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Bischofswerda

Sachsens bester Malerlehrling stellt aus

Handwerker werben für ihren Berufsstand und um Nachwuchs. Dafür nutzen sie einen Laden in Bischofswerda, der sonst leer stehen würde.

Conny Kohlsche zeigt in Bischofswerda ihre Laden-Deko für ein Naturkostgeschäft, mit der sie den Landeswettbewerb der Maler gewonnen hat. Ihr Betrieb gehört zu jenen Firmen, die sich bis Juni 2020 am Altmarkt präsentieren.
Conny Kohlsche zeigt in Bischofswerda ihre Laden-Deko für ein Naturkostgeschäft, mit der sie den Landeswettbewerb der Maler gewonnen hat. Ihr Betrieb gehört zu jenen Firmen, die sich bis Juni 2020 am Altmarkt präsentieren. © Steffen Unger

Bischofswerda. Sachsens bester Nachwuchsmalergeselle des Jahrganges 2019 ist eine junge Frau: Conny Kohlsche. Im Sommer schloss sie ihre Ausbildung im Großröhrsdorfer Unternehmen Industrie und Raum ab. Sie siegte beim Landeswettbewerb der Branche und qualifizierte sich für den Bundesausscheid in Nürnberg, wo sie vor wenigen Tagen unter den zwölf Teilnehmern einen beachtenswerten vierten Platz belegte. Dafür gab es Beifall, als die Kreishandwerkerschaft Bautzen jetzt in Bischofswerda das „Schaufenster Handwerk“ eröffnete. Conny Kohlsche zeigt dort ihre Arbeit für den Landeswettbewerb: eine Ladendeko für ein Naturproduktegeschäft – zu erkennen an der von ihr für den Ausscheid kreierten Marke „Vegano“.

Rund zehn Handwerksbetriebe aus der Stadt und der Region präsentieren sich auf Initiative der Kreishandwerkerschaft in den Schaufenstern des früheren Euronics-Fachgeschäftes am Markt, das seit mehreren Jahren leer steht. Voraussichtlich bis Juni 2020 kann man sich dort über Betriebe und deren Leistungen informieren. Mit der Aktion wolle man zum einen auf das Handwerk aufmerksam machen, sagte Sabine Gotscha-Schock, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft. Zum anderen wolle man bei jungen Leuten das Interesse an einem Handwerksberuf wecken. 

Ab auf den Grill

Worauf muss man beim Grillen achten und was schmeckt am besten auf dem Grill? Egal zu welcher Jahreszeit - Grillen macht immer Spaß und verbindet.

Das Geschäft selbst ist nicht zugänglich. Es soll aber zwei- bis dreimal für Aktionen mit Oberschulen geöffnet werden, bei denen sich Schüler über Handwerksberufe informieren können. Auch Manuel Saring, Wirtschaftsförderer der Stadtverwaltung Bischofswerda, betonte bei der Eröffnung den Nutzen vor allem für die Berufsorientierung. Zudem werde durch die Aktion ein leerstehendes Ladenlokal in der Stadt wiederbelebt, sagte er. Vorerst ist es nur eine Wiederbelebung auf Zeit. Doch man wolle nach wie vor den Laden in bester Bischofswerdaer Geschäftslage wieder dauerhaft vermieten, sagte Hauseigentümer Torsten Schölzel. Der Elektromeister aus Demitz-Thumitz, der zugleich Obermeister der Bautzener Elektrotechnikerinnung ist, gehört ebenfalls zu den Ausstellern. Er zeigt eine Blitzschutzanlage.

Auch andere Handwerker mit dabei

Die Schaufenster geben einen kleinen Einblick in die Leistungen hiesiger Handwerksbetriebe. Zum Beispiel: Bäckermeister Steffen Haufe buk für die Ausstellung ein fünf Kilogramm schweres rundes Brot. Kunstschmiedemeister Steffen Aurin und Metallbaumeister Uwe Böhme aus Schönbrunn zeigen ihre Meisterstücke. Ebenso Fliesenlegermeister Michael Ritscher. Das Unternehmen Raumausstatter Scheunig ist mit zwei Exponaten vertreten: einem Sessel, den Altmeister Karl-Heinz Scheunig gepolstert hat, und einer E-Gitarre, Teil des Gesellenstücks seines Enkels Toni Kern. Er beendete in diesem Jahr seine Tischlerlehre und arbeitet jetzt im elterlichen Betrieb in Putzkau. Gezeigt wird auch das Zunftzeichen der ehemaligen Bischofswerdaer Klempnerinnung aus dem Jahr 1927. Der vor einigen Jahren verstorbene Handwerksmeister Hermann Schneider hatte es der Stadt übergeben. Ergänzend zu den Exponaten laufen in einem Schaufenster Filme, die Handwerksberufe vorstellen.

Nach Angaben der Kreishandwerkerschaft Bautzen gibt es in Bischofswerda 150 Handwerksbetriebe. Das mit Abstand größte Gewerk ist das Kfz-Handwerk mit 17 Betrieben. Es folgen die Friseure (neun Betriebe), die Bau- sowie die Heizungs- und Sanitärfirmen (jeweils acht Betriebe) und die Fliesenleger (sechs Betriebe). Landkreisweit zählt die Kreishandwerkerschaft 4.567 Firmen. Mit dem Stand 30. September gab es im Landkreis 1.222 Ausbildungsverträge in 78 Handwerksberufen.

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