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Sachsens Bahn hat einen neuen Chef

Wolfgang Weinhold übernimmt ab April die Führung. Er will Strecken zurückgewinnen.

Leipzig. Er hat einen Doktortitel in theoretischer Physik, ist 47 Jahre alt und seit 18 Jahren bei der Bahn: Wolfgang Weinhold übernimmt zum Monatswechsel die Führung für den Regionalverkehr beim Bahn-Konzern in der Region Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Zuletzt war Weinhold bei der DB AG in Frankfurt vor allem für Infrastruktur und Fernverkehr zuständig. Er kümmerte sich unter anderem für die Strecke Prag-Dresden-Berlin um den Einsatz moderner EC-Wagen samt Wlan.

Zu seinen Zielen gehört es, das Bahnnetz in Ostsachsen bei der Ausschreibung im nächsten Jahr zurückzuerobern. Die DB hatte die Region an die Vogtlandbahn mit der Marke Trilex verloren. Außerdem, sagt Weinhold, wolle er für einen guten Draht zur Politik sorgen, die hohe Qualität der Bahn-Angebote und die bundesweit höchste Kundenzufriedenheit erhalten. „Wir sind ein Teil im Leben der Menschen“, sagt Weinhold, „das treibt mich an.“

Weinhold löst Frank Klingenhöfer ab, der seit 2013 die DB Regio Südost leitete. Er wechselt zur DB Region Mitte nach Mannheim. Klingenhöfer musste in den vergangenen vier Jahren unter anderem eine Halbierung der Mitarbeiterzahlen von fast 4 000 auf 2 000 Menschen managen – weil die Bahn einige Verkehrsnetze an private Konkurrenten verloren hatte.

Der Marktanteil im Regionalverkehr liegt derzeit bei unter 50 Prozent. Der Personalabbau sei vor allem durch Vorruhestand, Wechsel in andere Bahnbereiche und Übergänge zu Privatbahnen sozialverträglich gelungen, betonte Klingenhöfer. Mittlerweile sucht das Unternehmen bundesweit wieder Lokführer, Kundenbetreuer und anderes Personal. (svh)