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Wirtschaft

Fünf Firmen träumen von der Träumenden

Wir stellen die Top 5 der Bewerber um den Titel „Sachsens Unternehmer des Jahres“ vor. Wer letztlich das Rennen macht, wird am Freitag verkündet.

Die 1,20 Meter
große vergoldete Bronzestatue von
Malgorzata Chodakowska wird in diesem Jahr zum 16.
Mal vergeben.
Die 1,20 Meter große vergoldete Bronzestatue von Malgorzata Chodakowska wird in diesem Jahr zum 16. Mal vergeben. © M. Rietschel

Das Finale in Sachsens Unternehmerpreis-Wettbewerb 2021 ist eingeläutet. Trotz der Pandemie gab es auch bei der 16. Auflage zahlreiche Bewerbungen. Die 63 nominierten Frauen und Männer stehen für 43 Unternehmen mit insgesamt 3.150 Beschäftigten. Die Spanne ihrer Jahresumsätze reicht von gut 37.000 bis fast 93 Millionen Euro.

Max Jankowsky (28) von der GL Gießerei Lößnitz GmbH könnte theoretisch Enkel von Hubertus Bartsch (76), Hauptgeschäftsführer und Mitinhaber der Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig GmbH, sein.

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Welche/r der Finalisten „Die Träumende“ bekommt und sich „Sachsens Unternehmer des Jahres 2021“ nennen darf, wird am Freitag in Dresdens Gläserner Manufaktur von Volkswagen verraten. Die Preisverleihung findet coronabedingt erneut im kleinen Kreis statt. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) lässt es sich dennoch nicht nehmen, bei der Ehrung dabei zu sein.

Renate Heine, Dresden

Die Fenstermaxx24 GmbH mit Sitz im Dresdner Alberthafen ist ein Familienbetrieb, der das Baugewerbe und Privatkunden seit 2001 mit hochwertigen Fenstern und Türen beliefert. Vor fünf Jahren stieg Chefin Renate Heine (76) mit einem Onlineshop in den digitalen Handel ein. Trotz der Pandemie konnte das Unternehmen 2020 zu seinem erfolgreichsten Jahr machen – dank eines schnell aufgesetzten Konfigurators, der das Angebot des Hauses zeitlich und räumlich unabhängig verfügbar macht.

Renate Heine
Renate Heine © Fenstermaxx24/SZ-Bildstelle

Auch wenn Kunden die Produkte nicht anfassen oder testen können, haben sie alle Freiheiten für eine optimale Bestellung. In Verbindung mit einer Hotline können auch kniffligste Fragen beantwortet werden. Es gelang eine Fusion aus jahrzehntelanger handwerklicher Erfahrung und Digitalisierung. Die Krise wurde als Katalysator im Transformationsprozess genutzt. Ein neues Logistikkonzept mit eigener LKW-Flotte vermeidet halbe Ladungen und doppelte Fahrten. Heines Belegschaft ist stetig gewachsen, 2022 folgen erste Azubis.

Umsatz 2020: 8,5 Millionen Euro | Beschäftigte: 24

Dr. Jens Trepte, Chemnitz

Jens Trepte (60) weiß um die größten Geheimnisse vieler Unternehmen der Autoindustrie, der Luft- und Raumfahrt und des Maschinenbaus. Sein Ingenieurdienstleister IMK Automotive GmbH berät sie in der frühen Phase der Produktentwicklung und ist dort Innovator etwa bei der Entwicklung mechatronischer Systeme und Sondergetriebe. Der einst reine Automotive-Spezialist hat sich zum branchenübergreifenden Dienstleister für Fabrik-, Logistik- und Produktionsplanung gemausert. Industriebetriebe profitieren von den optimierten Prozessen und Softwarelösungen für die digitale Fabrik.

Dr. Jens Trepte
Dr. Jens Trepte © IMK Automotive GmbH

IMK hat die Krise in der Autoindustrie genutzt, um in eine neue Branche vorzustoßen: die Medizintechnik. Derzeit entwickeln die Ingenieure eine Anlage für die In-vitro-Diagnostik, mit der auch PCR-Tests und DNA-Untersuchungen durchgeführt werden können. Der Produktionsstart ist für März 2022 geplant. Dafür entsteht ein Fertigungsgebäude, in das der frühere Entwicklungschef von Sachsenring in Zwickau rund 2,3 Millionen Euro investiert.

Umsatz 2020: 6,5 Millionen Euro | Beschäftigte: 65

Werner, Christoph und Marcus Bang, Oelsnitz

Von Werner Bang (69) im Jahr 1989 als Ein-Mann-Unternehmen gegründet, hat sich die Bang Kransysteme GmbH & Co. KG in Oelsnitz zu einem weltweit agierenden Unternehmen mit über 150 Mitarbeitenden und über 25 Millionen Euro Jahresumsatz entwickelt. Prozess- und Automatik-Krane aus dem Vogtland sind vor allem in der EU, in China, Mittel- und Südamerika gefragt. Zu den Abnehmern der Hebemaschinen mit bis zu 50 Metern Spannweite und 500 Tonnen Traglast zählen namhafte Autobauer, Stahlproduzenten, Energieerzeuger, Papierhersteller.

Werner, Christoph und Marcus Bang
Werner, Christoph und Marcus Bang © Uwe Mann

In den letzten Jahren wurde viel in den eigenen Kran-Campus, ins Know-how und das Team investiert. Mit Produktionsflächen von 10.000 m2 in der Endmontage, 7.500 m2 in der Stahlbau-Fertigungshalle und einem modernen Schulungs- und Verwaltungszentrum gehört das Familienunternehmen zu den führenden Kranherstellern Deutschlands. Dank eines guten Betriebsklimas arbeiten mehr als 40 Prozent der Belegschaft schon zehn und mehr Jahre im Unternehmen. Längst sind auch Werner Bangs Söhne Christoph (41) und Marcus (37) in der Geschäftsführung aktiv.

Umsatz 2020: 27 Millionen Euro | Beschäftigte: 155

Dirk Eckart und Walter Stuber, Roßwein

Walter Stuber (60) und Dirk Eckart (54) sind Wiederholungstäter. Die Führung der Gemeinhardt Service GmbH, einem Spezialgerüstbauer mit Sitz in Roßwein, greift bereits zum 5. Mal nach der Unternehmerkrone und hat jedes Jahr neue Argumente. Jüngster Coup: Als weltweit erster Gerüstbauer hat sich Gemeinhardt nach Gemeinwohl-Werten bilanzieren lassen: Solidarität, Menschenwürde, Gerechtigkeit, Mitbestimmung, Nachhaltigkeit, Transparenz.

Walter Stuber (l) und Dirk Eckart
Walter Stuber (l) und Dirk Eckart © Thomas Kretschel

Die Prüfer lobten das ganzheitliche Qualitätsmanagementsystem, die Mitwirkung der Beschäftigten über die Firmen-App, die mutmachende Buchreihe der Chefs. Zu den ausgefallenen Ideen der Unternehmer gehören eine Protest-Kutschfahrt gegen Dieselfahrverbote durch Frankfurt, Jobanzeigen auf Pizzakartons, Werbespots in West-Kinos, um ausgewanderte Sachsen zurückzuholen, ein Wunschlohn für Mitarbeiter mit zwei Zusatzprojekten, ihre Lehrlingskolonne. Die Firma baut Gerüste auch von oben nach unten, etwa an Staumauern und Brücken – dort wo viele andere kapitulieren.

Umsatz 2020: 4,2 Millionen Euro | Beschäftigte: 44

Dr. Hubertus Bartsch, Leipzig

Für Hubertus Bartsch, Chef und Mitinhaber der Neuen ZWL Zahnradwerk Leipzig GmbH (NZWL), ist es „eine große Ehre, dass wir für den sächsischen Unternehmerpreis vorgeschlagen wurden“. Der promovierte Physiker war viele Jahre Berater großer Unternehmen. Zu den Verdiensten des 76-Jährigen zählt ein Sanierungskonzept für das Eisen- und Hüttenwerk in Thale, das vielen der 6.000 Beschäftigten Zukunft sicherte. In der Folge übernahm er die insolvente NZWL.

Dr. Hubertus Bartsch
Dr. Hubertus Bartsch © Andre Kempner/LVZ

Unter seiner Ägide hatte der Zahnradhersteller und Autozulieferer nach fünf Jahren den Umsatz gegenüber 1999 vervierfacht und die Mitarbeiterzahl verdoppelt. Elektroantriebe und Großserien für Zahnräder sind für das Unternehmen mit Fertigung in der Slowakei und in China nun Grundlage für Serien in E-Mobilität und Hybridantrieben. Die Zeitschrift Focus Money hat die NZWL 2020 im Rahmen von „Deutschlands beste Jobs mit Zukunft“ ausgezeichnet. Bewertet wurden Umsatz-, Gewinn- und Mitarbeiterentwicklung. Folgt nun Sachsens Unternehmerpreis?

Umsatz 2020: 94 Millionen Euro | Beschäftigte: rund 700

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Der Wirtschaftspreis „Sachsens Unternehmer des Jahres“ ist eine Initiative von Sächsischer Zeitung, Freier Presse, Leipziger Volkszeitung und MDR sowie von Volkswagen Sachsen, der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft KPMG, der LBBW und der Gesundheitskasse AOK Plus.

www.unternehmerpreis.de

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