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Sachsens Schlösser mit leichten Minus bei Besuchern und Umsatz

Die Schlossherren sind mit der Bilanz zufrieden, selbst wenn einige Zahlen rückläufig sind. Auch 2018 nimmt Sachsen viel Geld in die Hand, um seine herrschaftlichen Immobilien in Schuss zu halten.

Dresden. Die Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten in Sachsen bleiben ein beliebtes Ziel. Im vergangenen Jahr besuchten 1,97 Millionen Gäste bekannte Sehenswürdigkeiten wie Schloss Pillnitz, Schloss Moritzburg oder Albrechtsburg in Meißen, wie der Staatsbetrieb Schlösserland am Freitag mitteilte. Das waren zwar rund 12 000 Besucher weniger als 2016, doch mit der sanierungsbedingten Schließung der Festung Dresden und der planmäßigen Pause des Frühlingsfestes im Palais Großer Garten standen auch zwei beliebte Gebäude nicht zur Verfügung. Die Ausstellung zu Bischof Benno auf der Albrechtsburg lockte rund 60 000 Besucher an, die Schau zur skandalträchtigen Luise von Toscana in Pillnitz gut 46 000.

Nach jahrelanger Sanierung präsentierte sich 2017 der Barockgarten Großsedlitz in alter Pracht. Entsprechend nahm die Besucherzahl um gut etwa die Hälfte zu. Die Bilanz von Schlösserland weist einen Umsatz von 9,56 Millionen Euro aus (2016: 9,81 Millionen Euro). Die Zuschüsse des Landes stiegen um 200 000 Euro auf 10,5 Millionen Euro.

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Unter dem Strich steht ein Jahresergebnis von knapp 60 000 Euro zu Buche, im Jahr zuvor war es noch ein Minusbetrag (gut 106 000 Euro). Die Investitionen in die Bausubstanz betrugen rund 17 Millionen Euro. Im gleichen Umfang sind Ausgaben in diesem Jahr geplant. Der Große Garten in Dresden soll beispielsweise eine neue Beleuchtungsanlage erhalten, Schloss Pillnitz einen weiteren Parkplatz.

Nach einem Fall von sexuellem Missbrauch bei der Parkeisenbahn in Dresden wurde 2017 eine Schutzkonzept für die dort beschäftigten Kinder beschlossen. Auch das erwähnte Schlösserland-Chef Christian Striefler bei der Bilanz.

Eine komplette Sanierung des Festsaals im Palais Großer Garten steht auf absehbare Zeit nicht auf der Agenda. Darüber müsse vielleicht die nächste oder übernächste Generation entscheiden, sagte Striefler. Vor etwa 10 Jahren waren die Kosten dafür auf knapp 20 Millionen Euro veranschlagt worden - eine Summe, die laut Striefler inzwischen höher liegen dürfte. Immerhin erhält der unverputzte Saal im Palais in diesem Jahr eine neue Heizung.

Eine Sonderausstellung im Schlussmuseum Pillnitz ist ab 28. April dem letzten Sachsen-König Friedrich August III. (1865-1932) gewidmet. Seiner Abdankung 1918 soll er angeblich mit dem Spruch „Macht euern Dreck alleene!“ quittiert haben. Der Satz ist historisch zwar nicht belegbar, gab der Ausstellung ab aber den Titel. (dpa)