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Sachsens Jubeljanuar

Das hat es seit der Wende im Freistaat nicht gegeben: eine einstellige Arbeitslosenquote mitten im Winter.

© dpa

Von Brigitte Pfüller

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Die DVB suchen weitere Verstärkung

Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) laden zum „DVB-Ausbildungstag“ am 14. September von 10 bis 16 Uhr in den Busbetriebshof Gruna ein.

Die Arbeitslosigkeit ist im Januar im Freistaat gegenüber dem Vormonat leicht angestiegen. Trotzdem hat der erste Monat des neuen Jahres gleich zwei Rekorde auf den Arbeitsmarkt gebracht: Wie die Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit gestern in Chemnitz informierte, wurde mit einer Arbeitslosenquote von 9,4 Prozent der niedrigste Januar-Stand registriert, den es jemals im Freistaat (seit 1991) gab. Zugleich wurde damit in einem Monat Januar auch das erste Mal eine einstellige Quote registriert. Im Dezember 2014 lag sie bei zehn Prozent.

So blickt Klaus Schuberth, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit (BA), auch mit Optimismus auf die kommenden Monate, in denen er einen weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit erwartet. Denn auch aus der Wirtschaft kommen positive Konjunktursignale. „Der sächsische Arbeitsmarkt ist in einer guten Grundverfassung“, sagte er. Die Einführung des Mindestlohnes oder die wirtschaftlichen Sanktionen der EU gegen Russland hätten sich nicht negativ ausgewirkt.

Insgesamt hatten in Sachsen im Januar 198 300 Frauen und Männer keinen Job. Das waren 19 755 Arbeitslose oder 11,1 Prozent mehr als im Dezember 2014.

Wie Schubert aber erklärte, sei ein Anstieg zu Jahresbeginn üblich und saisonal bedingt. So könnten im Winter Außenarbeiten nicht mehr im vollen Umfang ausgeübt werden. Außerdem liefen Beschäftigungsverhältnisse zum Quartals- oder Jahresende aus. Zusätzlich führte das Ende des Weihnachtsgeschäfts zu Personalfreisetzungen.

Es sind noch Stellen frei

Für eine gute Perspektive spreche, dass im Vorjahresvergleich rund 15 300 weniger Menschen arbeitslos sind. Damit steht der Freistaat nach Angaben der Regionaldirektion sogar besser da als der Bundesdurchschnitt. In Deutschland wurden im Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat rund 104 000 weniger Arbeitslose gezählt. Mehr als 15 Prozent steuerte Sachsen bei.

Den kräftigsten Beschäftigungsaufbau gab es im Verarbeitenden Gewerbe mit einem Plus von 5 462 Stellen. Auch in der Zeitarbeit, bei den wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen, im Verkehr und Logistik Lagerwirtschaft sowie im Gesundheits- und Sozialwesen sind mehr Menschen beschäftigt als noch vor einem Jahr. Im November 2014 waren in Sachsen nach ersten Hochrechnungen rund 1 532 Millionen Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Mit einem Zuwachs von 20 900 hält der Beschäftigungsanstieg damit an.

Zugleich werden auch weiterhin Leute gesucht. Aktuell sind in den Arbeitsagenturen und Jobcentern 23 079 freie Arbeitsplätze gemeldet. Damit liegt die Nachfrage mit 25 Jobs etwas höher als im Vormonat und um 4 657 Stellen über dem des Vorjahres. Allein im Januar haben sächsische Betriebe insgesamt 6 897 freie Stellen gemeldet. Die meisten davon kamen aus der Zeitarbeit. Einen hohen Bedarf haben auch das Verarbeitende Gewerbe, Gesundheits- und Sozialwesen, Handel sowie die Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen und das Gastgewerbe.

Regional gesehen gibt es aber einen deutlichen Unterschied zwischen den städtisch Gebieten und ländlichen Bereichen. Dieser ist nach Angaben der Behörde auf die Konjunktur zurückzuführen. So hält die boomende Wirtschaftsregion Zwickau mit einer Arbeitslosenquote von 7,9 Prozent den Spitzenwert. Negativer „Ausreißer“ ist dagegen der Landkreis Görlitz mit einer Quote von 13,3 Prozent.

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