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Wirtschaft

Sachsens Handwerk verlangt Bonus

Vom Lehrling zum Meister - kein einfacher Weg, und teuer noch dazu. Seit 2016 Jahr gibt es den Bonus von 1.000 Euro in Sachsen - zu wenig, findet das Handwerk.

© Foto: Matthias Hiekel/dpa-Zentralbild

Dresden. Mitten in den laufenden Koalitionsgesprächen wird Sachsens Handwerk noch eine konkrete Forderung an die künftige Landesregierung los: Der 2016 erstrittene Meisterbonus soll von eher symbolischen 1.000 auf mindestens 2.500 Euro erhöht werden. „Dies wäre ein wirksames Signal, das das Wirken von Meistern als potenzielle Arbeitgeber und Ausbilder von der Politik auch praktisch wertschätzt“, sagt Roland Ermer, Präsident des Sächsischen Handwerkstags, der Dachorganisation der hiesigen Kammern und Verbände.

Hintergrund ist der akute Mangel an Fach- und Führungskräften. Andere Bundesländer honorieren Jungmeister höher, Niedersachsen mit 4.000 Euro. Daher dürfe besagte Summe auch „nur ein Zwischenschritt“ sein, so Ermer, Bäckermeister in Bernsdorf bei Hoyerswerda. In den nächsten Jahren suchten über 7.000 der 56.000 Betriebe im Freistaat einen Nachfolger.

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Sachsens Handwerk fordert mehr Wertschätzung, „das Unternehmertum muss aus der Verbrecher- und Schmuddelecke geholt werden“, sagt Ermer. Um der Personalnot zu begegnen, brauche es „eine frühzeitige qualifizierte Berufsorientierung“ an den Schulen. Noch scheine es den 2017 in die Gesetzesnovelle aufgenommenen Berufsschulnetzplan nicht zu geben, moniert der Präsident. Solche Ausbildungsstätten gehörten nicht nur in die Großstädte, sondern auch aufs Land, fordert er – außerdem Bürokratieabbau, denn die Betriebe würden in Berichts- und Dokumentationspflichten ersticken. Ferner müsse der seit September leere Fördertopf „Regionales Wachstum“ aufgefüllt werden, „sonst bliebe der Verdacht, dass er nur bis zur Landtagswahl reichen sollte“. Ermer warnt vor einer Verschärfung von Sachsens liberalem Vergabegesetz, auch wenn die allermeisten Länder – anders als der Freistaat – soziale und ökologische Standards einfordern. Ein Vergabe-Mindestlohn – diskutiert werden 13,30 Euro pro Stunde – gefährde die Tarifautonomie, schwant Ermer Böses.

Dabei könnte das Handwerk derzeit mehr als zufrieden sein. „Der Konjunkturmotor läuft unverändert hochtourig“, sagt Frank Wagner, Präsident der Chemnitzer Kammer und Vize des Handwerkstags. Demnach berichten 96, am Bau gar 98 Prozent der Betriebe von guten oder zumindest befriedigenden Geschäften – „vor allem, weil Privatkunden ihr Geld, statt es für null Zinsen aufs Sparbuch zu schaffen, lieber in die eigenen vier Wände, Konsumgüter und hochwertige Dienstleistungen investieren“, so Wagner. Die Aufträge reichten im Schnitt elf Wochen, eine Woche mehr als vor einem Jahr. Das Konjunkturklima ist besser denn je, obwohl die Erwartungen in die Zukunft langsam sinken.