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Sachsen

Weniger Organspenden in Sachsen

Organspenden sind oft die letzte Hoffnung für Schwerkranke. Aber in Sachsen gibt es zu wenig Menschen, die ihre Organe nach dem Tod zur Verfügung stellen.

In Deutschland gibt es nicht genug Organspender. Rund 9.000 Patienten warten derzeit auf eine Organspende.
In Deutschland gibt es nicht genug Organspender. Rund 9.000 Patienten warten derzeit auf eine Organspende. © Waltraud Grubitzsch/dpa (Symbolfoto)

In den ersten vier Monaten 2021 gab es in Sachsen weniger Organspenden, -spender und -übertragungen als im Vorjahreszeitraum. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) waren es mit 45 Transplantationen zehn weniger als zwischen Januar und April 2019. Die Zahl der nach dem Tod gespendeten Organe sank im Vergleich von 71 auf 59, die der Spender von 25 auf 15. "Wir hoffen, dass sich diese Entwicklung im weiteren Verlauf des Jahres wieder relativiert", sagte die Geschäftsführende Ärztin in der DSO-Region Ost, Katalin Dittrich, zum Tag der Organspende (5. Juni). Es gebe erfahrungsgemäß starke Schwankungen im Jahresverlauf.

Laut DSO-Statistik wurden im vergangenen Jahr 144 Organe transplantiert, 37 weniger als 2019. Allerdings stellten 68 Menschen und damit zwei mehr nach ihrem Tod Organe für schwerkranke Patienten zur Verfügung - und auch die Anzahl der Spenderorgane war mit 227 um 22 höher als im Jahr davor. Laut Dittrich lag der Freistaat mit einer Quote von 16,7 Spendern pro eine Million Einwohner über dem Bundeswert von elf - und das Universitätsklinikum Dresden war mit 19 realisierten Organspenden bundesweiter Spitzenreiter.

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In der Corona-Pandemie 2020 gingen die Zahl der Organspenden nach Angaben von Dittrich auch bundesweit leicht um zwei Prozent zurück, von 932 auf 913, in den anderen EU-Mitgliedsländern um 13 Prozent. Deutschland habe weniger stark vom internationalen Austausch über Eurotransplant profitiert. In Sachsen wurden trotz Überlastung einiger Krankenhäuser in der zweiten Welle der Corona-Pandemie weiterhin Organspenden durchgeführt. Nur die Lebensspende-Programme für Nieren und Teil-Lebern waren zeitweise ausgesetzt. Aktuell standen Ende Mai 444 Patienten aus Sachsen auf den Wartelisten von Eurotransplant, der Vermittlungsstelle für Organe.

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Lebensrettende Organspenden sind in Deutschland nur mit ausdrücklicher Zustimmung erlaubt. Um mehr Bürger dazu zu bewegen, konkret über eine Spende nach dem eigenen Tod zu entscheiden, wird auf mehr Aufklärung gesetzt. Mit dem Tag der Organspende wird seit 1963 alljährlich am ersten Samstag im Juni allen Organspendern gedacht und deren Angehörigen gedankt und dafür geworben, sich mit dem Thema Organspende zu beschäftigen. Wegen der Corona-Pandemie findet er auch 2021 online statt. (dpa)

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