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Update Sachsen
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Sachsen mit zweithöchster Zahl an Grippefällen im vergangenen Winter

Nach den Corona-Jahren fast ohne Grippe traf sie in dieser Saison eine besonders empfängliche Bevölkerung. Zehntausende Sachsen erkrankten. Die Welle an Erkältungsinfekten hält aber weiter an.

Von Stephanie Wesely
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Sachsen hat eine der schwersten Grippewellen hinter sich. Vorbeugen lässt sich durch eine Impfung.
Sachsen hat eine der schwersten Grippewellen hinter sich. Vorbeugen lässt sich durch eine Impfung. © Susann Prautsch/dpa (Symbolfoto/Archiv)

Nach den beiden Pandemiejahren mit nur wenigen Grippefällen geht jetzt in Sachsen die zweitschwerste Erkrankungswelle zu Ende. 30.675 Grippekranke und 127 Grippetote wurden laut Sozialministerium Sachsen zwischen Anfang Oktober 2022 und Ende April 2023 gemeldet. Übertroffen wurde die Werte bislang nur in der Saison 2017/18 mit fast 48.000 Influenzakranken im Freistaat.

Die Saison 2022/23 war laut Sozialministerium in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Neben Kindern im Alter bis einschließlich 14 Jahren war auch die Altersgruppe der 25- bis 49-Jährigen mit 28 Prozent besonders stark betroffen. Seniorinnen und Senioren im Alter von über 70 Jahren stellten 11 Prozent der Fälle. Bei den Verstorbenen handelte es sich um 62 männliche und 65 weibliche Personen im Alter zwischen 9 und 109 Jahren (Altersmedian: 85). Drei der Betroffenen waren aktuell gegen Influenza geimpft. Doch die Angaben zum Impfstatus seien unvollständig, so das Ministerium. Denn aufgrund der hohen Fallzahlen, vor allem vom Dezember 2022, sei eine Datenerfassung nicht mehr möglich gewesen.

Die Grippesaison begann im Vergleich zu den letzten Jahren auch ungewöhnlich früh. Selten wurden bereits im Oktober so hohe Erkrankungszahlen gemeldet. Die Hochzeit lag im Freistaat immer um den Jahreswechsel. Deshalb kam es auch zu einer mehrwöchigen Unterbrechung des Grippegeschehens und einer zweiten Erkrankungswelle.

Grippe ist keine harmlose Erkrankung, wie ein Blick auf die Todeszahlen zeigt. Auch den Anstieg der Fallzahlen nennt Gesundheitsministerin Petra Köpping alarmierend. "Doch die gute Nachricht ist, dass wir uns und unsere Angehörigen davor schützen können – und zwar durch Hygienemaßnahmen sowie eine sichere und gut verträgliche Impfung, die kostenfrei erhältlich ist." Ab August/September dieses Jahres wird der Impfstoff für die neue Grippesaison zur Verfügung stehen.

Die Impfung schützt aber nicht vor Erkältungsinfekten. Aktuell ist Aktivität von Erkältungsviren immer noch hoch, so das Ministerium. Das ist auf die Zirkulation verschiedener respiratorischer Viren zurückzuführen, die auch während der gesamten Saison neben Influenzaviren für Erkrankungen gesorgt haben. Nicht zuletzt die RS-Viren, die besonders Kinderkliniken an ihre Grenzen brachten.