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Sachsen

Sachsens Kleingärten hoch im Kurs

Keine Schule und Homeoffice. Viele Menschen gehen zum Ausgleich der Corona-Belastungen spazieren. Auch Kleingärten sind zur Zuflucht geworden.

Kleingärten sind in der Corona-Krise zur willkommenen Zuflucht geworden.
Kleingärten sind in der Corona-Krise zur willkommenen Zuflucht geworden. © Sebastian Schultz

Leipzig/Dresden. Frühlingshaftes Wetter, Schulen und Kitas sind geschlossen. Derzeit treibt es viele Kleingärtner in Sachsen zu Laube und Beeten. "Da haben Familien noch was, wo sie sich beschäftigen können", sagte Tommy Brumm, Präsident des Landesverbands Sachsen der Kleingärtner, der Deutschen Presse-Agentur. Wegen des schönen Wetters besuchten derzeit viele Menschen die Kleingärten. Hinzu kommt, dass die Gefahr einer Ansteckung mit Sars-CoV-2 in Gärten gering ist, wie Brumm sagte. Immerhin käme man gewöhnlich nicht mit fremden Menschen in Kontakt.

Es könne bereits Gemüse im Frühbeet oder Gewächshaus angebaut werden - im Freiland sei der Anbau erst nach den Eisheiligen sinnvoll, sagte Brumm. Einige Hobbygärtner wendeten auch ihren Kompost oder bereiteten die Beete vor.

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Auch Marie-Luise Landgraf verbringt momentan viel Zeit in ihrem Schrebergarten. "Ich bin viel im Garten, weil es die einzige Möglichkeit ist, nicht zuhause zu sein und wenigen Menschen zu begegnen", sagte die 24 Jahre alte Studentin aus Leipzig. Mit den Freunden, mit denen sich Landgraf den Schrebergarten teilt, spreche sie sich ab - damit sie nicht alle gleichzeitig auf dem Gelände sind. "Jetzt ist die Zeit, in der man im Garten viel machen muss", sagte sie. Sollte eine Ausgangssperre kommen, ist Landgraf gerüstet: Die neuen Pflanzen zieht sie auf dem Dachboden ihres Mietshauses, zur Not kann sie einen Balkon nutzen.

Im großen Stil sorgt Christian Mehlgarten von der Leipziger Bio-Gärtnerei Auengarten vor: Er zieht derzeit Tomaten und Gurken. Eigentlich verkauft er die Pflanzen auf Märkten - ob diese stattfinden, ist allerdings wegen der Corona-Krise unklar. Doch er ist zuversichtlich, dass er Abnehmer finden wird. Vergangene Woche verzeichnete er beim Verkauf in der Gärtnerei bereits mehr Umsatz, als gewöhnlich. Hamsterkäufe konnte er allerdings nicht beobachten.

Dass keine Schule stattfindet, wird auch im Kleingartenverein Flora 1 in Dresden deutlich. Kinder seien bereits vormittags mit ihren Eltern in den Gärten, sagte Sven-Karsten Kaiser, Vorstand des Kleingartenvereins. "Im Garten ist mehr Raum als zuhause", so Kaiser. "In den Parzellen ist richtig was los." Doch das Vereinsleben leidet: Eine Mitgliederversammlung habe Kaiser bereits abgesagt, eine Jahresfeier Ende Mai stehe auf der Kippe. (dpa)

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