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Döbeln

Flutschutz mit fliegendem Auge der Polizei

Mit einem Spezialauftrag kommt der Helikopter in der Region zum Einsatz. Viele Roßweiner sind ganz nah dabei.

Pierre Courtois ist Operator in der sächsischen Hubschrauberstaffel der Landespolizei. Er und seine Kollegen landeten am Dienstagvormittag auf dem Roßweiner Festplatz und nahmen sich viel Zeit, die Fragen der kleinen Zaungäste zu beantworten.
Pierre Courtois ist Operator in der sächsischen Hubschrauberstaffel der Landespolizei. Er und seine Kollegen landeten am Dienstagvormittag auf dem Roßweiner Festplatz und nahmen sich viel Zeit, die Fragen der kleinen Zaungäste zu beantworten. © Dietmar Thomas

Döbeln. Neugierig strömen die Roßweiner am Dienstagvormittag zum Festplatz an der Stadtbadstraße. Ein Polizeihubschrauber ist dort gelandet, mehrere Beamte, darunter der Döbelner Revierleiter selbst, sind mit ihren Fahrzeugen vor Ort.

Doch der Grund für das Großaufgebot samt Polizeihubschrauber ist nicht etwa eine vermisste Person in den Wäldern oder die Suche nach einem entlaufenen Häftling. Den Auftrag für ihren Einsatz haben die fliegenden Polizisten von der Landestalsperrenverwaltung erhalten. Das fliegende Auge der Landespolizei soll die Mulde und die Zschopau abfliegen. Die Crew soll dokumentieren, in welchem Zustand sich die Ufer der Flussläufe befinden, ob sich irgendwo Treibgut ansammelt, das zu Überschwemmungen oder Hochwasser führen könnte. Mit dem hochmodernen Kamerasystem kontrolliert die dreiköpfige Hubschrauberbesatzung auch, ob und wo Sanierungsarbeiten an Uferbereichen nötig sind.

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Bevor sich der EC 135 Airbus Helicopter für seine bestellte Aufgabe in die Lüfte erhebt, stellen sich die Beamten den neugierigen Fragen von vielen Roßweinern. Mit viel Geduld beantworten die Pilotin, der Operator und der Flugtechniker alle Fragen der kleinen und auch vieler größerer Zaungäste, die sich vor allem für die Technik interessieren.

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Hochmoderne Ausstattung

Pierre Courtois ist seit 2003 Operator in der Hubschrauberstaffel. Er bedient die vier Kameras, die je nach Gegebenheit und Aufgabe eingesetzt werden. „Am Bildschirm werte ich die Bilder gleich aus. In der Nacht und im Winter ist meist die Wärmebildkamera im Einsatz, am Tag, so wie jetzt, ist es eine Videokamera“, erläutert er. Auch ein besonders leistungsstarker Scheinwerfer gehört zur Ausstattung des Helikopters. „Damit können wir punktgenau entweder 20 Quadratmeter oder sogar ein ganzes Fußballfeld ausleuchten“, beschreibt er die hochmoderne Ausstattung.

Mit dem bekannten Hollywood-Streifen „Das fliegende Auge“ habe seine Arbeit aber dennoch nicht viel gemein. „Flüstermodus und Špionieren in Fenster gehört in die Filmwelt, so etwas machen wir selbstverständlich nicht“, lacht er noch. Die insgesamt 30 Männer und Frauen der sächsischen Polizeihubschrauberstaffel sind auf dem Dresdener Flughafen stationiert. Die Beamten der Landespolizei kommen immer nur auf Anforderung der jeweiligen Polizeidirektionen zum Einsatz. Üblicherweise leistet die Crew dann ihren Kollegen am Boden wertvolle Unterstützung aus der Luft, klärt auf, sucht nach Vermissten oder verfolgt flüchtende Autofahrer.

Auch die Roßweinerin Ilona John und ihr Bruder Volkmar Naumburger wollen sich den Polizei-Helikopter einmal ganz aus der Nähe anschauen. „Das kann man ja sonst nie“, sagt die 60-Jährige. „Wenn ein Hubschrauber über der Stadt schwebt, gehen in Roßwein immer alle Fenster auf. Jeder will genau sehen, was da los ist“, erzählt sie. Ihr 54-jähriger Bruder wirft einen Blick ins Cockpit und lässt sich von Pilotin Anja Ryberg genau erklären, wie die verschiedenen Visiere ihres Helmes funktionieren.

Berufsberatung der besonderen Art

Mehr als 60 Kindergartenkinder und eine Klasse der Roßweiner Förderschule wollen sich die einmalige Gelegenheit ebenfalls nicht entgehen lassen, einen der insgesamt drei sächsischen Polizeihubschrauber ganz aus der Nähe zu betrachten. „Ich will später mal auch Polizist werden. Ich finde das cool“, sagt der sechsjährige Tom mit leuchtenden Augen. Auch sein Freund Luca (5 Jahre) weiß schon ganz genau, dass er einmal als Polizist „Diebe schnappen will“.

Der Besuch der Hubschrauberbesatzung mitten in ihrem Ort war für die Kinder und Erzieherinnen der Kindertagesstätte „Unter den Linden“ fast wie bestellt. „Wir beschäftigen uns gerade mit dem Thema Berufe“, sagen sie. Eine bessere Werbung für ihren Job konnten die Polizisten in Roßwein nicht machen.

Nach etwa 90 Minuten Fachsimpelei und ausführlichen Erläuterungen heben die Beamten der sächsischen Hubschrauberstaffel für ihren geplanten Einsatz ab.

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