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Sachsens jüngste Vinothek

Das Rothe Gut öffnet die Räume erstmals diesen Sonnabend. Zusätzlich zum Wein gibt es jetzt auch Kaffee und Kuchen.

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© Claudia Hübschmann

Von Stephan Hönigschmid

Meißen. Die Strecke vom Lommatzscher Tor den Lehmberg hinauf zum Rothen Gut ist ohne Frage idyllisch. Dennoch hat den Spaziergängern und Touristen nach dem Aufstieg immer etwas gefehlt. „Die Leute haben uns ständig gefragt, ob sie zusätzlich zum Wein auch mal einen Kaffee trinken oder ein Stück Kuchen essen könnten“, sagt die Lebensgefährtin des Gutsbesitzers, Annekatrin Rades.

In der Vergangenheit haben dafür jedoch die passenden Räume gefehlt. Allerdings hat Inhaber Tim Strasser bereits seit einiger Zeit darüber nachgedacht, ein altes Nebengelass seines Hofes zu einer Vinothek auszubauen. „Der Wunsch war immer da. Aufgrund der Nachfrage haben wir dann Anfang des Jahres entschieden: dieses Jahr machen wir es“, sagt Strasser.

Untergebracht ist die Vinothek, die am heutigen Sonnabend ab 10 Uhr erstmals ihre Türen öffnet, in einem Gebäude aus dem 16. Jahrhundert. „Es wurde 1526 erbaut und war in seiner langen Geschichte unter anderem Wasch- und Räucherhaus sowie später auch mal Backhaus“, sagt Rades. Gemeinsam mit zahlreichen Freunden haben Rades und Strasser das alte Gemäuer in den vergangenen Monaten saniert. Dabei legten sie viel Wert darauf, dass der historische Charakter erhalten bleibt.

So wurde das Spitzdach des 35 Quadratmeter großen Hauses lediglich neu gedeckt, während die Dachbalken nach wie vor aus dem 16. Jahrhundert stammen und seitdem nichts von ihrer Stabilität eingebüßt haben. „Wir haben sie nur abgeschliffen und Pflegelasur aufgetragen“, so Rades.

Den Besuchern wird das nicht verborgen bleiben. Denn gleich beim Betreten des Raumes, haben sie einen unverbauten, freien Blick bis zum Dach. Rechter Hand befindet sich eine Theke mit fünf Sitzplätzen, während es ein paar Schritte weiter auf einer Empore noch einmal acht Plätze gibt.

„Die Vinothek ist besonders für kleine Gruppen ideal. Bisher konnten wir nämlich nur Weinproben ab zehn Personen anbieten, weil es sich mit dem angelieferten Cateringangebot sonst nicht gelohnt hätte.“ In den neuen Räumen sei dies anders, weil es dort die Möglichkeit gebe, selbst etwas zuzubereiten, sagt Rades.

Genießen auch im Freien

Neben allen denkbaren Kaffeesorten soll unter anderem Flammkuchen auf der Speisekarte stehen und natürlich beliebte Weine des Rothen Gutes wie Traminer und Scheurebe. Bei schönem Wetter können die Besucher die Spezialitäten auch im Freien auf 30 Außenplätzen genießen.

Obwohl Annekatrin Rades und Tim Strasser erst mal sehen müssen, wie die Vinothek angenommen wird, haben sie sich bereits ehrgeizige Ziele gesetzt. „Wir möchten in Meißen einen neuen Anlaufpunkt zum Weggehen etablieren. Unser Vorbild ist die Weinkulturbar Nitzsche in Dresden, die eigentlich jeden Tag ausgebucht ist“, so Rades. Dazu beitragen könnte perspektivisch eine bessere Erschließung des Gutes für den öffentlichen Personennahverkehr, weil sich bekanntlich Autofahren und Weintrinken nicht besonders gut vertragen.

„Das wäre natürlich schön, wenn es hier in der Nähe eine Haltestelle geben würde. Wir werden diesbezüglich auf jeden Fall versuchen, mit der Verkehrsgesellschaft ins Gespräch zu kommen“, sagt Rades.

Jetzt stehen allerdings erst mal die Tage des offenen Weingutes auf dem Programm. Aus diesem Grund ist das Gut sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Zum Start der Vinothek bieten die Inhaber zudem ein Gewinnspiel an, bei dem die Teilnehmer einen Gutschein für eine 3er-Weinprobe gewinnen können. Punkt 18 Uhr wird der Gewinner am Sonntag gezogen.

Wer dieses Wochenende keine Zeit hat, kann der Vinothek ab sofort immer mittwochs bis sonnabends von 12 bis 20 Uhr und sonntags von 10 bis 16 Uhr einen Besuch abstatten.