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Wieder Hoffnung für die Zugstrecke Dresden-Görlitz

Die Elektrifizierung soll nun doch kommen. Möglich macht das ein spezieller Deal, den Sachsen jetzt vereinbart hat.

Trilex-Züge aus Dresden können vielleicht doch schneller als erwartet durchfahren nach Polen.
Trilex-Züge aus Dresden können vielleicht doch schneller als erwartet durchfahren nach Polen. © Georg Moeritz

Es hagelte heftige Kritik und Unverständnis, als Sachsen sich im vergangenen Juni mit dem Bund auf Infrastrukturmaßnahmen zum Strukturwandel einigte und die Elektrifizierung der Bahnstrecke Dresden-Görlitz nicht dabei war. Nun hat die Landesregierung kurz vor dem Regierungswechsel in Berlin doch noch eine Finanzierungsmöglichkeit gefunden, damit die Strecke ausgebaut werden kann.

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Am Donnerstag unterzeichnete Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) ) im Beisein von Wirtschafts- und Verkehrsminister Martin Dulig eine Absichtserklärung zwischen dem Freistaat und dem Bundesverkehrsministerium zu wichtigen Schienen- und Straßenprojekten in Sachsen. Die Vereinbarung beschreibt das weitere Vorgehen zu den Verkehrsprojekten Schienenverbindung Dresden– Görlitz, Schnellzugverbindung Berlin – Weißwasser – Görlitz, den Ausbau der Bundesautobahn A 4 ab Nossen in Richtung Polen und der Bundesstraße B 2 im Bereich des Agra-Geländes in Leipzig.

Vorgesehen ist, dass die Elektrifizierung der Strecke Dresden-Görlitz geteilt wird. Der Abschnitt Dresden-Bischofswerda wird über das sogenannte Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz finanziert. Baubeginn soll im Jahr 2028 sein. An den Gesamtkosten von rund 300 Millionen Euro beteiligt sich der Freistaat mit zehn Prozent.

Die Kosten für den Umbau des Bahnhofs Görlitz und die Einführung des polnischen Bahnstroms von der Grenze bis nach Görlitz, werden über das Verkehrsprojekt ICE-Strecke Berlin-Görlitz abgedeckt. So könnten die Züge aus und nach Polen ohne Wechsel in Görlitz durchfahren. Damit würde sich die Wirtschaftlichkeit der Elektrifizierung von Dresden-Görlitz verbessern, die bislang mit einer veranschlagten Höhe von einer Milliarde Euro in Berlin als zu teuer galt. Ministerpräsident Kretschmer ist optimistisch, dass sich das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Teilstrecke Bischofswerda – Görlitz „mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit“ bei einer neuen Bewertung im Jahr 2024 so verbessert, dass der Bund die Finanzierung übernimmt. Gesichert ist durch diese Lösung auch die Bahn-Anbindung nach Hoyerswerda.

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Für die Region ist die Elektrifizierung grundlegende Voraussetzung für eine bessere Erreichbarkeit. Früher gab es durchgehende Züge nach Stuttgart oder Köln. Heute enden die Züge aus Görlitz in Dresden oder Cottbus. Doch Fernverkehrsunternehmen wie die Deutsche Bahn würden laut dem Zweckverband Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien die Region nicht anbinden, solange die Strecken ausschließlich im Dieselbetrieb nutzbar sind. Zudem ist Dresden-Görlitz die Hauptstrecke für viele Pendler aus dem Bautzener Raum. Mit der Ertüchtigung des Bahnknotenpunkts Görlitz soll „unmittelbar“ begonnen werden. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer rechnet mit einer Realisierung bis 2025/2026.

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