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Sachsen

Serie: Trocknet die Lausitz aus?

Böden verdorren, das Grundwasser sinkt, Flüsse trocknen aus. Was tun? Wir haben Betroffene und Experten befragt - und Menschen, die Lösungen anbieten.

Wie schon im Juli ist die Schwarze Elster bei Täschwitz im Landkreis Bautzen erneut ausgetrocknet.
Wie schon im Juli ist die Schwarze Elster bei Täschwitz im Landkreis Bautzen erneut ausgetrocknet. © picture alliance

Immer wenn es eng wird, treffen sich 15 Frauen und Männer aus drei Bundesländern im Landesamt für Umwelt in Cottbus. Es sind die Mitglieder der Ad-hoc-Arbeitsgruppe "Extremsituation". Alle haben beruflich mit Wasser zu tun. Ihr Job ist es, die Lausitz, den Spreewald und Berlin mit genügend und vor allem mit genügend gutem Wasser zu versorgen. Doch der Job wird immer schwieriger: Es regnet einfach zu wenig. Oder zu stark. Nicht nur die Sommer, auch die Winter sind inzwischen zu trocken.

Reporter von Sächsische.de sind der Frage nachgegangen, welche Auswirkungen die Trockenheit zwischen Spree und Schwarzer Elster hat. Worauf müssen sich Waldbesitzer, Brunnenbesitzer und Teichwirte einstellen? Was wird aus dem Spreewald, was aus den hochfliegenden Tourismus-Plänen rund um die Lausitzer Seenlandschaft? Und wie reagiert die Politik?

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Folge 1: Trockene Böden, leere Flüsse

Auch die Landwirtschaft in der Lausitz leidet zunehmend. Die Böden trocknen aus, Staubwolken werden zu ständigen Begleiter der Bauern.
Auch die Landwirtschaft in der Lausitz leidet zunehmend. Die Böden trocknen aus, Staubwolken werden zu ständigen Begleiter der Bauern. © Dietmar Thomas

Schon vor zehn Jahren gab es die ersten Prognosen zur Klimaentwicklung in der Lausitz. Die Meteorologen von damals verraten, ob ihre Wahrscheinlichkeitsberechnungen eingetroffen sind. Außerdem haben sich Wasserexperten aus Berlin, Brandenburg und Sachsen zusammengetan, um die knapper werdende Ressource Wasser gerecht zu verteilen. Sie sagen: "Wir kämpfen um jeden Liter."

Hier geht es zur ersten Episode: Savanne Lausitz - Trockene Böden, leere Flüsse

Folge 2: Auf der Suche nach dem Wasser

Der Walddorfer Ortsvorsteher Frank Münnich findet, dass es an der Spreequelle am Kottmar nur noch sehr wenig plätschert,
Der Walddorfer Ortsvorsteher Frank Münnich findet, dass es an der Spreequelle am Kottmar nur noch sehr wenig plätschert, © Foto: Doreen Reinhard

Vom Kottmar bis Schwarze Pumpe: Die Spree fließt quer durch die Lausitz. Doch die Pegel fallen. Um den Fluss sorgen sich viele Menschen. Vom Talsperren-Chef bis zum Fischer, der auf dem Trockenen sitzt.

Hier geht es zur zweiten Episode: Sag mir, wo das Wasser ist

Folge 3: Kein Wasser unter dem Kahn

Kleinere Kanäle kann er schon nicht mehr befahren: Gerrit Jericke arbeitet am Spreehafen in Burg.
Kleinere Kanäle kann er schon nicht mehr befahren: Gerrit Jericke arbeitet am Spreehafen in Burg. © Thomas Kretschel

Die Kahnfahrt gehört zum Spreewald wie die Gurke. Doch der Grund des Flusses und der Fließe kommt immer näher. Nicht nur Fährmann Gerrit Jericke in Burg sorgt sich um den Tourismus an der sächsisch-brandenburgischen Grenze.

Hier geht es zur dritten Episode: Wenn der Grund zu nahe kommt 

Folge 4: Wird es genug Wasser für das Lausitzer Seenland geben?

An der Südseite des Sedlitzer Sees bei Senftenberg entsteht der Ableiter zur Schwarzen Elster. Doch wird das Wasser reichen, um überhaupt abzuleiten?
An der Südseite des Sedlitzer Sees bei Senftenberg entsteht der Ableiter zur Schwarzen Elster. Doch wird das Wasser reichen, um überhaupt abzuleiten? © J. Loesel, loesel-photographie.d

Das Fluten ehemaliger Tagebaue gehört in der Lausitz zu den wichtigsten  Versuchen, die vom Bergbau zerstörte Landschaft zu heilen. Die neuen Seen sind zugleich Hoffnungsträger für eine touristische Zukunft in der vom Strukturwandel gebeutelten Region. Die neuen Probleme für die Flutungsmanager zeigt das Beispiel Sedlitzer See.

Hier geht es zur vierten Episode: Wird es genug Wasser für das Lausitzer Seenland geben?

Folge 5: Abgesackt

Waldbesitzerin Christina Schuster sorgt sich um ihre Bäume in Maukendorf bei Hoyerswerda. Das Grundwasser reicht nicht mehr bis an die Wurzeln.
Waldbesitzerin Christina Schuster sorgt sich um ihre Bäume in Maukendorf bei Hoyerswerda. Das Grundwasser reicht nicht mehr bis an die Wurzeln. © J. Loesel, loesel-photographie.d

Zirka 90 Prozent der insgesamt 418 Grundwassermessstellen in Sachsen unterschreiten derzeit den monatstypischen Stand um durchschnittlich 57 cm, in der Lausitz ist es teilweise mehr als ein Meter. Was nun? Eine Waldbesitzerin, ein Brunnenbesitzer und ein Agrarexperte geben Antworten.

Hier geht es zur fünften Episode: Das Grundwasser und die Böden der Lausitz.

Folge 6: Der Minister und das Wasser

Sachsens Umweltminister Wolfram Günther (Bündnis 90/Die Grünen) arbeitet an einer neuen Wasserstrategie für den Freistaat, Im Interview erklärt er, wie die aussehen könnte.
Sachsens Umweltminister Wolfram Günther (Bündnis 90/Die Grünen) arbeitet an einer neuen Wasserstrategie für den Freistaat, Im Interview erklärt er, wie die aussehen könnte. © Foto: dpa/Zentralbild

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Hier geht es zur sechsten und letzten Episode: Sachsen braucht eine neue Wasserstrategie.

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