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Sachsen

Weniger Feinstaub in Sachsens Luft

In Sachsen sind die Feinstaubwerte so niedrig wie seit Jahren nicht mehr. Woran das liegt.

Gerade an Verkehrsknotenpunkten gibt es oft eine hohe Feinstaubbelastung,
Gerade an Verkehrsknotenpunkten gibt es oft eine hohe Feinstaubbelastung, © Claudia Hübschmann

So rein war die Luft in Sachsen lange nicht. Die Grenzwerte für Feinstaub und andere Schadstoffe konnten 2020 eingehalten werden. Das teilte das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) am Mittwoch mit.

Der Tagesgrenzwert für den Feinstaub PM10 sei das sechste Jahr in Folge eingehalten worden. Als Grund nennt das Amt den sehr milden Winter 2019/20. Nach den vorläufigen Ergebnissen habe es nur zwei Tage gegeben, an denen der Feinstaubgrenzwert überschritten wurde.

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Lediglich am Neujahrstag 2020 in Folge des Silvesterfeuerwerks und am 28. März, als Saharastaub über Süd- und Mitteldeutschland zog, wurden die Grenzwerte nicht eingehalten.

Das ist laut Amt die niedrigste Anzahl an Überschreitungstagen seit Inkrafttreten des Feinstaubgrenzwertes im Jahr 2005. Der Tagesgrenzwert für Feinstaub PM10 beträgt 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Laut Gesetz darf er an maximal 35 Tagen pro Jahr überschritten werden.

Luft gerade an stark befahrenen Straßen besser

Der Jahresgrenzwert für Stickstoffdioxid von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft wurde das zweite Jahr in Folge eingehalten. Gerade bei den Messstationen, an denen viel Verkehr herrscht, sanken die Konzentrationen im Vergleich zu den Vorjahren deutlich. Am dreckigsten war die Luft an der Dresden-Bergstraße.

Auch die Konzentrationen des Gases Ozon waren im Sommer 2020 geringer als in den beiden Vorjahren. Ozon kann bei Menschen und Tieren zu Reizungen der Atemwege und der Augen Atemwegserkrankungen führen. Ab einer Ozonkonzentration von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft in der Stunde wird die Bevölkerung informiert. Eine solche kurzfristige Akutbelastung hat es nur am 9. August zwischen 11 und 12 Uhr an der Messstation Schwartenberg gegeben.

Die Konzentrationen weiterer Luftschadstoffe wie Benzol und Schwefeldioxid waren unauffällig und lagen deutlich unter den gesetzlichen Grenzwerten.

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