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Bauen und Wohnen

Sachsens Industrie - wo das Licht nie ausgeht

In Sachsen sind zahlreiche große Unternehmen ansässig, welche rund um die Uhr arbeiten. 

© Pexels

So sind große Firmen wie Amazon, Porsche und Volkswagen mit Standorten in Sachsen vertreten. Doch auch Unternehmen wie die BGH Edelstahlwerke GmbH, die Elbe Flugzeugwerke GmbH und die Teamtechnik Maschinen und Anlagen GmbH haben große Niederlassungen im Freistaat. Sie alle haben gemein, dass sie rund um die Uhr tätig sind, um ihren Kunden hochwertige Produkte und Dienstleistungen zu bieten. In der Folge des 24-Stunden-Betriebs ergeben sich für die Unternehmen allerdings zahlreiche Herausforderungen, die es zu lösen gilt.

Lückenlose Stromversorgung

Eine dieser Herausforderungen ist die unterbrechungsfreie Stromversorgung. Denn wer erfolgreich und rund um die Uhr produzieren möchte, der muss sich auf die störungsfreie Energieversorgung verlassen können. Zwar sind längere und flächendeckende Stromausfälle wie zuletzt in Berlin selten, doch schon kurze Stromausfälle oder Spannungsschwankungen können hochsensible Maschinen beeinträchtigen. Auslöser für Versorgungsstörungen sind z.B. Umwelteinflüsse (in Deutschland meist Sturmereignisse wie das Orkantief „Friederike“) oder menschliches Versagen (etwa das Durchtrennen von Stromleitungen bei Bauarbeiten, wie zuletzt in Berlin). 

Auch Spannungsschwankungen, die mit den Elektrizitätserzeugern und -abnehmern im Netz zu tun haben, können eine Gefahr bedeuten und den Ablauf durcheinanderbringen. Um diesem Risiken zu begegnen, nutzen Unternehmen sogenannte USV-Anlagen – „USV“ steht für „Unterbrechungsfreie Stromversorgung“. Eine USV-Anlage sorgt mit ihren Akkumulatoren, Stromrichtern und der elektronischer Regelung für Kontinuität bei Betriebsprozessen; zumeist in Kombination mit einem Notstromaggregat. (Technikinteressierte können hier mehr über USV-Anlagen erfahren.) Da die Anlagen nur in Störungsfällen eingreifen und ansonsten unmerklich im Hintergrund agieren, müssen sie zudem regelmäßig inspiziert und gewartet werden, da eine Dysfunktion erst im Notfall auffallen würde – und dann wäre es zu spät.

Die Suche nach dem geeigneten Personal

In Sachsen fehlt es an Fachkräften. Schon in diesem Artikel wurde darüber berichtet, dass es den Unternehmen zunehmend schwerer fällt, gut ausgebildete und zuverlässige Angestellte zu finden. Häufig werden Fachkräfte aus dem Ausland angestellt, um diesen Engpass überhaupt überbrücken zu können. Besonders gravierend ist dieses Problem bei Unternehmen, die im 3-Schicht-System arbeiten. Denn hier ist die Belastung für die Angestellten relativ hoch und bei Personalengpässen lässt sich nur sehr eingeschränkt tauschen; die Ruhezeiten und freien Tage werden deutlich wichtiger. Deshalb arbeiten die Unternehmen in Sachsen sehr stark daran, ihre Attraktivität insbesondere für junge Arbeitnehmer zu steigern. Darüber hinaus wird versucht, die Arbeitnehmer zurückzugewinnen, die noch vor einigen Jahren auf der Suche nach einem Arbeitsplatz aus Sachsen in ein anderes Bundesland gezogen sind. 

Die Wartung und Erneuerung von Anlagen

Eine weitere große Herausforderung in einem 24-Stunden-Betrieb ist die Wartung und der Austausch von Anlagen: Jede Anlage die außer Betrieb genommen wird, bedeutet erst einmal eine Unterbrechung des eingespielten Arbeitsprozesses. Aus diesem Grund werden Wartungen und aufzuschiebende Reparaturen meist so geplant, dass möglichst viele von ihnen in einem kurzen Zeitraum durchgeführt werden können, da viele notwendige Maßnahmen an laufenden Maschinen nicht durchgeführt werden können. Bei letztgenanntem Punkt spielen natürlich auch Sicherheitsvorkehrungen eine große Rolle: Risiken für Wartungsarbeiter (wie für alle anderen Mitarbeiter) müssen zu jeder Zeit ausgeschlossen werden.

*Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem externen Redakteur Daniel Hoffmann.