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Sachsens Hochschulen streichen 57 Studiengänge

Wegen Sparzwängen steht auch ein bundesweit bekannter Studiengang vor dem Aus: Die Namenkunde in Leipzig.

© dpa

Von Gunnar Saft und Stephan Schön

Dresden. Studieren in Sachsen wird zwar immer beliebter, künftig aber auch schwieriger. Der Grund: Die Hochschulen im Freistaat wollen bald auf etliche ihrer Angebote verzichten.

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Die sächsische Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer bestätigte jetzt, dass die Schließung von insgesamt 57 Studiengängen geplant ist. Davon werden 27 durch Studiengänge mit einem geänderten Profil ersetzt, 30 fallen komplett weg. Das teilte die Politikerin in ihrer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage mit. Ersatzlos gestrichen wird demnach unter anderem der Studiengang Kartographie und Geomedientechnik an der TU Dresden, die Ausbildung in Digital Manufacturing sowie Technikkommunikation an der TU Chemnitz und der Studiengang Pharmazie an der Universität Leipzig. Wegfallen sollen aber auch das Architekturstudium an der Westsächsischen Hochschule in Zwickau sowie mehrere mathematische und ingenieurtechnische Studiengänge an der Hochschule Zittau/Görlitz. An der Philologischen Fakultät der Uni Leipzig ist zudem die Schließung des bundesweit bekannten Fachbereichs Namenkunde geplant.

Hauptgrund für die Kürzungen sind die vom Land vorgegebenen Stellenstreichungen. Wie das Wissenschaftsministerium der SZ bestätigte, müssen an den Hochschulen bis 2016 insgesamt 205 Stellen abgebaut werden. Die Universitäten trifft das besonders hart. Für Gerhard Besier, Landtagsabgeordneter der Linken und früher Professor an der TU Dresden, trägt deshalb die Staatsregierung die Hauptverantwortung für die drohenden Einschnitte. Die Hochschulen wären einer „finanziellen Nötigung ausgesetzt“. Die Gefahr sei groß, dass sie dabei formal und nicht inhaltlich über den Wegfall von Angeboten entscheiden müssen. „Wenn ein Studiengang erfolgreich ist, sich aber nicht rechnet, dann wird er eingestellt.“ Trotz ihrer Autonomie seien die Hochschulen durch die sehr engen Vorgaben des Landes dazu gezwungen. Das Ministerium verteidigte sich mit dem Verweis auf neue Studiengänge an den Hochschulen, wie in der Lehrerbildung. Hier gebe es zusätzliches Personal.

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Wollen Hochschulen neue Fachbereiche auf- und ausbauen, müssen sie aber anderswo kürzen. Auch die mit zusätzlichen Millionen aus dem Elite-Wettbewerb finanzierten Stellen müssen später von den Universitäten übernommen werden. Was dafür wegfällt, hat nicht immer mit mangelnder Leistung und fehlender Nachfrage zu tun. Denn Professoren sind nicht kündbar, also schauen Hochschulen zunächst, wo ein Professor bald in den Ruhestand geht.

Alle Änderungen unter www.sz-link.de/studium