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Deutschland & Welt

Große Mehrheit für Ende der Zeitumstellung

Am Sonntag werden die Uhren auf Winterzeit gestellt. Wie eine repräsentative Exklusiv-Umfrage zeigt, finden das nur ganz wenige Sachsen gut.

Am kommenden Wochenende werden die Uhren auf Winterzeit umgestellt.
Am kommenden Wochenende werden die Uhren auf Winterzeit umgestellt. © Robert Michael/dpa

Vorwärts oder rückwärts? An diesem Sonntag ist es wieder so weit, mit Beginn der Winterzeit werden die Uhren in Europa um eine Stunde zurückgestellt. Ginge es nach dem EU-Parlament, wäre damit nächstes Jahr Schluss. Doch wann das Ende der Zeitumstellung wirklich kommt, steht derzeit noch in den europäischen Sternen.

Ginge es nach den Sachsen wäre es mit der Zeitumstellung hingegen schnell vorbei. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Exklusiv-Umfrage, die sächsische.de zusammen mit den Meinungsforschern von Civey gestartet hat. 

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Demnach sprechen sich gerade einmal rund neun Prozent für ein Beibehalten der Zeitumstellungen im Frühjahr und Herbst aus. Rund 84 Prozent hingegen würden darauf lieber verzichten. Interessant dabei: Etwa zwei Drittel davon wären dafür, dass die Winterzeit mit einem früheren Sonnenaufgang und früheren Sonnenuntergang das ganze Jahr gilt. Ein Drittel der Zeitumstellungs-Gegner ist hingegen ein Freund der dauerhaften Sommerzeit. Rund sieben Prozent sind bei der Frage unentschieden.

Doch nicht nur die Sachsen sind mehrheitlich für ein Ende der Zeitumstellungen, auch bundesweit gibt es mit rund 81 Prozent viele Gegner des Uhrvor- und -zurückstellens. Im Unterschied zu dem sächsischen Umfrageergebnis gibt es hier allerdings nur eine knappe Mehrheit für ein ganzjähriges Beibehalten der Winterzeit. Rund 15 Prozent wollen die Zeitumstellungen hingegen beibehalten. Rund fünf Prozent sind bei der Frage unentschieden. 

"Die Zeitumstellung gehört abgeschafft", hatte der damalige EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker 2018 verkündet, nachdem sich in einer EU-weiten Onlineumfrage 84 Prozent der Befragten für deren Ende ausgesprochen hatten. Im März 2019 votierte das Europaparlament mit deutlicher Mehrheit dafür, die Umstellung 2021 abzuschaffen. Doch nun liegt der Ball bei den Regierungen, die die Frage klären müssen, ob sie die dauerhafte Sommer- oder Winterzeit wollen. Am Ende müssten die Mitgliedsstaaten entscheiden.

Doch dazu wird es so bald nicht kommen. Von EU-Diplomaten hieß es diese Woche, dass das Thema während der laufenden deutschen Ratspräsidentschaft nicht mehr groß diskutiert werde. Es gebe sehr viele andere Themen, die drängender seien als die Zeitumstellung. Die deutsche Regierung hat sich nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums noch nicht entschieden, ob sie eine dauerhafte Sommer- oder Winterzeit bevorzugt.

Merksätze zur Zeitumstellung

Mindestens ebenso wie die Frage, ob man das mit der Umstellung nicht langsam mal abschaffen könne, ist die nach der Drehrichtung. Stellt man für die Sommerzeit die Uhr nun vor oder zurück? 

Damit wenigstens das für alle Ewigkeit geklärt ist, haben wir für Sie fünf Merksätze herausgesucht, die sich ins Langzeitgedächtnis einprägen dürften.

1. Das Gartenmöbel-Theorem: Im Frühjahr stellen wir die Gartenmöbel vor die Tür. Im Herbst holen wir sie wieder zurück. 

2. Der Gradmesser: Im Winter sind die Temperaturen im Minus (minus eine Stunde), im Sommer wieder im Plus (plus eine Stunde).

3. Für Denker: Der Zeiger geht immer in Richtung Sommer.

4. Der Düchter: Im Sommer wird die Uhr vorgestellt. Im Wünter hünter.

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5. Die Nullrechnung: Im Frühjahr schenkt man eine Stunde, im Herbst bekommt man sie zurück. (mit dpa)

An der bundesweiten Civey-Umfrage zur Zeitumstellung wurde bisher 3.067 Mal teilgenommen. Die Stichprobe für die Sachsen-Zahlen besteht aus 182 Personen. Wie Umfragen mit Civey funktionieren, wird in diesem Artikel (mit Video) erklärt.

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