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Sachsens Agrarminister will schnelle Regelung für Wolfsabschuss

Thomas Schmidt fordert Bundesumweltministerin Svenja Schulze auf, das Vorhaben zügig voranzutreiben.

© imago/Martin Wagner

Dresden. Sachsens Agrarminister Thomas Schmidt (CDU) hat Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) aufgefordert, ihr Vorhaben zur Erleichterung von Wolfabschüssen zügig auf den Weg zu bringen. Sie solle die Pläne nicht nur ankündigen, sondern auch endlich umsetzen, teilte der Minister am Sonntag in Dresden mit. Gemeinsam mit Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) setze er sich seit Monaten für eine Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes ein. Genauso lange blockiere Schulze jede bundeseinheitliche Regelung zum Umgang mit dem Wolf.

Schulze hatte in der "Bild am Sonntag" angekündigt, den Abschuss von Wölfen zu erleichtern. Ihr Ziel sei eine entsprechende Änderung des Naturschutzgesetzes. "Wenn Wölfe mehrfach Schutzzäune überwinden oder Menschen zu nahe kommen, muss man sie auch abschießen dürfen. Das will ich mit einer "Lex Wolf" klarstellen", heißt es darin. Ein Wolf soll demnach künftig bereits dann geschossen werden dürfen, wenn er "ernste landwirtschaftliche Schäden" verursacht. Bislang sei von "erheblichem Schaden" die Rede, der von den Gerichten erst bei einer Bedrohung der Existenz gesehen wurde, heißt es in dem Bericht.

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Wölfe sind in Deutschland streng geschützt, bisher gab es nur einige wenige Abschussgenehmigungen für auffällig gewordene Tiere. Nach Angaben Dokumentationsstelle des Bundes (DBBW) wurden im Monitoringjahr 2017/18 in Deutschland 73 Rudel, 30 Wolfspaare und einige Einzelwölfe in Deutschland nachgewiesen. Die meisten Wölfe leben demnach derzeit in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Die Zahl der von Wölfen getöteten, verletzten oder vermissten Tiere - meist Schafe - wurde im Jahr 2017 auf 1.667 beziffert, fast 55 Prozent mehr als 2016. (dpa)

Sachsens Agrarminister Thomas Schmidt (CDU)  © dpa/Sebastian Kahnert