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So denken die Sachsen über vegane Ernährung

Umfragen zeigen: Die Sachsen haben eine klare Meinung zu veganer Ernährung. In einem Punkt aber herrscht offenbar ein kollektiver Irrtum.

Von Fabian Deicke
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Dass Wurst auch ohne tierischen Inhalt möglich ist, daran scheiden sich die Geister wie die Diskussion über vegane Ernährung zeigt.
Dass Wurst auch ohne tierischen Inhalt möglich ist, daran scheiden sich die Geister wie die Diskussion über vegane Ernährung zeigt. ©  dpa/Sebastian Kahnert

Dresden. Über Ernährung können Menschen in Deutschland offenbar genauso leidenschaftlich streiten wie über die richtige Mannschaftsaufstellung ihres Fußballclubs. Jeder hat dazu irgendwie eine Meinung. Der Unterschied nur: Ernährung geht jeden etwas an, Fußball ist so verzichtbar wie Ketchup auf einer Bratwurst (Vorsicht: Meinung).

Vielleicht hat gerade deshalb die Eröffnung von Sachsens erster "Veganen Fleischerei" in Dresden vergangene Woche für zum Teil hitzige Diskussionen in Sozialen Medien geführt. Die Bandbreite der Kommentare reicht von Zuspruch bis Ablehnung. Wobei auffällig vor allem jene sind, die ihren Protest betont vehement vortragen. Aber das ist bei Facebook und Co. nicht außergewöhnlich.

Sächsische.de und die Meinungsforscher von Civey haben deshalb in drei repräsentativen Umfragen herausfinden wollen, was die Sachsen wirklich von veganer Ernährung halten. Das sind die Ergebnisse.

Mehrheit denkt, vegane Ernährung sei nicht gesund

In einer ersten Umfrage wurde gefragt, ob man vegane Ernährung für eher gesund oder ungesund hält. Die große Mehrheit der Sachsen, 71,6 Prozent, denken, es ist nicht gesund, bei der Ernährung auf tierische Produkte zu verzichten. 17,1 Prozent denken gegenteilig, sagen es ist gesund. Die übrigen 11,3 Prozent sind unentschieden.

Nun ist nicht davon auszugehen, dass sich jeder gleichsam gut mit den Vor- und Nachteilen veganer Ernährung auskennt. Bei der Frage danach, wie es um gesundheitliche Aspekte beim Veganismus aussieht, rät Thomas Henle, Professor am Institut für Lebensmittelchemie an der TU Dresden, einen Blick in die Analysen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zu werfen, die sich dazu ausführlich positioniert.

Im Podcast "Thema in Sachsen" bei Sächsische.de sagt Henle mit Bezug auf die DGE: "Lebensmittel, die bei veganer Ernährung konsumiert werden, sind nicht zwingend gesundheitsfördernd. Wenn Lebensmittel höher verarbeitet werden, zum Beispiel mit dem Zusatz von Salz, Zucker, Dickungsmittel oder Ähnlichem, dann sind sie nicht besser als entsprechende Fleischwaren, die aus tierischen Quellen stammen."

Grund dafür ist, dass bei veganen Produkten unter Umständen durch Zusätze eine ebenso hohe Energiedichte erreicht wird wie bei konventionellen Speisen. Um also eine Aussage über "gesund" oder "ungesund" treffen zu können, so Henle, komme es wie bei jeder Ernährungsweise auf die konsumierte Menge bestimmter Lebensmittel an.

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