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Sachsens Straßen so sicher wie nie

Die Zahl der Unfälle mit Verletzten sinkt auf den niedrigsten Stand seit der Wende.

© ZB

Von Thilo Alexe

Dresden. Verbesserte Technik in Autos führt zu mehr Sicherheit auf den Straßen des Freistaates. Noch nie seit 1990 sind so wenig Menschen bei Verkehrsunfällen verunglückt wie im vergangenen Jahr: 16.380. Der Großteil von ihnen verletzte sich zwar nur leicht. Allerdings starben auch 192 Menschen an den Unfallfolgen. Lediglich 2010 lag die Zahl der Unfalltoten in Sachsen mit 168 unter dieser Marke.

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Zum Vergleich: In der Nachwendezeit gab es in mehreren Jahren jeweils mehr als 20.000 Unfälle, bei denen sich Menschen verletzten oder starben. 1991 lag die Zahl der Verkehrstoten im Freistaat bei 863. „Sachsens Straßen sind so sicher wie nie“, sagte Innenminister Markus Ulbig (CDU) am Dienstag bei der Vorstellung der Verkehrsunfallbilanz in Dresden.

Zur Begründung nannte er die verbesserte Sicherheitsausstattung von Kraftfahrzeugen, Aktionen wie Geschwindigkeitskontrollen vor Schulen aber auch das begleitete Fahren ab 17 Jahren sowie das Alkoholverbot für Fahranfänger. Angestiegen ist im vergangenen Jahr die Zahl der getöteten Fußgänger auf 46 (2012: 28). Die meisten waren Senioren. Fünf Kinder starben bei Unfällen (2012: drei). Ein hohes Unfallrisiko besteht bei 18- bis 25-Jährigen.

Hintergrund: Unfälle im Minutentakt

Knapp 110.000 Mal krachte es im vergangenen Jahr auf Sachsens Straßen. 192 Menschen kamen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Hier dokumentieren wir die Zahlen anhand ihrer statistischen Häufigkeit.

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...5 Minuten geschieht ein Verkehrsunfall.

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...32 Minuten verunglückt jemand dabei.

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...46 Stunden stirbt ein Mensch auf Sachsens Straßen.

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...7 Stunden verunglückt ein Kind.

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...3 1/2 Stunden passiert einem Jugendlichen ein Verkehrsunfall.

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...6 Tage einem Senior.

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...6 Minuten kracht es innerorts.

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...24 Minuten außerorts.

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...1 1/2 Stunden geschieht ein Unfall auf der Autobahn.

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...5 Stunden ist Alkohol die Unfallursache.

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...2 Tage endet eine Drogenfahrt mit einem Unfall. (dpa)

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Im Vergleich mit dem gesamten Bundesgebiet und den anderen Bundesländern verletzten sich in Sachsen wenig Menschen im Straßenverkehr. Bei der Zahl der Toten je Einwohner lag der Freistaat aber über dem Durchschnitt. Eine deutliche Zunahme verzeichnete die Polizei bei Drogenunfällen. Die Beamten registrierten 163, im Jahr 2000 waren es 40. Stark gesunken ist dagegen die Zahl der Alkoholunfälle.

„Alkohol und Drogen sind gefährliche Unfallbeschleuniger, die wir gezielt bekämpfen“, sagte Ulbig. Im vergangenen Jahr hielten sächsische Polizisten mehr als 452 000 Autofahrer zur Kontrolle an. Zudem wurden bei Geschwindigkeitsüberwachungen rund 1,3 Millionen Verstöße festgestellt. Die Grünen im Landtag verwiesen jedoch auf einen Rückgang bei Kontrollen und kritisierten den Abbau von Polizeistellen. „Die Verkehrsüberwachung muss wieder gestärkt werden“, forderte die Abgeordnete Eva Jähnigen. Angaben zu regionalen Unfallschwerpunkten machte das Innenministerium nicht. Allerdings ereigneten sich drei Viertel der Zusammenstöße innerorts. Die wenigsten verzeichnete die Polizei für die vergleichsweise gut ausgebauten Autobahnen.

Der Rückgang der Unfälle vollzieht sich trotz einer stärkeren Mobilität der Sachsen. Anfang 2013 waren im Freistaat fast 2,5 Millionen Kraftfahrzeuge angemeldet, 1993 lag der Kfz-Bestand bei rund 1,7 Millionen. Die Zahl der Einwohner ist in diesem Zeitraum allerdings gesunken.