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Sachsen

Tödliche Schüsse in Leipzig eingeräumt

Ein 36-Jähriger hat vor Gericht gestanden, vor zwei Jahren auf einen Mann vor einem Lokal geschossen zu haben. Das habe er aber gar nicht vorgehabt.

In Leipzig wird wegen Mordes gegen einen 36-Jährigen Todesschützen verhandelt.
In Leipzig wird wegen Mordes gegen einen 36-Jährigen Todesschützen verhandelt. © Archiv: Silas Stein/dpa (Symbolbild)

Leipzig. Knapp zwei Jahre nach tödlichen Schüssen vor einem Leipziger Lokal hat ein 36-Jähriger die Tat eingeräumt. Er habe auf das Opfer geschossen aber nur, weil dieses mit einer Waffe auf ihn gezielt habe, sagte der Angeklagte am Montag zum Auftakt des Mordprozesses am Leipziger Landgericht. Er habe nicht den Plan gehabt, das Opfer zu erschießen, betonte der gebürtige Albaner. Er entschuldigte sich in seiner Aussage mehrmals bei der Familie des Opfers.

Laut Staatsanwaltschaft waren der Angeklagte und ein 24 Jahre alter Türke in der Nacht zum 7. August 2019 in Streit geraten. Dann habe der 36-Jährige aus dem Hosenbund eine Waffe gezogen und zwei Warnschüsse abgegeben. "Er wollte, dass der andere Mann Ruhe gibt und sich ihm beugt", sagte Oberstaatsanwalt Ulrich Jakob. Das Opfer sei ins Lokal gerannt und mit einer Softairwaffe zurückgekommen. Dann habe der Angeklagte mehrere Schüsse in Richtung des Oberkörpers seines Kontrahenten abgegeben. Der 24-jährige Türke verblutete innerhalb kürzester Zeit.

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Das Gericht gab zum Prozessauftakt den rechtlichen Hinweis, dass auch eine Verurteilung wegen Totschlags in Betracht gezogen werde. Der Verteidiger des Angeklagten sprach von einer möglichen Notwehrsituation. "Mein Mandant hatte nicht ahnen können, dass das Opfer eine ungeladene, nicht echte Waffe auf ihn gerichtet hatte", sagte Rechtsanwalt Stephan Bonell.

Der Tatverdächtige hatte sich nach den Schüssen ins Ausland abgesetzt, nach ihm war mit einem internationalen Haftbefehl gefahndet worden. Etwa eineinhalb Jahre später wurde er in Spanien festgenommen und nach Deutschland überstellt.

Das Gericht hat bis Ende September insgesamt zehn Verhandlungstage angesetzt. (dpa)

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