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Wie kommen Schüler zu Zensuren und Zeugnissen?

Viele Eltern in Sachsen sorgen sich über die Notenvergabe. Vor allem für Viertklässler wird es jetzt eng.

Die Halbjahresinformation gibt es in diesem Jahr in Sachsen zeitversetzt: Während manche Schüler sie schon haben, bekommen andere sie erst im März.
Die Halbjahresinformation gibt es in diesem Jahr in Sachsen zeitversetzt: Während manche Schüler sie schon haben, bekommen andere sie erst im März. © Sven Ellger (Archiv)

Normalerweise werden die Halbjahresinformationen am letzten Schultag vor den sächsischen Winterferien ausgegeben. Doch durch die Pandemie sind die Ferien zerstückelt und teils vorgezogen worden. Und auch die Zeugnisse gibt es erst später. Für Tausende Kinder und Jugendliche dürfte das verschmerzbar sein. Aber für die mehr als 32.000 Viertklässler, die mit dem neuen Schuljahr an eine weiterführende Schule wechseln, wird die Zeit knapp. Denn zeitgleich mit ihrer Halbjahresinformation wird ihnen auch die Bildungsempfehlung ausgehändigt, mit der sie sich an der neuen Schule bewerben müssen.

Wie kommen die Zensuren trotz Homeschooling zustande?

Trotz der schwierigen Lage waren die Schulen bis zum 11. Dezember geöffnet. Bis dahin sind wie in jedem anderen Jahr mündliche und schriftliche Leistungen benotet worden. Auch während der fünf Wochen Homeschooling sind seither vereinzelt Zensuren vergeben worden – in Online-Tests oder durch Aufgaben, die die Schüler einreichen mussten. Aus deren Durchschnitt wird die Note für die Halbjahresinformation berechnet. Das Kultusministerium gibt den Lehrern dafür keine Mindestanzahl vor. Gab es nur eine Zensur, und das Kind hat sie verhauen, kann es sein, dass diese schlechte Note in der Information steht. Aber die Lehrer sind dazu angehalten, ihre Ermessensspielräume „wohlwollend auszulegen und im Zweifel zugunsten des Schülers zu entscheiden“, sagt Dr. Susann Meerheim, Referentin im Kultusministerium. Die Halbjahresinformation sei kein Zeugnis im eigentlichen Sinn, sondern eher ein Zwischenstand. Sie solle Eltern und Kindern die Möglichkeit geben, den Leistungsstand einzuordnen.

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Sind wegen Quarantäne oder Schulschließung keine Noten zustande gekommen, soll das entsprechend vermerkt werden. Zwei Prozent aller sächsischen Schüler mussten in Quarantäne gehen. Für sie hat sich das Homeschooling um wenigstens zehn Tage verlängert.

Wird der Lehrplan angepasst?

Das ist nach wie vor nicht geplant. Eine Reduzierung des Lehrplans sei mitten im Schuljahr kaum umzusetzen, weil die Lehrer selber einteilen können, wann sie welchen Stoff vermitteln. Die Vorgabe sei nur, dass am Schuljahresende der Plan vollständig abgearbeitet ist, erklärt Susann Meerheim. „Der Lehrplan enthält aber Zeitpuffer. Die Lehrer müssen schauen, was ihre Schüler bisher verpasst haben und wann das nachgeholt werden kann“, sagt sie. Das könne zum Beispiel durch freiwillige Lernangebote in den Ferien passieren. Elternvertreter befürchten, dass die Wissenslücken nach mehr als drei Monaten Homeschooling im vergangenen und dann bereits mindestens sechs Wochen Homeschooling im laufenden Schuljahr bei vielen Schülern enorm sein könnten.

Wann bekommen die Schüler ihre Zeugnisse?

Die Halbjahresinformationen werden für alle Schularten am 10. Februar erstellt. Grundschüler oder ihre Eltern können sie an diesem Tag abholen. „Dafür wird es Zeitfenster geben, damit nicht alle zur gleichen Zeit in die Schulhäuser kommen“, sagt Meerheim. Im Notfall wäre auch eine postalische Zusendung denkbar. Eltern würden von den Lehrern oder Schulleitern rechtzeitig informiert, versichert sie. An den weiterführenden Schulen ab Klassenstufe fünf werden die Halbjahresinformationen voraussichtlich erst ausgegeben, wenn die Schüler wieder zum Unterricht kommen dürfen. Also ab 15. Februar – wenn es bei der aktuellen Verordnung bleibt. Ab diesem Datum ist Wechselunterricht vorgesehen. Das bedeutet, dass die Hälfte der Schüler die Halbjahresinformation erst am 22. Februar erhält – zwei Wochen nach Beginn des zweiten Schulhalbjahres. Die Abschlussklassen an den Gymnasien und Beruflichen Gymnasien haben die Halbjahresinformation bereits am 15. Januar erhalten. Schüler der Vorabschlussklassen – das sind die Klassenstufen elf und zwölf – bekommen sie am 5. März.

Bis wann müssen sich Kinder an der weiterführenden Schule anmelden?

Vom Erhalt der Bildungsempfehlung am 10. bis zum 26. Februar. Das Fristende ist für Sachsen einheitlich in einer Verwaltungsvorschrift festgelegt worden. Ausnahmen sind nicht zulässig. Viertklässler und ihre Eltern haben demnach zweieinhalb Wochen Zeit, sich anzumelden.

Wie können sie sich jetzt über die neue Schule informieren?

Wegen Corona sind die meisten Informationstage an den Oberschulen und Gymnasien ausgefallen. Einige Schulen bieten Infos zu Unterricht, Schulgebäude, Mensaessen und weiterführenden Angeboten per digitalem oder virtuellem „Tag der offenen Tür“ oder auf der Homepage an. Eltern können sich auch bei den Schulen melden, wenn sie Fragen haben.

Wie meldet man sein Kind jetzt an?

Die Unterlagen können per Post geschickt, in den Hausbriefkasten gesteckt oder im Sekretariat abgegeben werden. Eltern müssen nicht persönlich vorsprechen. Fragen können telefonisch geklärt werden.

Was machen Eltern, die bei der Wahl der Schulart unsicher sind?

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Gerade in diesem Jahr könnte die Entscheidung, welche Schule die richtige für ihr Kind ist, einigen Eltern schwerfallen. Hat es die Bildungsempfehlung für das Gymnasium gerade so bekommen, sollten sie nicht nur auf die Zensuren schauen, sondern auch auf die Einschätzung des Lehrers hören. „Grundsätzlich wird mit der Entscheidung der weitere Lebensweg nicht in Stein gemeißelt“, sagt Susann Meerheim. Der Weg auf Oberschule oder Gymnasium sei keine Einbahnstraße, ein Wechsel immer möglich.

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