Merken
Sachsen

Warum Sachsen am DDR-Kultsong "Am Fenster" von City mitverdient

Nach dem Tod eines Menschen kann sein Nachlass unter bestimmten Umständen an den Staat gehen. So kam Sachsen zu einem ganz besonderen Erbe.

 2 Min.
Der Freistaat Sachsen verdient als Erbe am DDR-Kultsong "Am Fenster" von City mit. Dem Liedtext liegt ein Gedicht der Lyrikerin Hildegard Maria Rauchfuß zugrunde. Sie starb 2000 in Leipzig. Sachsen erbte ihren Nachlass.
Der Freistaat Sachsen verdient als Erbe am DDR-Kultsong "Am Fenster" von City mit. Dem Liedtext liegt ein Gedicht der Lyrikerin Hildegard Maria Rauchfuß zugrunde. Sie starb 2000 in Leipzig. Sachsen erbte ihren Nachlass. © Jens Kalaene/dpa

Dresden. Der Freistaat Sachsen verdient als Erbe am DDR-Kultsong "Am Fenster" von City mit. Im vorigen Jahr seien Sachsen rund 10.000 Euro an Tantiemen und Lizenzgebühren zugeflossen, teilte das Finanzministerium in Dresden mit. Sachsen sei durch eine sogenannte Fiskalerbschaft zu diesen Einnahmen gelangt. Der Staat als Erbe kommt immer dann ins Spiel, wenn ein Mensch keine Verwandten oder keinen Partner hatte oder diese die Erbschaft ausgeschlagen haben.

Dem Liedtext von "Am Fenster" liegt ein Gedicht der Lyrikerin Hildegard Maria Rauchfuß zugrunde. Sie starb 2.000 in Leipzig. Der Freistaat Sachsen erbte ihren Nachlass.

Anzeige
Die Fußballschule TeaM-Soccer entdeckt und fördert junge Kicker-Talente
Die Fußballschule TeaM-Soccer entdeckt und fördert junge Kicker-Talente

Tore schießen wie Ronaldo, dribbeln wie Messi oder unüberwindbar sein wie Neuer - Welcher Nachwuchskicker träumt nicht, ein erfolgreicher Fußballprofi zu werden?

Im Jahr 2021 seien Sachsen 1.111 Fiskalerbschaften zugeflossen, teilte das Ministerium mit. Das seien 46 weniger als im Jahr davor gewesen. Seit 2016 bewege sich die Zahl der Fälle auf relativ gleichbleibendem Niveau zwischen 1.100 und 1.200 pro Jahr. 2003 seien es noch 518 Fiskalerbschaften gewesen.

Keine großen Gewinne mit Erbschaften

Unterm Strich mache das Land mit seinen Erbschaften keine großen Gewinne. "In vielen Fällen ist der vorhandene Nachlass wenig werthaltig bis wertlos", so das Ministerium. "In etwa 20 Prozent der Fälle erbt der Freistaat Immobilien - Häuser, Garagen, Kleingärten oder auch Gasthöfe, die meist überschuldet sind. Die Kosten für Unterhaltung oder Entsorgung der Erbschaften sind meist höher als das, was durch eine Veräußerung zu erzielen ist." Auch Schulden, alte Autos und vermüllte Wohnungen landeten nicht selten beim Land.

2020 habe der Freistaat 4,78 Millionen Euro aus Erbschaften eingenommen. Zugleich habe er aber 2,35 Millionen für die Nachlassabwicklung sowie Kosten für die Sicherung von Immobilien ausgeben müssen. Dazu kämen 1,7 Millionen Euro Personalkosten bei der Nachlassabwicklung. Zahlen für 2021 lagen noch nicht vor. Letztlich sei es das Ziel, beim Thema Fiskalerbschaften eine "schwarze Null" zu halten.

Weiterführende Artikel

Neues Zuhause für Messe-Männchen und Tele-Otto

Neues Zuhause für Messe-Männchen und Tele-Otto

Statt Mini-Autos durch die Stadt zu lotsen, nutzt Torsten Meisel den Lockdown: Der Dresdner sammelt Werbefiguren der DDR, darunter echte Raritäten.

Ein DDR-Klassiker, der bis zu 275 Euro kostet

Ein DDR-Klassiker, der bis zu 275 Euro kostet

Auch mit Plaste und Elaste versuchten Gestalter, eine eigene Ästhetik zu finden. In Los Angeles untersucht man nun den legendären Blumengießer aus Zittau.

DDR-Produktdesigner Karl Clauss Dietel gestorben

DDR-Produktdesigner Karl Clauss Dietel gestorben

Der Form- und Produktgestalter starb im Alter von 87 Jahren. Er war einer von Ostdeutschlands wichtigsten Designern.

So bereitete sich der DDR-Handel auf Weihnachten vor

So bereitete sich der DDR-Handel auf Weihnachten vor

Ein Höhepunkt im Kreis Löbau war die dreitägige Weihnachtsmesse im Ebersbacher Kretscham. Der ist inzwischen abgerissen.

Laut Finanzministerium gibt es aber auch immer wieder besondere Nachlässe. So sei schon eine Villa im 40er-Jahre-Stil inklusive einer umfangreichen Schellackplattensammlung und eines Oldtimers an Sachsen gegangen. In einem Fall sei eine Immobilie sogar zurückgekehrt: Der Freistaat hatte eine ererbte Immobilie veräußert, und als deren Käufer starb, blieb wieder nur der Staat als Erbe. (dpa)

Mehr zum Thema Sachsen