Studieren nach Sachsen kommen, bleiben auch nach ihrem Abschluss. 59 Prozent aller Absolventen an Sachsens Universitäten und staatlichen Hochschulen suchen sich ihren ersten Job im Freistaat. Das ergab die dritte Sächsische Absolventenstudie, die am Montag in Dresden vorgestellt wurde. Von den aus Sachsen stammenden Studenten bleiben sogar drei von vier in der Region. Von jenen, die von außerhalb zum Studium nach Sachsen kommen, bleiben 39 Prozent hier.

Von einem erfreulichen „Klebeeffekt“, spricht Karl Lenz von der TU Dresden. Er leitet ein Zentrum für Bildungsforschung und ist für die neue Studie unter den Absolventen der Jahrgänge 2015 und 2016 verantwortlich.

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Eine Besonderheit zeigt sich bei den Absolventinnen. Sie sind besonders mobil und schnell außer Landes. Leben sie aber in einer festen Beziehung, bleiben sie besonders häufig im Land. Lenz begründet dies mit dem wesentlich stärkeren Anteil an Erziehungsarbeit, der auf Frauen zukommt.

Professor Karl Lenz
Professor Karl Lenz © Archiv: Ronald Bonß

Der Einstieg in den Job gelingt nach dem Studium immer besser. „Ein wichtiges Ergebnis der Studie ist, dass die Absolventinnen und Absolventen auch rückblickend mit der Qualität ihres Studiums an einer sächsischen Hochschule äußerst zufrieden sind“, sagt Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU). Diese Zufriedenheit habe sich in den vergangenen Jahren noch erhöht.

Ein Phänomen sei, dass nur gut zwei Drittel der Absolventen ein weiteres Studium aufnehmen oder planen, bundesweit seien das gut drei Viertel, sagte Lenz. Gründe dafür: Mit dem Bachelor schnell Geld verdienen und gute Berufsaussichten. Etwa 85 Prozent aller Absolventen haben bereits mit ihrer ersten Anstellung unbefristete Verträge. Mit dem Abschluss halten sich 80 Prozent der Absolventen für fachlich gut ausgebildet. Was fehlt, ist die Führungskompetenz, die lediglich jedem Zweiten reicht. Nur noch 13 Prozent legen während des Studiums einen Auslandsaufenthalt ein. Eine Folge voller Studienpläne und Prüfungen in jedem Semester.

Nach einem Vierteljahr sind noch zwölf Prozent aller Hochschulabsolventen erwerbslos. Nach einem Jahr nur drei Prozent. Das mittlere Gehalt liegt nach fünf Jahren bei etwa 4.200 Euro. Studierte Frauen bekommen aber im Schnitt 18 Prozent weniger als Männer. Die Ungleichbehandlung ist damit fast dreimal so groß wie in Berufen ohne Studium. „Das liegt nicht nur an der Diskriminierung am Arbeitsmarkt“, sagt Lenz. Die durch Kinder bedingte Pause beim Berufseinstieg kann von den Frauen mit einem Hochschulabschluss nie mehr ganz aufgeholt werden.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie im Überblick: 

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Absolventen geben den Hochschulen und Unis gute Noten. Der Freistaat hat viel in die Ausbildungsstätten investiert. Dabei bleibt es hoffentlich. Ein Kommentar.

  • Qualität des Studiums wird positiv bewertet: Die Befragten bewerten Studienorganisation, Lehre, Prüfungsorganisation, fachliche Betreuung und Beratung, räumliche und technische Ausstattung sowie soziales Klima noch höher als die Vorgängerjahrgänge.
  • Das Studium bringt mehr als Fachkompetenz: Dass die Alumni beim Studienabschluss nach eigener Einschätzung in hohem Maße über Selbstlernkompetenz, wissenschaftliche Fachkompetenz, Organisations- sowie Kommunikationskompetenz verfügen, konnte schon in den ersten beiden Absolventenstudien gezeigt werden. Die aktuellen Ergebnisse bestätigen das und weisen nochmals eine Steigerung auf, wobei Führungskompetenzen nicht so ausgeprägt vermittelt werden, wie später im Beruf benötigt.
  • Berufseinstieg hat sich deutlich verbessert: Junge Akademiker kommen nach dem Studium schnell in den Job. Betrachtet nach 24 Monaten, gibt es über alle Fächergruppen hinweg nur eine sehr geringe Arbeitslosenquote von unter zwei Prozent. Die große Mehrheit der Absolventinnen und Absloventen ist mit der aktuellen Erwerbstätigkeit zufrieden oder sehr zufrieden.
  • Einkommen steigt: Bei einer Vollzeittätigkeit liegt das durchschnittliche Bruttoeinkommen elf bis zwölf Jahre nach Studienabschluss in den Prüfungsjahrgängen 2006/07 bei ca. 4.800 Euro und nach sechs bis sieben Jahren bei den Prüfungsjahrgängen 2010/11 bei 4.200 Euro. In beiden Fällen ist das Durchschnittseinkommen im Zeitverlauf deutlich gestiegen.
  • Frauen verdienen weniger unabhängig von der Fächerwahl: Erhebliche Einkommensunterschiede bestehen zwischen den Geschlechtern, der Gender Pay Gap liegt in den Prüfungsjahrgängen 2006/07 bei 25 Prozent  und in den Prüfungsjahrgängen 2010/11 bei 18 Prozent. Frauen verdienen dabei in allen Fächergruppen schlechter. 
  • Etwa 85 Prozent haben unbefristete Verträgen: Schon mit der ersten Stelle nach dem erfolgreichen Abschluss erreicht die Mehrheit der Befragten eine Beschäftigung ohne Befristung. Aus den Prüfungsjahrgängen 2006/07 sind aktuell noch 13 Prozent befristet beschäftigt und im jüngeren Prüfungsjahrgang noch 18 Prozent.

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