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Weg frei für Verhandlungen über Benin-Bronzen in Sachsen

Sachsen gibt grünes Licht für Verhandlungen mit Nigeria darüber, was mit 262 aus Benin geraubten Kunstwerken passiert. Es soll eine enge Koperation entstehen.

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Benin-Bronzen und Kunstobjekte sind im Lindenmuseum in Stuttgart ausgestellt. Auch in Museen in Dresden und Leipzig befinden sich mehr als 250 dieser wertvollen Kunstwerke, die an Nigeria zurückgegeben werden sollen,
Benin-Bronzen und Kunstobjekte sind im Lindenmuseum in Stuttgart ausgestellt. Auch in Museen in Dresden und Leipzig befinden sich mehr als 250 dieser wertvollen Kunstwerke, die an Nigeria zurückgegeben werden sollen, © Bernd Weißbrod/dpa

Dresden. Das sächsische Kabinett hat grünes Licht für Verhandlungen zur Rückübertragung des Eigentums an den Benin-Bronzen in den Völkerkundemuseen Leipzig und Dresden an Nigeria gegeben. Gemäß der am 1. Juli besiegelten Vereinbarung zwischen Deutschland und Nigeria werden die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) und das Kulturministerium nach Angaben vom Dienstag mit der nigerianischen Seite über den künftigen Besitz, Leihgaben und Ausstellungen sowie weitere Kooperationen sprechen. Es solle gemeinsam ein Weg gefunden werden zum künftigen Umgang mit den 262 in den Staatlichen Ethnologischen Sammlungen (SES) befindlichen Kunstwerken, die unrechtmäßig aus dem damaligen Königreich Benin entwendet wurden.

"Die Rückübertragung des Eigentums der Benin-Bronzen ist ein wichtiger Schritt zur Aufarbeitung der Kolonialgeschichte", sagte Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU). "Wir stellen uns gemeinsam mit anderen großen deutschen Museen unserer historischen Verantwortung." Darüber hinaus eröffne sich die Chance für Kooperationen sächsischer und nigerianischer Museen. "Denn Kultur ist seit Jahrhunderten ein wichtiger Brückenbauer und die Grundlage für unsere Zusammenarbeit."

Die SES seien schon länger "in konstruktivem Kontakt mit Nigeria", sagte deren Direktorin Léontine Meijer-van Mensch. Es solle gemeinsam entschieden werden, welche Bronzen übergeben werden und welche als Leihgaben bleiben und die nicht aus Unrecht herstammenden Objekte dieser Art in den beiden Völkerkundemuseen ergänzen.

Sachsen hat nach Berlin zweitgrößten Bestand

Die SES haben nach Berlin den zweitgrößten Bestand an Stücken, die auf britische Plünderungen im Palast des Königreichs Benin 1897 zurückgehen und auf unterschiedlichen Wegen nach Leipzig und Dresden kamen. Neben Bronzefiguren, Köpfen von Königen und Tieren sind Reliefplatten, Elfenbein und kleinere Objekte wie Armbänder darunter.

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Mit Unterzeichnung der "Gemeinsamen Erklärung zur Rückgabe der Benin-Bronzen" war am 1. Juli in Berlin der Rahmen für die Übertragung der Eigentumsrechte an den insgesamt etwa 1100 wertvollen Stücken in deutschen Museen und Einrichtungen an die Bundesrepublik Nigeria geschaffen worden.

Die SKD sind führend in der Provenienzforschung und haben bereits, bei entsprechenden Voraussetzungen, zahlreiche Kunstwerke an frühere Eigentümer zurückgegeben. So erfolgten nach Ministeriumsangaben bisher über 500 Restitutionen aus NS-verfolgungsbedingtem Entzug, fast 3700 aus den sogenannten Schlossbergungen in der Sowjetischen Besatzungszone und über 1400 aus Sachverhalten aus DDR-Zeiten. (dpa)