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Sachsen

Wein: Gute Qualität, weniger Ertrag

Im Weinbaugebiet Sachsen ist die Ernte sehr unterschiedlich ausgefallen, einige hatten mit Hagel und Frost zu kämpfen, andere freuen sich über "Traumwerte".

Sachsenweit ist die Weinlese beendet. Die Erntemenge liegt voraussichtlich etwas unter dem Schnitt der vergangenen zehn Jahre.
Sachsenweit ist die Weinlese beendet. Die Erntemenge liegt voraussichtlich etwas unter dem Schnitt der vergangenen zehn Jahre. © Tom Weller/dpa

Meißen. In Sachsen haben die Winzer nach einer ersten Einschätzung des Deutschen Weininstitutes eine durchschnittliche Traubenernte eingefahren. Die Erntemenge liegt voraussichtlich bei rund 21.000 Hektolitern - und damit etwas unter dem Schnitt der vergangenen zehn Jahre (22.000 Hektoliter). Vor allem Spätfröste haben zu Ernteverlusten geführt, hieß es.

Das kann Lutz Krüger von der Winzergenossenschaft Meißen bestätigen: "Es hat regional Ausfälle gegeben, nicht nur durch Spätfröste, sondern auch durch Hagel", sagte der Geschäftsführer. Wie hoch die Verluste letztendlich ausgefallen sind, ist allerdings noch unklar. Derzeit werden noch die Lieferscheine mit den Erntemengen der rund 1.500 Hobby- und Kleinwinzer in der Genossenschaft ausgezählt. Am vergangenen Wochenende ist die Lese bei der Winzergenossenschaft mit den Sorten Riesling und Spätburgunder zu Ende gegangen.

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Auch sachsenweit ist die Weinlese beendet - laut Weinbauverband Sachsen mit unterschiedlichem Ergebnis. Nicht nur die Frostnächte im Frühjahr, auch die Trockenheit habe vor allem den frühen Sorten zugesetzt, erklärte Verbandsvorsitzender Frank Neupold. Spätere Sorten wie Scheurebe oder Riesling hätten hingegen von zwei längeren Regenereignissen in der Erntezeit profitiert, die Trauben seien kurz vor der Lese noch einmal gewachsen.

Ein doppelt herausforderndes Jahr

Neupold sprach bei vielen Weinsorten von einer "ausgesprochen guten Qualität". In seinem eigenen Weinberg im Meißner Spaargebirge läge etwa der Riesling bei mehr als 90 Grad Oechsle, der Grauburgunder sogar bei knapp 100. "Echte Traumwerte", so Neupold. Die Angabe beschreibt das Mostgewicht.

Auch auf dem Staatsweingut Schloss Wackerbart ist die Weinlese auf mehr als 90 Hektar nahezu abgeschlossen. "Wir haben den Großteil der Trauben im Keller", so Weingut-Sprecher Martin Junge. In den nächsten Tagen werden noch die Trauben für die Riesling-Auslese und den Blaufränkischen gelesen. Auf einer Fläche von rund 5.000 Quadratmeter bleiben an gut 2.000 Rebstöcken Riesling-Trauben hängen. Die Winzer hoffen auf frostige Temperaturen für den begehrten Eiswein.

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Das Weinjahr 2020 sei doppelt herausfordernd gewesen, so Junge. Zum einen hätten die Corona-Beschränkungen dem Erlebnisweingut zu schaffen gemacht, zum anderen Witterungsextreme wie Spätfrost, Trockenheit und Hagel. Die Bewirtschaftung der Weinberge werde immer aufwendiger, so Junge. Der Jahrgang 2020 verspreche eine hohe Qualität, aber auch weniger Ertrag. Das Weingut geht davon aus, dass in diesem Jahr etwa 25 Prozent weniger Trauben als in den Vorjahren gelesen wurden.

Mit gut 490 Hektar Rebfläche - einschließlich der zum Anbaugebiet gehörenden kleinen Flächen in Brandenburg und Sachsen-Anhalt - zählt Sachsen zu den kleinsten der 13 deutschen Weinanbaugebiete. (dpa)

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